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Sportdirektor Krösche im Interview „Haben das Ziel, die Saison zu Ende zu spielen”

„Wir tragen der Situation Rechnung, indem wir erstmal weitgehend isolieren und frei machen”: Markus Krösche.

„Wir tragen der Situation Rechnung, indem wir erstmal weitgehend isolieren und frei machen”: Markus Krösche.

RB Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche hat am Samstagvormittag in einer Telefonkonferenz erklärt, wie RB Leipzig mit der Corona-Pandemie umgeht und Fragen dazu von RBlive/Mitteldeutscher Zeitung sowie anderen Journalisten beantwortet:

Welche Entscheidung haben Sie für Ihre Spieler und Mitarbeiter getroffen, was Präsenz bei Training und in der Akademie angeht?
Markus Krösche: Wir haben intensiv darüber diskutiert in den letzten Stunden. Da die Ereignisse sich stündlich überholen, ist es nicht ganz einfach eine Entscheidung zu treffen. Heute morgen habe ich mich dann vor die Mannschaft gestellt und ihr gesagt, dass wir zwei Tage länger frei machen als geplant. Die Mannschaft trainiert am Samstag, hat zwei Tage frei und bekommt dann individuelle Laufpläne, die die Spieler von Dienstag bis Donnerstag absolvieren. Ab Freitag werden wir wieder ganz normal mit dem Training beginnen und versuchen, unsere Inhalte auf den Platz zu bekommen und Rhythmus zu kriegen, um uns auf das Spiel nach dem zweiten April – Stand heute gegen Hertha – optimal vorzubereiten. Das gilt auch für alle Mitarbeiter bei uns im Profibereich.

„So wenig Kontakt mit anderen Menschen und Gruppen wie möglich”

Welche Maßnahmen gibt es noch, um das Infektionsrisiko zu minimieren?
Wir haben den Spielern einen Verhaltenskatalog mit an die Hand gegeben, wie sie sich in den nächsten Tagen verhalten sollten. Sie sollten zu anderen Personen auf Distanz gehen, sind angehalten, in Leipzig bleiben und so wenig Kontakt mit anderen Menschen oder gar Gruppen haben wie möglich, um auszuschließen, dass es Ansteckungen gibt. Das ist keine Isolation im Sinne einer Quarantäne, aber sie sollen bewusst entscheiden, wo sie hingehen und mit wem sie sich treffen. Größere Gruppe und öffentliche Orte wie Kaufhäuser sollen sie meiden.

Haben Sie erwogen, das Training im Sinne der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für einen längeren Zeitraum ganz abzusagen?
Wir tragen der Situation ja Rechnung, indem wir erstmal weitgehend isolieren und frei machen. Aber wir müssen auch davon ausgehen, dass wir wieder ganz normal Bundesliga-Fußball haben und darauf müssen wir uns professionell vorbereiten. In einer knappen Woche wird man dann sehen, wie sich die Krankheit entwickelt, ob man etwa in Gruppen trainieren muss. Das wird in den nächsten Tagen entschieden. Wir sind im sportlichen Bereich jeden Tag im Austausch, arbeiten zum Beispiel mit Analysen trotzdem professionell weiter.

Wie hat die Mannschaft die Nachricht aufgenommen, wie ist die emotionale Lage?
Das ist für alle eine sehr ungewöhnliche Lage. Zuletzt hat die Liga kurz nach dem zweiten Weltkrieg ausgesetzt. Mit dieser Situation hat keiner von uns gerechnet. Aber die Jungs haben das professionell aufgenommen und verstanden.

Es macht wenig Sinn, dass sie sich mit 20 Mann zum Playstation-Spielen treffen.
Markus Krösche über Verhaltensregeln für die Spieler

Dürfen sich die Spieler untereinander treffen?
Es macht wenig Sinn, dass sie sich mit 20 Mann zum Playstation-Spielen treffen. Es gibt die Möglichkeit, online Playstation zu spielen. Somit kann jeder bei sich zu Hause bleiben. Sie sollen den Kontakt bewusst minimieren. Wenn sich jetzt Sabi (Marcel Sabitzer, Anm.d.red.) und Timo (Werner) treffen, dann ist das nicht verboten, aber sie sollen im Sinne aller die Zeit für sich nutzen und ein bisschen isoliert ausruhen.

Welche Regeln gelten für den Nachwuchs?
Da ist der Einschnitt noch härter. Der Trainingsbetrieb im Nachwuchs wird komplett eingestellt, Spielbetrieb sowieso. Dadurch dass die Schule in den nächsten Wochen ausfallen wird, dürfen alle Internatsspieler nach Hause zu ihren Eltern fahren und können bei ihren Familien sein. In der Akademie versuchen wir die Aktivität auf das Mindestmaß herunterzufahren, um eine so geringe Ansteckungsgefahr wie möglich zu gewährleisten.

Was gilt für die Mitarbeiter?
Der Geschäftsbetrieb soll möglichst normal weiterlaufen. Aber 70 bis 80 Prozent soll von zu Hause aus geregelt werden: via Telefon und Skype. Wir wollen die Anzahl der Menschen, die sich in der Akademie aufhalten so gering wie möglich haben.

„Keiner weist Symptome auf”: Aktuell sind Spieler und Staff gesund

Haben Sie die Möglichkeit, Spieler zu testen? Es wird ja nur eine Frage der Zeit sein, bis das Virus wie in Paderborn auch einzelne Spieler und Mitarbeiter erreicht.
Stand jetzt sind alle gesund, keiner weist Symptome auf. Damit wir die Wahrscheinlichkeit reduzieren, dass sich jemand infiziert, haben wir die Maßnahmen ergriffen.

Was gibt Ihnen denn die Hoffnung, dass man in drei, vier Wochen wieder spielen kann?
Das ist schwierig zu beurteilen. Aber das ist nun mal der aktuelle Stand. Das ist beschlossen worden. Aber selbst Experten sind sich uneins über die Verläufe. Das hat man ja auch an der Dynamik der vergangenen Tage gesehen. Wir warten ab, wie sich das in den nächsten Tagen und Wochen weiterentwickelt.

Viele Vereine befürchten, durch die ausfallenden Zuschauereinnahmen in Schieflage zu geraten. Wie ist RB Leipzig da aufgestellt?
Am Montag gibt es ja bei der Mitgliederversammlung eine Sitzung, wo Strategien und Szenarien besprochen werden. Aktuell kann man noch keine verlässlichen Aussagen dazu machen, welche Auswirkungen das haben kann. Es wird und muss Maßnahmen geben, damit der Schaden so gering wie möglich ausfällt. Wir haben eine Ausnahmesituation.

Wie ist Ihre persönliche Meinung: Sollte die Saison mit Geisterspielen zu Ende gespielt werden oder sollte man besser abbrechen, wenn die Fans nicht dabei sein dürfen?
Das hängt ja hinsichtlich des Zeitplans auch davon ab, was Uefa und Fifa am Dienstag bezüglich der Europameisterschaft entscheiden. Wir sollten alle das Ziel und Interesse daran haben, die Saison zu Ende zu spielen. Unter welchen Rahmenbedingungen muss man je nach Infektionsverlauf sehen. (RBlive/ukr)

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