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„Kein Verständnis” RB Leipzig kritisiert Landesregierung – Geisterspiele als Wettbewerbsnachteil

Leere Ränge bei vorerst drei Spielen bei RB Leipzig.

Leere Ränge bei vorerst drei Spielen bei RB Leipzig.

Der deutsche Vizemeister RB Leipzig hat betroffen, aber erneut mit Kritik an der Landesregierung auf die neuen Corona-Regelungen in Sachsen reagiert. Der Fußball-Bundesligist befürchtet aufgrund der Geisterspiele in den nächsten Wochen einen sportlichen Nachteil. Man müsse erneut ohne Fans in der heimischen Arena spielen, nachdem man so sehr gehofft hatte, das hinter sich lassen zu können. „Auch für unsere Fans tut es uns leid, dass wir sie nicht im Stadion begrüßen können - Fußball ohne Fans ist einfach ein anderes Spiel. Dazu kommt der sportliche Wettbewerbsnachteil, da wir derzeit der einzige Erstligist sind, der seine kommenden Heimspiele vor leerer Kulisse austragen muss“, teilte RB am Samstag auf dpa-Anfrage mit.

Sachsen will von Montag an angesichts rasant steigender Corona-Zahlen wieder Zuschauer im Profisport untersagen. Das teilte die Regierung am Freitagabend mit. Die Regelungen, zu denen auch Geisterspiele zählen, gelten zunächst bis zum 12. Dezember. Davon ist auch der Profisport betroffen. RB spielt am 28. November gegen Bayer Leverkusen und am 11. Dezember daheim gegen Borussia Mönchengladbach. In der Champions League steht das Spiel gegen Manchester City am 7. Dezember auf dem Programm.

Der Bundesligist zeigte sich aufgrund der Situation im Freistaat besorgt. „Daher akzeptieren und respektieren wir die neue Gesetzeslage, denn wir haben Verständnis dafür, dass jetzt alles getan werden muss, um den weiteren Anstieg der Corona-Infektionen zu stoppen“, hieß es weiter. Doch es wurde auch Kritik laut: „Kein Verständnis haben wir aber dafür, dass es die sächsische Regierung überhaupt zu dieser Situation hat kommen lassen – die höchste Infektionsrate aller Bundesländer einhergehend mit der niedrigsten Impfquote ist ein Beleg dafür, dass die Politik es in Sachsen bislang nicht geschafft hat, tragfähige Konzepte umzusetzen, um die Pandemie wirksam einzudämmen.“

LSB Sachsen kritisiert Landespolitik

Auch Christian Dahms hat als Generalsekretär des Landessportbundes Sachsen den erneuten Lockdown im Freistaat kritisiert. „Der erneute ‚Lockdown‘ und damit verbunden der Stillstand des organisierten Sports in Sachsen ist ein herber Schlag für das gesamte System und führt es an seine Grenzen“, sagte Dahms der Leipziger Volkszeitung und betonte: „Die ganzheitliche Vollbremsung für das aktive Sportgeschehen samt Einstellung des regulären Spiel- und Wettkampfgeschehens gefährdet das grundsätzliche Überleben vieler sächsischer Vereine und Verbände.“

Er kritisierte die neuen Regelungen aus deshalb, weil Lösungen aus dem Sport von der Politik ignoriert worden sei: „Leider wurden diese nicht angenommen und sowohl im Sport als auch in der Kultur komplett dicht gemacht, während weiterhin täglich 100.000 Menschen ohne personalisiertes Ticket zur Kontaktverfolgung und FFP2-Maske shoppen können.“

Auch Fitnessstudios, Saunen und Schwimmhallen müssen mit Ausnahme des Schul-, Leistungs-, Reha- und Profi-Sports dicht machen. Im Amateursport sind bis zum 12. Dezember Training und Wettbewerbe drinnen und draußen untersagt. Nur Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr dürfen weiter trainieren, die Trainerinnen und Trainer müssen aber geimpft oder genesen oder getestet (3G) sein. Der Breitensport findet ebenfalls ohne Zuschauer statt. Der genaue Wortlaut der sächsischen Corona-Notfall-Verordnung soll noch an diesem Samstag von der Staatsregierung veröffentlicht werden. (RBlive/dpa)