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Doppeltorschütze Klostermann hadert: Meisterschaft „hat sich jetzt erledigt”

Fünf Saisontreffer: Lukas Klostermann (Foto: imago).

Fünf Saisontreffer: Lukas Klostermann (Foto: imago).

So ein klein wenig haben RB Leipzigs Spieler doch daran geglaubt, an die Minimalchance auf den Titel. „Die Chance lag nicht bei null Prozent. Wenn die Chance besteht, sollte man auch dran glauben. Aber das hat sich ja jetzt eh erledigt”, sagte Lukas Klostermann nach dem 3:3 (2:1) beim 1. FSV Mainz 05 enttäuscht. Und auch Kapitän Willi Orban sagte: „Die theoretische Chance war vor dem Spiel da, doch dafür hätten wir gewinnen müssen. Deswegen ist es jetzt auch durch.”

Zwar hielt Leipzigs Serie von nun 14 ungeschlagenen Spielen in Serie – neuer Rekord für den Klub in der Bundesliga. Doch dass RB 2:0- und 3:1-Vorsprünge aus der Hand gab, wurmte die Akteure. „Ein Punkt fühlt sich am Ende bitter an”, ärgerte sich Klostermann, der zweimal nach Vorlage von Timo Werner getroffen hatte. „Es ist extrem ärgerlich, dass wir die Führung nicht über die Zeit gebracht haben.”

Lukas Klostermann wie entfesselt

Doch insbesondere offensiv zeigten die Leipziger ein spektakuläres Spiel. Neben Torjäger Timo Werner, der seine Topform wiedergefunden hat (zwei Assists, ein Tor), agierte vor allem Klostermann wie entfesselt. Der Jung-Nationalspieler strotzt derzeit vor Selbstvertrauen, schaltete sich gerade bei Kontern immer wieder mit nach vorn ein, tauchte regelmäßig vor dem gegnerischen Tor auf und erzielte seinen ersten Bundesliga-Doppelpack.

Beim 1:0 eroberte er den Ball selbst und lief beim folgenden Konter bis kurz vors Tor durch, wo Werner den Ball querlegte (20.). Beim 2:0 nach einem Steckpass lupfte der Mann aus Herdecke im Ruhrgebiet die Kugel technisch elegant über Mainz‘ Keeper Florian Müller (32.) hinweg ins Netz.

Drittes Tor war möglich – Klostermann: „Nehme das Werner nicht übel”

Kurz darauf hätte Klostermann sogar sein drittes Tor zum Hattrick erzielen können, als er erneut frei im Strafraum auftauchte. Doch Werner entschied sich, selbst zu schießen, anstatt erneut auf den besser postierten Kollegen querzulegen (36.). „Ich habe ihn zwar gerufen, und Timo hat das auch gehört”, kommentierte Klostermann, „aber ich nehme ihm das nicht übel.” Kurz vor Schluss hatte der 22-Jährige den Siegtreffer auf dem Fuß, als er dynamisch zum Strafraum zog, aber knapp neben das Tor verzog (86.).

Durch die Aufstellung mit Fünferkette hatte Klostermann jede Menge taktischen Freiraum und nutzte den perfekt. Nur einmal ließ er sich überrumpeln, als ihn Karim Onisiwo austanzte und zum 2:1 (43.) traf. Alles in allem ein „verrücktes Spiel”, wie Klostermann trocken bilanzierte.

Ralf Rangnick: „Unterhaltungswert sollte im Vordergrund stehen”

Das torreiche Spektakel gefiel überraschenderweise sogar RB-Trainer Ralf Rangnick. „Das war Unterhaltung pur, so kann Fußball sein, wenn zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die nicht mehr so brutal auf die Tabelle schauen müssen”, sagte Rangnick. „Der Unterhaltungswert sollte im Vordergrund stehen.” So erklärte der Trainer auch, dass er in der zweiten Hälfte nicht Diego Demme brachte, sondern Amadou Haidara (70.). „Das hätte ich wohl eher nicht gemacht, wenn wir die drei Punkte noch auf Teufel komm raus gebraucht hätten.” (RBlive/ukr)