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„Zu einfache Gegentore”: Forsberg und Kampl kritisieren Defensive und Torausbeute

Held des Abends mit kritischen Tönen: Emil Forsberg (Foto: imago).

Held des Abends mit kritischen Tönen: Emil Forsberg (Foto: imago).

Kollektives Aufatmen bei RB Leipzig: Nach dem 3:2-Erfolg in letzter Minute gegen Luhansk rühmen die Spieler von RB Leipzig die Mentalitätsleistung des Teams. Doch den Kickern ist auch bewusst, dass sie dringend etwas am Defensivverhalten ändern müssen.

Willi Orban: „Ganz wichtiger Sieg – vielleicht für die ganze Saison”

Im K.o.-Spiel gegen Luhansk musste das Team von Trainer Ralf Rangnick fast eine gesamte Halbzeit lang zittern und kämpfen, ehe Emil Forsberg der Siegtreffer per Elfmeter gelang (90.). „Nach dem 1:2 war das ein scheiß Gefühl”, sagte der Held des Abends. „Aber als JK und ich reinkamen, war klar, wir müssen die Jungs pushen, wir müssen die Mannschaft wieder auf die richtige Spur bringen”, so Forsberg. „Wir haben es dann gut gemacht, viele Chancen herausgespielt und vor allem Mentalität gezeigt. Zwei Tore zu schießen, ist nicht einfach gegen einen solchen Gegner.”

Kapitän Willi Orban maß dem Erfolg sogar entscheidende Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf bei. „Kurzzeitig habe ich gezweifelt, ob wir es am Ende schaffen”, sagte der Kapitän. „Aber das zeugt von Mentalität, die haben wir in der letzten halben Stunde gezeigt und darauf können wir stolz sein. Das war heute ein ganz wichtiger Sieg – vielleicht für die ganze Saison.”

Kampl: „Waren geknickt, aber haben uns nicht aufgegeben”

Und auch Spielmacher Kevin Kampl rühmte die Willensleistung des Teams: „Wir waren geknickt nach dem 1:2, aber wir haben uns nicht aufgegeben. Vielleicht haben wir so ein Spiel mal gebraucht für die Mentalitätsleistung, die war heute top.”

Doch in einem waren sich alle RB-Spieler einig: „Wir bekommen zu einfache Gegentore. Das tut weh. So machen wir es uns selbst schwer”, kritisierte Forsberg stellvertretend. „Da müssen wir uns enorm verbessern. Das müssen wir als gesamte Mannschaft besser machen.”

Beide Tore entstanden über die linke Abwehrseite. „Beim zweiten Gegentor stehen wir nicht gut, machen den letzten Schritt nicht drauf und lassen ihnen zu viel Raum. Dann kann der Gegner das ausspielen”, monierte Kampl, der zuvor dem Ball im Mittelfeld verloren hatte. Doch auch beim ersten Treffer, dem eine abgefälschte Flanke vorausging, verpassten es die Leipziger eher zu attackieren und die Flanke zu verhindern.

Riesiger Aufwand, schlechte Chancenverwertung

Bereits in Dortmund war RB das bessere Team gewesen, hatte aber in der Rückwärtsbewegung und im eigenen Strafraum zu nachlässig bei Standards und Flanken agiert. Unterm Strich stehen aus den vergangenen beiden Pflichtspielen sechs Gegentore zu Buche. Ein Schnitt, mit dem RB in dieser Saison nicht erfolgreich sein wird.

Dass die Spiele trotz tollen Starts und frühen Toren derart kippen, sei auch ein Problem der Chancenverwertung, analysierte Kampl. „Wir betreiben einen riesigen Aufwand, aber wir verpassen es, nach dem frühen Führungstor noch eins nachzulegen. Wenn wir es schaffen, das 2:0 oder 3:0 zu machen, dann sind solche Spiele manchmal schon zur Pause vorbei”, so der Mittelfeldmann. „Wenn wir schon die Großchancen zum zweiten Tor haben, können wir auch das 2:0 nachlegen. Da können wir uns verbessern.” (ulk/RBLive)