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"Wer seine Seele verkauft, kommt in die Hölle" Mainz wettert gegen RB und Investoren-Klubs

Detlev Höhne ist Aufsichtsratschef beim Bundesligisten FSV Mainz 05.

Detlev Höhne ist Aufsichtsratschef beim Bundesligisten FSV Mainz 05.

Der Aufsichtsratschef des FSV Mainz 05 kritisiert, dass die 50+1-Regel der Fußball-Bundesliga immer mehr unterlaufen wird. „Die Corona-Krise zeigt deutlich, dass es keine Wettbewerbsgleichheit in der Liga mehr gibt“, sagte Detlev Höhne im Interview mit der „Bild“-Zeitung. „Von der Form her sind Freiburg, Schalke und wir die letzten echten Vereine.“

Mit der nur in Deutschland geltenden 50+1-Regel soll sichergestellt werden, dass Vereine auch dann das Sagen in ihren Profiabteilungen haben, wenn sie diese in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert haben. Externe Investoren sollen keine Chance erhalten, über eine Mehrheit der Anteile auch die Kontrolle zu übernehmen.

Mainz 05 kritisiert fehlende Wettbewerbsgleichheit in Bundesliga

Mainz 05 habe sich früh Gedanken gemacht, wie man sich über die Krise retten könne. „Wir müssen mit dem, was wir selber erwirtschaften, durchkommen. Bei anderen Clubs ist das egal“, meinte Höhne. Bei Wolfsburg und Leverkusen werde ein Minus am Ende einfach vom Konzern ausgeglichen.

Auch bei RB Leipzig könne die Führung deutlich entspannter arbeiten. Denn dort wisse man, „dass im Hintergrund einer ist, der einem 100 Millionen Schulden erlässt, man keinem Aufsichtsrat Rechenschaft ablegen und lediglich 19 Mitgliedern Rede und Antwort stehen muss, darunter sich selbst“.

Wer seine Seele verkauft, der kommt in die Hölle!
Detlev Höhne

Grundgedanke der DFB-Statuten sei, dass Verein, Mitglieder, Fans immer die Mehrheit haben sollen. „Und Leipzig gründet einen Verein, in dem gar keiner Mitglied werden kann, sondern berufen wird?“, so Höhne. „Es darf bei uns nicht wie in England, Italien oder Spanien sein, dass private Millionäre den Club führen.“

Höhne sagt in Richtung der kritisierten Klubs: "Wer seine Seele verkauft, der kommt in die Hölle! Der Fußball gehört den Fans und nicht einer Handvoll Superreichen."

Der Aufsichtsratchef der Mainzer nimmt zudem die Deutsche Fußball Liga, die Reformen angekündigt hat, in die Pflicht. „Dann sollen sie mal mit der TV-Geld-Verteilung anfangen. Dann wird man sehen, ob das DFL-Präsidium die Kraft zu Reformen hat“, sagte Höhne. „Und dann bin ich gespannt, was nach der vollmundigen Reform-Erklärung im Herbst unter dem Strich übrigbleibt.“ (dpa/RBlive)