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Von Ullrich Kroemer

„Manchmal hat Ralf Rangnick eine Prämie aus der Luft gegriffen” Marsch erklärt Bonuszahlungen bei RB Leipzig

„Wenn für einen Verein etwas wichtig ist, kriegen die Jungs oft eine besondere Prämie”: RB Leipzigs Trainer Jesse Marsch beim Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth, in dem es zusätzliche 200.000 Euro gab.

„Wenn für einen Verein etwas wichtig ist, kriegen die Jungs oft eine besondere Prämie”: RB Leipzigs Trainer Jesse Marsch beim Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth, in dem es zusätzliche 200.000 Euro gab.

Für die Spieler von RB Leipzig geht es in Frankfurt (Sa., 18.30 Uhr) nicht nur um den Sieg und drei Punkte, sondern auch um bis zu 800.000 Euro. Diese Summe schüttet die Vereinsführung laut Sport-Bild als Extra-Prämie an das gesamte Team aus, wenn die nächsten beiden Spiele in Frankfurt und gegen den BVB gewonnen werden. Der Betrag hätte auf 1,2 Millionen Euro für vier Siege in vier Spielen anwachsen können, doch in Freiburg schafften die Leipziger nur ein Remis und verpassten die erste Prämie.

Einigen Fans war diese Art der Motivation sauer aufgestoßen, ein Aufregerthema für die RB-Anhänger. „Kaputte Welt, mit Geld noch Millionäre motivieren. Wenn es sportlich nicht funktioniert, fragt doch mal an was es liegt”, schreibt ein RB-Fan bei Facebook. Und ein anderer postete: „Wem es als Sportprofi an Motivation fehlt, ,arbeitet’ im falschen Beruf. Und Sportler, die zusätzliche Prämien brauchen, um motiviert zu sein, sollten sich dringend hinterfragen ...”

Marsch über Prämien-Kultur im europäischen Fußball: „Fast jede Mannschaft lobt Prämien aus”

Trainer Jesse Marsch erklärte nun in der Pressekonferenz, dass dieses Bonussystem keine Erfindung von ihm oder der Vereinsführung ist, sondern es bei RB Leipzig vorangetrieben von Ralf Rangnick in den vergangenen Jahren immer wieder üblich war. „In der MLS war das nicht legal. Zum ersten Mal habe ich hier von Ralf Rangnick davon gehört”, berichtete der 47-Jährige. „Manchmal hat Ralf eine Prämie aus der Luft gegriffen, für ein Standardtor, für einen Sieg hier oder einen Sieg dort.”

Marsch betonte, dass das nicht nur bei RBL gang und gäbe sei, sondern überall in der Profibranche. „Für mich ist Geld fast nie Motivation. Aber hier in Europa, wo die Regeln nicht so streng wie in Amerika sind, passiert es oft”, sagte Marsch. „Ich habe das in den vergangenen drei Jahren erlebt. Es ist ist nichts Besonderes, besonders ist nur, dass es in den Medien ist”, sagte Marsch. Er wisse nicht, „wie oder warum” das durchgesickert sei. „Aber fast jede Mannschaft lobt in einem Derby, oder bei Standards oder was auch immer Prämien aus. Wenn für einen Verein etwas wichtig ist, kriegen die Jungs oft eine besondere Prämie.”

Übrigens: Würde RB in Frankfurt nicht gewinnen, wäre der Effekt verpufft. Dann könnten die Leipziger maximal 400.000 Euro gegen den BVB erspielen. Das wären knapp 15.000 Euro pro Spieler. Das Trainerteam ist an diesen Prämien nicht beteiligt. Laut Sport-Bild soll sich Julian Nagelsmann gegen diese Praxis ausgesprochen haben. Als er RB-Trainer war, soll es keine zusätzliche Finanz-Motivation gegeben haben. (RBlive/ukr)