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Rekordumsatz und Rekordschulden: RB veröffentlicht Jahresbilanz 2017

134 Millionen Euro Schulden: RBL-Gründer Deitrich Mateschitz und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff

134 Millionen Euro Schulden: RBL-Gründer Deitrich Mateschitz und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff
Copyright: imago/Jan Huebner

Über Finanzen sprechen die Verantwortlichen bei Bundesligist RB Leipzig ungern öffentlich. Wie viel etwa Gründer, Investor und Sponsor Red Bull seit der Vereinsgründung vor knapp zehn Jahren investiert hat, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Doch seitdem Rasenballsport als Spielbetriebs GmbH firmiert, muss der Klub jährlich eine Bilanz veröffentlichen. Dieser Geschäftsbericht wird von Jahr zur Jahr ausführlicher, da das Unternehmen wächst. Wie genau, ist nun zum vierten Mal im Bundesanzeiger einsehbar. Die aktuell veröffentlichten Geschäftszahlen für das Kalenderjahr 2017, als Rasenballsport die Bundesliga als Vize-Meister aufmischte und in die Champions League einzog, verraten einiges über das rasante Wachstum des Erstligisten.

Umsatz steigt 2017 um 82 Prozent

Die markantesten Summen: Durch Champions-League-Prämien, höher dotierte Sponsoringverträge und höhere TV-Gelder in der Bundesliga stieg der Umsatz um fast 100 Millionen auf 217,3 Millionen Euro. „Das Start-up RB Leipzig wächst weiter”, schätzt Professor Ludwig Hierl ein, Experte für die Bilanzen von Fußballklubs. Zum Vergleich: In der Saison 2016/17 waren nur der FC Bayern München (641 Millionen Euro), Borussia Dortmund (406 Millionen) und Schalke 04 (256 Millionen) umsatzstärker. Professor Henning Zülch von der Leipziger Management-Hochschule HHL sagt: „Das ist ein respektabler vierter Platz hinter den Großen der Zunft – für einen Neuling ein unerwartetes Ergebnis. Auf europäischer Ebene steht RB damit in den Top 20 der umsatzstärksten Klubs für die Saison 2016/17.”

Sein Kollege Hierl betont: „Gemessen am stark gestiegenen Umsatz fiel der Jahresüberschuss bei RB mit 1,4 Millionen Euro dagegen vergleichsweise gering aus.” Grund dafür sind die ebenfalls stark gestiegenen Kosten, unter anderem die im Vergleich zu 2016 um über 30 Millionen auf 87,5 Millionen Euro angewachsenen Gehälter von Spielern und anderen Angestellten. Insgesamt beschäftigte RB in diesem Jahr durchschnittlich 362 Angestellte. Über 42 Millionen Euro wurden für zuvor getätigte Spielertransfers fällig, die jeweils über die Laufzeit der Verträge jährlich abgeschrieben werden.

119 Millionen Euro wurden für Spielertransfer fällig. Einerseits für Zugänge wie Dayot Upamecano, Kevin Kampl, Jean-Kévin Augustin, Bruma, Konrad Laimer und Yvon Mvogo. Andererseits auch für zusätzliche leistungsbezogene Ablösen für Spieler, die bereits beim Klub waren.

Insgesamt wurde der Wert des Kaders 2017 mit gut 152 Millionen Euro beziffert. Naby Keita, der erst zum Ende der Saison 2017/18 für über 60 Millionen Euro zum FC Liverpool gewechselt war, ist da zwar noch mit eingerechnet. Doch der tatsächliche Marktwert dürfte deutlich höher sein.

134 Millionen Euro Verbindlichkeiten bei Red Bull

Finanziert wird dieses schnelle Wachstum in Leipzig durch die Aufnahme hoher Kredite. 2017 hatte Rasenballsport insgesamt gut 164 Millionen Euro Schulden, etwa 67 Millionen mehr als 2016. 134 Millionen Euro dieser Verbindlichkeiten wurden von Geldgeber Red Bull gewährt. Heißt: Im Vergleich zum Vorjahr pumpte der Getränke- und Marketinggigant zusätzlich zu seinem Sponsoring, das nicht näher beziffert wird, über 50 Millionen Euro mehr in seine Leipziger Fußball-Filiale. Wohlgemerkt als Kredit – zurückzuzahlen in einem bis fünf Jahren. Zu marktüblichen Konditionen, wie Klubboss Oliver Mintzlaff stets betont.

So bestätigt sich das Bild der vergangenen beiden Jahresbilanzen, dass der Leipziger Klub mit dem rasanten Aufstieg nur durch umfangreiche Darlehen vor allem vom Investor aus Österreich Schritt halten konnte. Noch genügen die selbst erzielten Erlöse bei weitem nicht, um auch ohne Schulden auszukommen. Bilanzexperte Hierl sagt: „Angesichts des fast verdoppelten Umsatzes hätte ich erwartet, dass RB Leipzig einen höheren Jahresüberschuss erzielt, um Schulden abzutragen, anstatt so hohe neue anzuhäufen.” Doch da stets genügend liquide Mittel zur Tilgung der Verbindlichkeiten und Zahlung der laufenden Kosten zur Verfügung stehen, sei jedoch die Höhe der Schulden kein Grund zur Sorge, so Hierl.

Generell, betont der Experte, sei es ein Wettbewerbsvorteil, dass Darlehensgeber Red Bull dem Unternehmen verbunden ist, da so wenn nötig stets neue Gelder auf kurzem Dienstweg zur Verfügung gestellt oder Kredit-Laufzeiten verlängert werden können.

Durch den Keita-Transfer: RB Leipzig hat 2018 Schulden abgetragen

Durch Zusatzerlöse wie den Verkauf von Naby Keita dürfte der Umsatz 2018 noch weiter steigen – auch ohne Champions League. Was den Abbau der Schulden angeht, hatte Manager Oliver Mintzlaff bereits 2018 im MZ-Interview angekündigt, mit den Transfermillionen „auch Verbindlichkeiten zurückzahlen” zu wollen. Aus dem Klub heißt es, dass der Schuldenberg dadurch bereits kleiner geworden sei, sodass die Verbindlichkeiten zum nächsten Jahresabschluss 2018 geringer sein werden. Um weiter Schulden abzutragen, würde ein einzelner Spielerverkauf mit einer Transfersumme jenseits der 50 Millionen Euro wie es bei Timo Werner zu erwarten wäre, freilich helfen.

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