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Forsberg-Comeback gegen Düsseldorf? Rangnick zögert

Von Martin Henkel
Ein Herz und eine Seele scheint bei RB Leipzig und Emil Forsberg vorerst Vergangenheit zu sein. (Foto: Imago)

Ein Herz und eine Seele scheint bei RB Leipzig und Emil Forsberg vorerst Vergangenheit zu sein. (Foto: Imago)

Neben Dayot Upamecano und Bruma fällt vermutlich auch Kevin Kampl für das Spiel gegen Düsseldorf aus. Sollte das der Fall sein, steht ein Spieler als Ersatz bereit, der nach fast vier Monaten Verletzungspause von sich selber sagt: „Ich bin wieder da!“

Die Rede ist von Emil Forsberg, der am Mittwoch seine Leidenszeit wegen Problemen in der Leiste für beendet erklärt hatte. Der Schwede trainiert seit zwei Wochen wieder mit der Mannschaft, hatte aber in dieser Zeit bereits schon wieder Knieprobleme, wie RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick verriet. Ein extra für Forsberg angesetztes Testspiel gegen den 1. FC Magdeburg vergangenen Sonntag konnte der 27-Jährige deshalb nicht bestreiten.

Eine Frage der Wettkampfhärte

Reicht es jetzt aber für einen Einsatz gegen Düsseldorf? Rangnick sagte dazu am Freitag: „Zunächst mal sind wir sehr froh, dass er mit seiner Leiste keine Probleme mehr hat und auch die Knieprobleme ausgestanden sind. Jetzt ist es eine Frage der Wettkampfhärte und der Widerstandsfähigkeit, ob man ihn am Sonntag nach fast vier Monaten Pause wieder bringen kann. Das will ich nicht ausschließen, aber es macht nur Sinn, wenn er 15, 20 vielleicht auch 30 Minuten einsatzfähig ist.“

Also eher nicht. Rangnick ließ durchblicken, dass ein Comeback am Sonntag zu früh kommt. In erster Linie liegt das an der Schwere der Probleme, die Forsberg mit seinen Leisten und an der Schambeinfuge hat. Diese hatten ihn auch schon in der Vorsaison einige Wochen außer Gefecht gesetzt. Es steht deshalb die Frage im Raum, ob der Spielmacher der Sachsen überhaupt jemals wieder an sein Leistungslimit herankommen wird.

Rangnick ist guter Dinge, will aber nichts überstürzen. Er könne deshalb noch nicht „seriös beantworten“, wie weit Forsberg bereits sei, ob wirklich fit und außer Gefahr, sich nicht gleich wieder zu verletzen.

Rangnick sieht Forsberg auch nächstes Jahr bei RB

Auch deshalb rücken Fragen nach seiner Zukunft in Leipzig oder anderswo in den Hintergrund. In den vergangenen Transferperioden, immer im Sommer, hatte es Gerüchte um einen möglichen Wechsel gegeben. Forsbergs Berater Hasan Cetinkaya hatte ganz offen erklärt, sein Klient wünsche, den Verein zu wechseln. Auch im WM-Sommer 2018 sei das wieder der Fall gewesen, wie Rangnick bestätigte. „Wir haben uns aber sehr bemüht, ihn hier zu halten.“

Nicht zuletzt deshalb bewertete Rangnick Forsbergs Aussagen zum bereits getätigten Sommertransfer, Salzburg-Profi Hannes Wolf, als gutes Zeichen, „dass Emil nächstes Jahr auch noch bei uns spielt“. Wolf agiert wie Forsberg vornehmlich im offensiven Mittelfeld. Ob ihm das Druck mache, wurde der Schwede deshalb am Mittwoch gefragt. Forsberg antwortete: „Nein, ich kann Hannes Wolf bestimmt noch einiges zeigen.“

Rangnick sieht also gute Chancen, dass sein Regisseur ein weiteres Jahr dranhängt. „Vertrag hat er ja noch.“ Bis 2022. „Ich gehe davon aus, dass er auch nächste Saison für uns spielt, wenn wir eine gute Rückrunde spielen.“

Rangnick über Emil Forsberg: „Überhaupt wieder auf höchstem Niveau spielen”

Und falls nicht? Rangnick will sich mit solchen Szenarien gerade nicht beschäftigen. „Dass Emil uns sehr gut tun würde, ist klar“, sagte er. Entscheidend aber sei im Moment gerade nur, „dass er gesund bleibt. Das war ein Jahr lang nicht der Fall. Jetzt geht es erst einmal darum, dass er überhaupt wieder auf höchstem Niveau spielen kann, und nicht wo.“

Dass Wolf als Backup geholt wurde, verneinte Rangnick. Zum Teil jedenfalls. „Dass wir auf der Position Bedarf haben“, habe man „nach Emils Ausfall“ ja gesehen. Als Zeichen, dass man sich auf einen Abgang des Schweden vorbereitet, sei das aber nicht zu bewerten. „Hannes Wolf kann das zwar auch spielen, aber er spielt in Salzburg auch im Sturm. Deshalb sehe ich ihn in der Offensive auf allen Positionen.“