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„In Leipzig ist das Maß an Erträglichem voll” VfL-Ultras boykottieren Spiel bei RB

„Statistenrolle in diesem Schauspiel zu verweigern”: Die Bochumer Ultras bleiben dem Spiel bei RB Leipzig fern.

„Statistenrolle in diesem Schauspiel zu verweigern”: Die Bochumer Ultras bleiben dem Spiel bei RB Leipzig fern.

Etwa 500 Bochumer Fans werden am Samstag beim Abendspiel zwischen RB Leipzig und Aufsteiger VfL (18.30 Uhr/Sky) dabei sein. (Die Bezeichnung Topspiel passt beim Duell zwischen dem Tabellenzehnten und dem 17. nicht so recht.) Mehr Fans aus dem Ruhrpott werden ihr Team nicht in Leipzig unterstützen, weil die Ultras des VfL in schöner Zweitliga-Tradition zu einem Boykott aufgerufen haben. 

In einem aus der Schublade geholten, in Teilen veralteten und lediglich ergänzten Statement von 2014 erklären die Ultras Bochum, weshalb sie nach wie vor nicht nach Leipzig reisen mögen. 

„Ekelhafte Symptome der Anwendung marktwirtschaftlicher und damit profitmaximierender Logik auf den Mikrokosmos Fußball”

„Wir sind uns im Klaren darüber, dass Red Bull der selben Logik folgt wie es andere Fußballvereine tun. Wer sich jedoch auf die Fahne schreibt, ,gegen den modernen Fußball’ einzustehen, der muss diesen Slogan auch mit Leben füllen. Dies tun wir, indem wir im Hinblick auf das Tolerieren von Auswüchsen dieses vielzitierten ,modernen Fußballs' – was auch immer man von diesem auch zweifelhaften Ausdruck halten mag – eine rote Linie ziehen. Diese überschreitet das Leipziger Konstrukt. Auch anderswo gibt es bereits ekelhafte Symptome der Anwendung marktwirtschaftlicher und damit profitmaximierender Logik auf den Mikrokosmos Fußball (Kartenpreise, soziale Verdrängung, etc.), doch in Leipzig ist das Maß an Erträglichem schlicht voll. Auch der bisherige Umgang mit Kritikern vor Ort bestärkt uns darin, von Beginn an die Statistenrolle in diesem Schauspiel zu verweigern.”

Übrigens: Vor dem nächsten Boykott könnten die Bochumer einige Passagen ihres Manifestes aktualisieren. „Auch der kürzlich durch die Medien gegangene Fall Massimo Bruno hat einen ähnlich faden Beigeschmack”, heißt es da etwa. Das bezieht sich auf 2014. Und dass es „keine 10 vollwertigen Mitglieder im Verein” gebe, ist auch überholt. Es sind jetzt 21.

Trainer Reis über Auswärtsspiel bei RB Leipzig: „Alles dafür zu tun, dass die Fans erhobenen Hauptes die Heimreise antreten können”

Cheftrainer Thomas Reis sagte – ganz aktuell – zum Boykott: „Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Über die, die uns als Mannschaft unterstützen, sind wir froh. Es ist jedem selbst überlassen, wie er über einzelne Vereine und Mannschaften denkt.” Der Coach zählt auf die Anhänger, die mit nach Leipzig reisen. „Ob das 500 oder 800 sind – sie werden uns tatkräftig unterstützen. Unsere Aufgabe ist es, alles dafür zu tun, dass die Fans erhobenen Hauptes die Heimreise antreten können.” (RBlive/ukr)