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Nach Kurswechsel RB Leipzig erntet Kritik für Alleingang

Mit leeren Rängen ist bei RB Leipzig bald Schluss.

Mit leeren Rängen ist bei RB Leipzig bald Schluss.

Unmut bei Fans, Funktionären und in der Politik: Die Entscheidung des Leipziger Gesundheitsamts zur Fanrückkehr bei RB Leipzig stößt nicht auf einhellige Zustimmung. "Wir denken, dass Eigeninteressen dort ganz klar im Vordergrund stehen", sagte Vorstand Jost Peter von der Fan-Organisation "Unsere Kurve". In Fan-Kreisen sei es eigentlich nicht verwunderlich, "dass eine Marketinggesellschaft, die nebenbei Fußball spielt, einen seit Wochen verkündeten Alleingang macht", fügte Peter hinzu. Das Bündnis habe immer darauf bestanden, dass es einen solidarischen Umgang unter den Vereinen und Fans gebe.
Stand heute darf RB ab dem Bundesliga-Auftakt am 20. September gegen Mainz 05 vor 8.500 Zuschauern spielen, die Mainzer dürfen nur 1.000 Anhänger ins Stadion lassen. Bei anderen Vereinen steht eine Entscheidung der lokalen Behörden noch aus. "Da kann man schon mal von Wettbewerbsverzerrung sprechen", so Peter.

DFL akzeptiert einen "Flickenteppich"

Für das Warten auf eine gesamtdeutsche Regelung zur Rückkehr von Zuschauern fehlt aber nicht nur RB Leipzig die Geduld. Mit der Zulassung von bis zu 4.500 Fans setzt Bundesligist 1. FC Union Berlin am Samstag beim Test gegen den 1. FC Nürnberg das nächste Signal für den wachsenden Willen der Branche, die Geisterspiele zu beenden. "Die Liga muss selbst überlegen, ob sie jetzt tatsächlich einen Flickenteppich will", mahnt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stellvertretend für viele Warner aus der Politik. "Jetzt wieder Fußballspiele mit Fans zu erlauben, während gleichzeitig die Infektionszahlen steigen, wäre ein schlechtes Signal", sagte der CSU-Chef der Passauer Neuen Presse. Der 53-Jährige fordert "für die Bundesliga einheitliche Regeln" für die Rückkehr des Publikums in die Arenen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nannte die Leipziger Entscheidung "unsportlich und epidemiologisch falsch." Unsportlich, weil andere Vereine ohne Genehmigung im Nachteil seien. "Und am Beginn der zweiten Welle sendet es das völlig falsche Signal, die Gefahr der Pandemie sei gebannt", so Lauterbach. Die Antwort des Fußballs ist klar: Lieber Flickenteppich als gar keine Fans.

Nagelsmann ändert seine Meinung

"Das ist keine Entscheidung aus dem Bauch heraus, sondern dies ist wissenschaftlich begründet", sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann am Freitag zum heiß diskutierten Leipziger Modell. Nagelsmann warnte davor, aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten eine Neid-Diskussion zu entfachen. "Als es damals um die Öffnung von Restaurants ging, gab es auch viele Neid-Diskussionen. Das kann ich nicht nachvollziehen. Es ist doch besser, wenn zwei Restaurants offen haben, als wenn keines geöffnet hat", sagte der 33-Jährige.

Damit revidierte er allerdings auch eigene Aussagen aus dem März. "In der Bundesliga muss es fair bleiben mit einer einheitlichen Lösung. Da darf man nicht zwischen Bundesländern mit mehr oder weniger Infizierten unterscheiden", sagte er damals zum Thema Geisterspiele.

Neuhaus gegen individuelle Regeln

Ebenfalls kein Blatt vor dem Mund nahm Arminia Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus. Dass an jedem Standort individuelle Regeln getroffen würden, sei „nicht zu akzeptieren“, sagte der Coach des Bundesliga-Aufsteigers. "Es kann nicht ein Verein mit Zuschauern spielen, während die anderen in die Röhre gucken“, sagte Neuhaus. "Wenn ich Funktionär des FC Bayern München wäre, würde mich diese Nachricht schon sauer stimmen. Leipzig ist ein Konkurrent und wenn Bayern als Triple-Sieger ohne Zuschauer spielen muss, dann ist das ein schmaler Grat", meinte Mikayil Kabaca, der Sportliche Leiter vom Zweitligisten SV Sandhausen.
In Leipzig wurde die Entscheidung überwiegend positiv aufgenommen. „Es ist eine großartige Nachricht – vor allem für unsere Fans, aber auch für das Team“, sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann. Nicht jeder im Lande ist dieser Meinung.

(RBLive/dpa/sid/fri/msc)