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„Alles versuchen”: Rangnick hat Haidara-Transfer noch nicht aufgegeben

Star in Salzburg: Amadou Haidara bei der Teamvorstellung (Foto: imago).

Schüchterner Star in Salzburg: Amadou Haidara bei der Teamvorstellung (Foto: imago).

Die Suche nach einem Nachfolger für Naby Keita wird bei RB Leipzig gerade zur Hängepartie. An Sebastian Rudy ist auch der FC Schalke dran. Und eine kurzfristige Alternative derzeit nicht in Sicht. Doch mittelfristig plant Sportdirektor Ralf Rangnick weiter mit Amadou Haidara, wie er im hier exklusiv veröffentlichen Gesprächsteil mit der Mitteldeutschen Zeitung und RBLive verriet. Interview: Martin Henkel, Christoph Karpe und Ullrich Kroemer.

Dass die Zeit für die Suche nach einem Mittelfeldspieler nun knapp wird, hängt auch mit Amadou Haidara zusammen. Ursprünglich war der Mann aus Mali, der seit 2016 für Red Bull Salzburg beziehungsweise den Kooperationsklub FC Liefering spielt, dazu auserkoren gewesen, Naby Keita zu ersetzen. Der Nationalspieler weckte in seiner starken vergangenen Saison Begehrlichkeiten bei diversen europäischen Klubs.

In früheren Jahren war es ungeschriebenes Gesetz, dass die besten Salzburger nach einer oder zwei Spielzeiten nach Leipzig wechselten. So war es bei Naby Keita gewesen und vielen anderen Spielern; sechs Ex-Salzburger stehen derzeit im Aufgebot der Leipziger. Doch in diesem Jahr versagte der Mechanismus. Haidara verlängerte bis 2022 in Salzburg. Rangnick erklärt warum sich die Verhältnisse im Red-Bull-Universum aktuell verschoben haben und ließ im Interview durchblicken, dass er bei RB Leipzig perspektivisch mit Haidara auf der Achterposition plant.

Rangnick: „Warum sollten wir uns verpokert haben?”

Herr Rangnick, die Suche nach einem Nachfolger für Naby Keita ist zäh. Dabei war seit einem Jahr bekannt, dass er den Verein verlassen wird. Haben Sie sich zu stark auf Amadou Haidara aus Salzburg verlassen und sich verpokert?
Ralf Rangnick: Warum sollten wir uns verpokert haben? Ich habe Haidara schon beobachtet, als ich 2015 noch in Salzburg tätig war. Seine Entwicklung überrascht mich kein Stück. Ebenso, wie mich die Entwicklung von Naby Keita nicht überrascht hat. Mich hat damals, als wir ihn vom französischen Zweitliga-Absteiger Istres geholt haben, nur überrascht, dass ihn außer uns keiner wollte. Kein einziger Verein aus Frankreich war an ihm dran.

Rangnick: „Salzburg will unter allen Umständen in die Champions League”

Die Qualitäten von Keita und Haidara sind unbestritten. Aber anders als bei Keita hat der übliche Transferweg von Salzburg nach Leipzig nicht funktioniert.
Es wurde in den vergangenen drei Jahren viel von Entflechtung gesprochen. Es ist doch völlig klar, dass ein Verein wie Salzburg im Zuge dieser Entflechtung selbst entscheiden kann, dass er seine Mannschaft zusammenhalten will. Sie wollen in diesem Jahr unter allen Umständen selbst in die Champions-League-Gruppenphase einziehen, und sie wollen auch in der Liga unbedingt Meister werden, weil der österreichische Meister 2019 zum ersten Mal seit langem wieder direkt für die Champions League qualifiziert sein wird. Das ist legitim, das gilt es zu respektieren.

Rangnick: „Werden alles versuchen, dass Amadou Haidara eines Tages bei RB Leipzig spielt”

Rechnen Sie sich bei Amadou Haidara noch Chancen aus?
Das heißt ja nicht, dass er nicht irgendwann vielleicht doch in Leipzig spielt. Wir werden jedenfalls nicht tatenlos zuschauen, dass er zu irgendeinem anderen Klub wechselt, sondern werden alles versuchen, dass er eines Tages zu uns kommt. Vorausgesetzt, er und sein Berater wollen das auch.

Gibt es eine Vor-Vereinbarung mit ihm?
Eine Vereinbarung gibt es nicht, aber dass wir den Spieler verfolgen, ist doch klar.

Red Bull Salzburg spielt am 21. und 29. August in den Play-offs gegen FK Roter Stern Belgrad um den erstmaligen Einzug in die Champions-League-Gruppenphase.

Das gesamte Interview mit Ralf Rangnick lesen Sie hier bei der Mitteldeutschen Zeitung.