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Kommentar: Polter-Taktik beim Ringen um Werner – Gewinner könnten die Bayern sein

Belastet vom Vertragspoker: Timo Werner

Belastet vom Vertragspoker: Timo Werner
Copyright: imago/Christian Schroedter

Pünktlich zum Frühjahrsbeginn führt RB Leipzig wieder eine hausgemachte Personaldebatte mit jeder Menge Zündstoff. Im vergangenen Jahr zog sich der Vertragspoker mit Ex-Trainer Ralph Hasenhüttl zäh wie Trockenfleisch durch die Rückrunde. In diesem Jahr nun spitzt sich das Gefeilsche um Timo Werner immer mehr zu und eröffnet einen Nebenkriegsschauplatz, der dem Stürmer ebenso schadet wie RB Leipzig.

Dass der Klub mit dem Nationalspieler vor Anbruch seines letzten Vertragsjahres groß Kasse machen will, um Schulden abzubauen, ist aus Vereinssicht nachvollziehbar. Schließlich gehört es aktuell noch zum Geschäftsmodell, immer mal wieder Stars abgeben zu müssen, um die 164 Millionen Euro Verbindlichkeiten (Stand: 31. Dezember 2017) bei Red Bull und anderen Geldgebern zu bedienen und neue Talente verpflichten zu können. Und auch hinsichtlich des Wettbewerbs in der Bundesliga ist es nur legitim, dass der Rekordmeister für einen Spieler wie Timo Werner sein Festgeldkonto antasten muss.

Kein letztes Vertragsjahr? Inkonsequent!

Doch aus Werners Sicht ist es ebenso nachvollziehbar, dass er nach knapp drei Jahren bei RB den nächsten Schritt zu einem Titelaspiranten machen will. Ob Bayern München rein sportlich gesehen die beste Adresse für ihn ist, sei mal dahingestellt. Doch Werner muss sich weder dem Höchstbietenden an den Hals werfen, noch von Rasenballsport diktieren lassen, wann er den Verein verlässt.

Noch vor nicht allzu langer Zeit hatte Sportdirektor Ralf Rangnick selbst betont, dass der Jungstar schließlich noch über ein Jahr Vertrag habe. Auch bei Hasenhüttl hatte Rangnick stets darauf hingewiesen. Dass dieses letzte Vertragsjahr nun im Fall Werner nicht mehr gelten soll und die Option, dass der Stürmer seinen Vertrag erfüllt, „nicht existiert”, ist inkonsequent.

Absprache zwischen Werner und RB Leipzig? Ein Missverständnis mit Eskalations-Potenzial

Bei RB berufen sie sich darauf, dass es eine Absprache zwischen dem Klub und Werner gebe, dass beide in keinem Fall in ein letztes Vertragsjahr gehen. Eine moralische Verpflichtung Werners und seines Beraters Karlheinz Förster. Doch laut RBlive-Informationen ist zumindest umstritten, ob diese Absprache tatsächlich so klar getroffen wurde. Ein Missverständnis mit Eskalations-Potenzial.

Dass RB nun öffentlich eine Drohkulisse aufbaut und eine vermeintliche Machtposition suggeriert, um Werner und dessen Kauf-Interessenten unter Druck zu setzen, trägt nur dazu bei, die Fronten zu verhärten. Rangnicks Ankündigung trotz laufenden Vertrags sehr wohl eine „Handhabe” in Fällen wie diesen zu besitzen, kann nur heißen, dass er Werner mit der Tribüne droht. Doch den 22-Jährigen im EM-Jahr aus dem Verkehr ziehen zu wollen, kann erstens keine ernst gemeinte Drohung sein, ist zweitens kein vertrauensvoller Umgang mit einem verdienten Spieler und drittens schlechter Stil. Vielmehr sollten Rangnick & Co. gemeinsam mit Werner und seinem Berater agieren – und zwar diplomatisch, statt polternd –, um Bayern München in Zugzwang zu bringen, anstatt untereinander Gräben aufzureißen.

Nur Verlierer in Leipzig

So gibt es aktuell in Leipzig nur Verlierer der Debatte: RB hat im letzten Saisondrittel Unruhe im Verein; dazu ist die Außenwirkung eines öffentlich ausgetragenen Personalgeschachers in einer Zeit, in der sich viele Fans genervt vom Profifußball abwenden, fatal. Und für Werner trägt die Art und Weise, wie um ihn gerungen wird, ganz sicher nicht dazu bei, dass er in der Rückrunde wieder in Tritt kommt und noch wertvolle Tore zur Champions-League-Qualifikation schießt.

Ganz anders lief das alles übrigens vor zwei Jahren beim Abgang von Naby Keita. RB Leipzig hatte den Guineer rechtzeitig drei Jahre vor Ende seiner Vertragslaufzeit angeboten, um ihn dann zwei Jahre vor Ende des Vertrags für einen hohen Betrag abgeben zu können. Damals attestierte die Mitteldeutsche Zeitung eine Win-win-win-Situation für RB Leipzig, den FC Liverpool und Keita selbst. Diesen Zeitpunkt zur Verlängerung des Kontraktes oder des vorzeitigen Verkaufs hat RBL bei Werner verpasst. Nun werden alle Parteien Abstriche machen müssen, wenn ein Wechsel in diesem Sommer denn überhaupt zustande kommt. Gewinner könnte letztlich der FC Bayern sein, wenn Werner auf seinen Vertrag pocht.

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