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Jesse Marsch hatte sich schon lange auf einen möglichen Wechsel nach Europa vorbereitet. Jetzt hat es mit RB Leipzig geklappt. Foto: imago

Jesse Marsch hatte sich schon lange auf einen möglichen Wechsel nach Europa vorbereitet. Jetzt hat es mit RB Leipzig geklappt. Foto: imago

Marsch auf Europatour: So verfolgt der RB-Assistent seine Karriereziele

Am Montag wurde Ralf Rangnick auf der Pressekonferenz als neuer Trainer von RB Leipzig präsentiert. Nun stellte sich auch Jesse Marsch am Dienstag in einer kleinen Medienrunde vor. Dabei erklärte er, warum sein ’next step‘ kein Rückschritt, sondern ein weiterer Meilenstein ist. 

Denn aus seinen Worten lässt sich durchaus heraus hören, dass der Schritt nach Leipzig nicht etwa total überraschend kam. Schon lange ist er mit den Verantwortlichen in Kontakt, war bereits zum Hospitieren hier und führte sein erstes Interview zur Hälfte auf Deutsch.

Jesse Marsch erklärt, warum er schon vor zwei Jahren Deutsch lernte:

„Ich habe vor zwei Jahren Deutsch gelernt, weil wir eine gute Verbindung mit diesem Verein haben, mit den Leuten hier. Ich habe oft an eine mögliche Chance in Europa gedacht. Als ich in Montreal war, habe ich Französisch gelernt. Sprache ist nicht einfach, aber wichtig für den Fußball, überall auf der Welt.“

…was ihn bewogen hat, in die Bundesliga zu gehen:

„Trainer wie Bob Bradley sind nach Europa gegangen. Das war eine Inspiration für alle amerikanischen Trainer. Ich fing an, über andere Möglichkeiten nachzudenken. Also verfolgte ich meinen nächsten Schritt und offensichtlich war es sehr wertvoll, die Leute hier kennenzulernen.“

…über den vermeintlichen Rückschritt als Co-Trainer:

„Auch wenn das in manchen Köpfen heißt, ein Assistent zu sein und kein Cheftrainer: Es ging um die persönliche Entwicklung.“

…über den Ablauf des Wechsels nach Leipzig:

„Der nächste Schritt kommt nicht immer, wenn das Timing perfekt ist. Die ersten Gespräche hatten Oliver Mintzlaff und ich am Mittwoch letzter Woche. Ich wusste, es gab vorher schon viele Spekulationen, aber ich hatte dort noch einen Job zu tun. Und es ist dann alles schnell gegangen. Ich hatte mit Oliver immer ein gutes Verhältnis in New York.“

…über den Trainerjob der amerikanischen Nationalmannschaft:

„Die Nationalmannschaft stand nicht zur Debatte. Das war eine öffentliche Diskussion, aber es gab dazu keine Gespräche. Ich hoffe, dass ich irgendwann auch die USA trainieren kann. Aber ich bin jung, es gibt viel zu lernen.“

Nach RBlive-Informationen entschied er sich allerdings gegen ein durchaus verlockendes Angebot des amerikanischen Verbands, das ihn finanziell sehr viel besser gestellt hätte. Die Möglichkeit, bei RB Leipzig direkt unter Ralf Rangnick in der Bundesliga zu lernen, sieht er aber als wertvoller an. Das passt von der Philosophie her schon mal perfekt zu einem Club, bei dem die Lernkurve stets betont wird.

Jesse Marsch mit einem klaren Plan in Europa

Wenn der US-Boy seine Karriere weiter so zielstrebig verfolgt, darf man sich sicher sein, dass er seinen Weg im europäischen Fußball machen wird. Auf ein kurzes Engagement als Notnagel ist Jesse Marsch so oder so nicht aus: Er kommt gemeinsam mit seiner Frau und drei Kindern. Bei RB Leipzig wird es auch eine Zeit nach Julian Nagelsmann geben. Und in Salzburg eine nach Marco Rose.