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Berichterstattung zu RB Leipzig: Weitgehend objektiv, zunehmend sportlich

Wie der angekündigte Boykott der Düsseldorfer Fanszene vor wenigen Tagen nochmal verdeutlichte: Die Kritik an RB Leipzig ist nicht verebbt, bekommt aber zunehmend Seltenheitswert in der öffentlichen Wahrnehmung. Eine Studie der Hochschule Darmstadt untersuchte den deutschen Online-Sportjournalismus exemplarisch auf die Berichterstattung zu RB Leipzig, wie beim Fachjournalist nachzulesen ist.

Sportjournalismus-Studie untersucht Premierensaison von RB Leipzig

Kern der Untersuchung ist, wie objektiv die deutschen Sportmedien mit dem Verein RB Leipzig und der vielfach am Klub geäußerten Kritik umgehen. Dazu gehört neben dem allgemeinen Vorwurf der Kommerzialisierung auch das Fehlen von Tradition oder wettbewerbsverzerrende Strukturen wie die Nähe zu Red Bull Salzburg. Die Studie bezieht sich dazu exemplarisch auf die Berichterstattung von Sport1.de und Kicker Online in der Saison 2016/17.

Sport1 und Kicker berichtet weitgehend objektiv

Den Ergebnissen zufolge berichten beide Medien insgesamt hinreichend objektiv über den Verein. Die These, dass insbesondere Sportjournalisten tendenziös berichten, da sie Sympathien oder Antipathien zu bestimmten Vereinen hegen, bestätigt sich an diesem besonders polarisierenden Beispiel nicht. Lediglich Sport1 habe in Ausnahmefällen durch Zuschreibungen wie „Brauseclub“ oder „zurecht kritisiert“ eine wertende Haltung eingenommen.

Kritische Themen gehen zurück

Über die Saison verteilt sei außerdem auffällig, dass der Anteil der Themen abseits des sportlichen Abschneidens deutlich gesunken ist. Während kurz nach dem Aufstieg in die Bundesliga in beiden Medien die Kontroversen um den Verein häufig thematisiert wurden, beschränkte sich vor allem der Kicker bald überwiegend auf die sportliche Berichterstattung. Die Autoren sprechen von einem Gewöhnungseffekt, durch den sich RB Leipzig in den nächsten Jahren zunehmend etablieren könnte.

RBlive: Newsportal für Fans, aber keine Hofberichterstattung

Wenn es um Berichterstattung zu RB Leipzig geht, wird die Redaktion von RBlive natürlich besonders hellhörig. Auch wir diskutieren täglich über Inhalte und Perspektiven. Denn kein Medium ist zu 100 Prozent objektiv – und das wollen wir auch nicht sein. Denn wir schreiben in erster Linie für Fans. Trotzdem versuchen wir, ein vollständiges Bild zu zeichnen. Dazu gehört, genau wie für die eigenen Anhänger, auch mal kritisch nachzufragen. Deswegen wird es in Zukunft noch stärker Qualitäts-Inhalte wie Kommentare, Interviews und Recherchen geben. Und diese wollen wir noch besser vom täglichen Newsticker absetzen.