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„Mit Macht ins Tor hämmern”: Klostermanns Schuss ins Glück

Von Ullrich Kroemer, Nürnberg.
„Alles reingeschmissen”: Lukas Klosterman gegen Nürnbergs Mikael Ishak (Foto: imago).

„Alles reingeschmissen”: Lukas Klosterman gegen Nürnbergs Mikael Ishak (Foto: imago).

Lukas Klostermann nahm die Kopfballverlängerung von Ibrahima Konaté sauber an und zog mit einem satten Vollspannstoß ab. Durch seinen Treffer des Tages bei RB Leipzigs 1:0 beim 1. FC Nürnberg avancierte der 22-Jährige zum Matchwinner.

„Den Ball wollte ich mit aller Macht ins Tor hämmern”, sagte Klostermann. Was ihm eindrucksvoll gelang. Zufall war der Treffer nicht. „Ich soll bei Eckbällen auf den zweiten Pfosten gehen und habe genau auf die Position spekuliert, wo der Ball dann zum Glück auch hingekommen ist.”

Satter Schuss: Lukas Klostermann erzielte gegen den 1. FC Nürnberg seinen dritten Saisontreffer (Foto: imago).

Satter Schuss: Lukas Klostermann erzielte gegen den 1. FC Nürnberg seinen dritten Saisontreffer (Foto: imago).

Torjäger-Duell zwischen Orban und Klostermann

Es war nach seinen Treffern gegen Leverkusen und Bremen bereits Klostermanns drittes Saisontor. Damit gehört er zu den torgefährlichsten Abwehrspielern der Bundesliga. Nur Kollege Willi Orban (4) hat mehr Tore erzielt. „Vielleicht hole ich ihn ja noch ein”, sagte Klostermann lächelnd. Spielführer Orban lobte: „Als Verteidiger ein Tor zu schießen, ist ein unbeschreibliches Gefühl. Das hat er sich verdient durch die Arbeit, die er reinsteckt.”

Wie es Trainer Ralf Rangnick gelungen ist, den stillen U21-Nationalspieler wieder in Form zu bringen, gehört zu den Überraschungen der Saison. In der vergangenen Spielzeit hatte Klostermann oft ohne Selbstvertrauen an der Seitenlinie geklebt und hatte Alibi-Pässe gespielt, wenn der gegnerische Strafraum in Sicht war, um bloß keine Fehler zu machen. Um mehr Dampf auf der wichtigen Rechtsverteidigerposition zu erzeugen, schulte Trainer Ralph Hasenhüttl sogar Mittelfeldspieler Konrad Laimer um, um eine Alternative zu Klostermann zu haben.

Lukas Klostermann: „Nicht nur bei mir zeigt die Formkurve nach oben”

Nach holprigem Saisonstart mit Knieproblemen, als ihm Nordi Mukiele den Rang abzulaufen drohte, hat Klostermann aktuell eine so breite Brust wie zuletzt in der 2. Liga bei RB. Das zeigte nicht nur sein Vollspanntor. Generell schaltet sich der Modellathlet aus dem Ruhrpott offensiv immer wieder gefährlich mit ein, ist gut im Strafraum postiert und hatte in Nürnberg auch in der Anfangsphase schon einen gefährlichen Abschluss.

Defensiv lässt er kaum etwas zu, gehörte auch in Nürnberg zu den zweikampf-, sprint- und laufstärksten Spielern (11,47 Kilometer) und stopft durch sein Tempo und seine Athletik viele Löcher. „Nicht nur bei mir zeigt die Formkurve nach oben, sondern so gut wie bei jedem in der Mannschaft. Wir harmonieren gut, stellen uns gut auf die Spiele ein und holen gute Ergebnisse”, sagte Klostermann zufrieden.

Lukas Klostermann: „Jeder hat sich auf dieses Kampfspiel eingelassen”

Arbeitssiege wie der beim Tabellenletzten machen dem beim VfL Bochum ausgebildeten, einstigen Leichtathleten am meisten Spaß. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, dass wir uns zu 100 Prozent auf dieses Kampfspiel eingelassen und alles reingeworfen haben. Jeder leistet seinen Beitrag dazu”, betonte er. „Deswegen geht der knappe Sieg auch in Ordnung.”

Über seinen guten persönlichen Lauf und den von RB Leipzig denkt Klostermann nach eigenem Bekunden gar nicht groß nach. Sein Motto im Saisonschlussspurt auf dem Weg zu Champions-League-Qualifikation und DFB-Pokalfinale: „Einfach so weiter”.