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„Versüßter Abschied“ am Sonntag: Schafft Nagelsmann die Europa League?

Julian Nagelsmann kann es mit Hoffenheim noch in die Europa League schafen. Foto:imago/Sven Simon

Julian Nagelsmann kann es mit Hoffenheim noch in die Europa League schafen. Foto:imago/Sven Simon

Am Sonntag wird Julian Nagelsmann im Trainingszentrum noch sein Büro ausräumen, dann ist der Erfolgstrainer der TSG Hoffenheim endgültig auf dem Absprung nach Leipzig.

Europa League würde Abschied versüßen

Bei der TSG will er noch maximal erfolgreich sein, der Verein ist ihm über die Jahre ans Herz gewachsen. „Ich hatte nie das Gefühl, ich muss schauspielern. Ich konnte verrückt sein, nachdenklich, ernst, locker, fokussiert, inhalts- und erfolgsgetrieben, es war immer sehr angenehm“, sagt er über die Mannschaft. Bei RB Leipzig wird er sich ein solches Verhältnis erst einmal wieder aufbauen müssen. Aber noch steht ein Spiel an. „Der Abschied würde versüßt werden, wenn wir die Europa League erreichen. Es war eine unglaubliche Reise. Jetzt haben wir nochmal 90 Minuten, wo ich einen ordentlichen Job machen will“, sagte Nagelsmann am Donnerstag.

Bekommt er RB Leipzig auf die nächste Stufe?

Zuletzt geriet er auch bei seinen eigen Spieler in die Kritik. Nagelsmanns Übungseinheiten sind für Außenstehende mitunter kaum zu durchschauen, für seine Profis richtig Stress. Die meisten Neuzugänge brauchen erstmal ein paar Monate, um sich da zurechtzufinden – blühen dann aber auf. Der „DFB-Trainer des Jahres“ 2017 hat aus einst mittelmäßigen Erstliga-Profis wie Kerem Demirbay oder Nico Schulz Nationalspieler gemacht, Defensivspezialisten wie Benjamin Hübner oder Kevin Vogt auf ein ganz anderes Niveau gehoben oder Talente wie Niklas Süle und Nadiem Amiri zu überaus begehrten Profis geformt.

Nagelsmann über seinen Karriereweg

Bei seiner nächsten Station RB Leipzig wird sich zeigen, ob er auch das Zeug für eine internationale Karriere hat. Dankbar blickte er zurück auf Februar 2016, als ihn die TSG auf den Chefsessel hievte. „Es war schon ein sehr, sehr großes Risiko, was aber gut ging. Wie – das weiß ich auch nicht mehr. Sonst wäre die Karriere wohl vorbei gewesen“, sagte er. Vor gut einem Jahr kam dann die Bekanntabe seines Wechsels zu RB.

Das tat er nur, weil es so viele Gerüchte um Angebote von Tottenham und Dortmund gab. „Ich habe das gemacht, um den Verein zu schützen.“ Ab Sonntag kann er sich ganz auf Leipzig konzentrieren. Ob er nicht eigentlich mal eine Pause bräuchte? „Vielleicht wird es Momente geben, in denen ich durchschnaufen muss, aber jeder, der mit mir tagtäglich zu tun hat, ist eher gestresst von meiner Energie. Ich bin sehr selten müde und habe nicht das Gefühl, ein Jahr Pause bringt mich extrem nach vorne. Eher die Menschen, die mit mir zu tun haben, nach hinten.“ Klingt ganz nach Ralf Rangnick…

(dpa/msc)