Einzelkritik

RB gegen den 1. FC Köln: Löcher im Vortrag

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim Werner-Comeback und 2:2 (1:1) gesehen.

Von Martin Henkel 14.08.2022, 08:50
Wie umgehen mit dem 2:2 gegen Köln? Der Kader von RB Leipzig vor der Fantribüne
Wie umgehen mit dem 2:2 gegen Köln? Der Kader von RB Leipzig vor der Fantribüne (imago/jan huebner)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:2 gegen den 1. FC Köln gesehen:

Peter Gulacsi: Beim ersten Tor machtlos, weil Hugo Novoa eine relativ leicht zu verteidigende Hereingabe nicht klärt. Beim zweiten Gegentreffer nach Kainz-Ecke verlängert Mohamed Simakan unhaltbar auf den Oberschenkel von Josko Gvardiol (Eigentor). Ansonsten zur Stelle, wenn es nottat. Note: 3

Mohamed Simakan: Zeigte einige Unsicherheiten beim Spielaufbau, worauf Köln immer wieder spekulierte. Verlängerte Kainz' Ecke auf seinen Kameraden Gvardiol, der den Ball ins eigene Netz beförderte. Rettete in der 17. Minute gegen Dietz, dessen Schuss sonst im Tor gelandet wäre. Note: 3,5

Willi Orban: Machte keine großen Fehler, weder beim Spielaufbau noch beim Verteidigen, aber dass die RB-Abwehr so zittrig ist, wenn sie hoch angelaufen wird, könnte auch eine Folge der Führungsarbeit des Abwehrchefs sein. Wirkt sehr still, wenn es mal nottäte, seine Mitspieler aufzurütteln. Note: 3,5

Marcel Halstenberg: Spielt mit, aber er wirkt nicht. Nicht so, wie zum Ende der vergangenen Saison, als sein unbändiger, neuer Wille nach langer Verletzungspause in Kurzhaarfrisur, Gesichtsausdruck und kompromisslosem Spiel deutlich wurde. Note: 3,5

David Raum: Zweites Spiel für den Neuzugang. Ohne große Wirkung auf die Partie und aktuell nicht besser als der durch seinen Kauf an die TSG abgegebene Angeliño. Hatte eine gute Szene, als er mit beherztem Einsatz gegen Ehizibue Olmo zum 1:0 auflegte. Leider war dabei seine Hand im Spiel, der Treffer zählte nicht. Viel mehr war nicht zu sehen, nach hinten sehr anfällig für Fehler und Löcher in der Abwehr. Note: 4

Benjamin Henrichs: Spielte bis zur Roten Karte für Szoboszlai wieder auf der Sechs. War als einziger zentraler, defensiver Spieler aber überfordert mit dem Abdichten des Zentrums bei den Kölner Angriffen. Ließ Skhiri beim Konter vor dem 1:1 laufen, anstatt ihn zuzustellen. Legte Timo Werner das 1:0 auf. Note: 3

Dominik Szobiszlai: Als offensive Sechs für Kevin Kampl im Spiel. Hatte ein paar gute Szene, dazu zählte ein beherzter Schuss in der 9. Minute. Dann die Szene kurz vor der Pause, als er den ihn foulenden Kainz mit dem Ellenbogen eine mitgab. Kein deftiger Schlag, aber ausreichend für Schiedsrichter Benjamin Brand, ihm die Rote Karte zu zeigen. Note: 4

Hugo Novoa: Erneut überraschender Einsatz des erst 19 Jahre alten Spaniers. Hatte keine Wirkung im Spiel nach vorn und patzte vor dem 1:1, als er eine Kainz-Hereingabe, obwohl besser postiert, nicht klären konnte. Lässt Nordi Mukiele schmerzhaft vermissen und ist eine Personalie des Trainers mit vielen Fragezeichen. Note: 4

Dani Olmo: Top Partie des wohl besten RB-Spielers gegen Köln. War überall zu finden, wenn es darum ging, Bälle zu verteilen, zu erobern oder anderen Spielern aufzulegen. Erzielte das abgepfiffene 1:0, legte Christopher Nkunku das 2:1 auf, und bediente den Franzosen auch nach dem 1:0, was eigentlich zum 2:0 hätte führen müssen. Note: 1,5

Christopher Nkunku: Wurde vor dem Spiel als "Spieler des Jahres" ausgezeichnet, war agil, sehr präsent, schoss wieder mal ein Tor und hatte ein zweites auf dem Fuss, dass Kölns Keeper Schäbe aber gramdios verhinderte. Note: 2

Timo Werner: Erster Auftritt nach 777 Tagen und zwei Jahren in Diensten des FC Chelsea, und gleich sein erster Treffer beim Comeback. Ansonsten eher unauffällig und nach Anschluss an das Spiel seiner alten Kollegen bemüht. Note: 2,5

Josko Gvardiol (45.): Ersetzte Halstenberg zur Pause. Machte ein ordentliches Spiel, bis auf eine Szene, in der er den Ball nach einer exzellenten Situationsklärung den Kölner wieder in die Beine spielte, und er beförderte die Kainz-Ecke zum 2:2 in die eigenen Maschen. Note: 4

Kevin Kampl (45.): Hatte einen guten Auftritt und brachte vor allem die nötige Ruhe ins Spiel mit einem Mann weniger. Note: 3

Andre Silva (67.): Kam für Timo Werner in die Partie. War unauffällig, weil mit dem eher langsamen Portugiesen kein Konterspiel in Unterzahl möglich ist. Hatte die Chance, dem freistehenden Nkunku kurz vor Spielende den Siegtreffer aufzulegen, passte aber zu ungenau. Note: 4.*

'Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.