Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.

Sie sind offline und sehen daher eventuell veraltete Nachrichten.

Sie sind offline, bitte prüfen Sie Ihre Internetverbindung.

Daten konnten nicht für Offline-Nutzung gespeichert werden.

Daten wurden für Offline-Nutzung gespeichert.

Die von Ihnen aufgerufene Adressse ist leider nicht (mehr) verfügbar. Wir haben Sie daher auf unsere Homepage umgeleitet.

Ein Angebot von Dumont Newsnet Logo
von Martin Henkel

Auftaktsieg: Sabitzer & Co. zerlegen Union Berlin

Matchwinner: Marcel Sabitzer und Marcel Halstenberg

Matchwinner: Marcel Sabitzer und Marcel Halstenberg
Copyright: imago/Jan Huebner

Beklagenswert verlief am Sonntagabend im Stadion des 1. FC Union Berlin ein Stimmungsboykott der Fans des Bundesliga-Debütanten gegen die Geschäftsidee des Gegners RB Leipzig. Ihm waren nur 55 Sekunden Lebenszeit beschieden, dann rollte ein Leipziger Angriff auf das Epizentrums des Boykotts, der Wald-Seite“, zu und versetzte der Antipathie-Kundgebung einen fürchterlichen Schlag. Die Sachsen trafen zum 1:0 (16.).

Marcel Halstenberg schlenzte mit seinem schwächeren rechten Fuß einen Ball von der Strafraum-Ecke ins lange obere Unioner Tor-Eck, dem zwei weitere Treffer durch Marcel Sabitzer (31.) und Timo Werner (42.) folgten, durch die das im Vorfeld so hochgeputschen Spiel noch vor der Pause ein schnelles Ende fand. Mit einem weiteren Tor durch Christopher Nkunku (69.) feierte der Vorjahresdritte einen gelungenen Auftakt in die neue Saison.

Union und RB – das sind zwei gegensätzliche Herangehensweisen an den modernen Profifußball. Das Wuhle-Syndikat, zu Hause auf der Stehtribüne, vor der die ersten drei Tore fielen, hatte deshalb unter der Woche dazu aufgerufen, aus Protest gegen den ungeliebten Kontrahenten der Partie eine Viertelstunde lang jegliche Unterstützung zu verweigern.

RB zerlegt Union in seine Einzelteile

Zu weiteren Aktionen, wie befürchtet, kam es allerdings nicht. Einmal noch in den ersten 45 Minuten machten die Unioner deutlich, dass es eigentlich nur einen Erstligisten aus der ehemaligen DDR gibt, nämlich nicht den mit Hilfe eines österreichischen Unternehmens von westdeutschen Fußballfachkräften aus dem Boden gestampften Leipziger Verein. Sondern sie selbst: „Nach 10 Jahren“, stand auf einem Banner, „wieder ein Ost-Verein in der 1. Liga.“ Ansonsten blieb die Stimmung friedlich.

Der Euphorie in Köpenick seit der geglückten Relegation gegen den VfB Stuttgart und dem Protest zu Spielbeginn, der – ungewöhnlich für die erste Liga – vom Stadionsprecher verteidigt und angekündigt worden war, hätte ein enges Spiel gutgetan. Stattdessen aber zerlegte der Champions-League-Teilnehmer den Neuling nach der Führung in seine Einzelteile. Den zwei folgenden Treffern gingen Angstattacken der Berliner Profis vor dem Pressing der Leipziger voraus.

RB-Trainer Julian Nagelsmann hatte aus gutem Grund nur Spieler aufgestellt, die ihm standhaft genug schienen, vor der Tollhaus-Stimmung im Berliner Osten keine weichen Knie zu bekommen. Es waren ausschließlich Profis aus der Vorjahres-Elf. Unter anderem Timo Werner, der in der 23. Minute nur das Außennetz traf. Oder Lukas Klostermann, dessen Tor eine Minute später wegen eines vorherigen Handspiels von Yussuf Poulsen aberkannt wurde,

Und Marcel Sabitzer, der in der 31. Minute eine Ablage von Halstenberg aus 15 Metern ins Tor schoss, ehe er Werner einen wuchtigen Schuss unter das Tordacher der Hausherren auflegte und nach dem Wiederanpfiff auch Leipzigs Meisterschaftsdebütanten, Sommerzugang Christopher Nkunku, in der 69. Minute nach einer Halbfeld-Flanke von Halstenberg den vierten Treffer vor die Füße köpfte.

Kaum Torgefahr von Union Berlin

Die Berliner waren damit endgültig erledigt. Schon vor dem 4:0 war es ihnen nicht gelungen, einem eigenen Treffer nahezukommen. Lediglich Sebastian Andersson spurtete einmal in die Nähe des Anschlusstreffers, Ibrahima Konaté grätschte ihm den Ball am Elfmeterpunkt aber vom Spann (56.).

Der Stimmung im Stadion tat das zwar keinen nennenswerten Abbruch, der Vorsänger der Unioner Fan-Tribüne sah sich dennoch gezwungen, seinen Chor etwas aufzumuntern. Nach einem Schmähgesang gegen die Fans des schon zu DDR-Zeiten ungeliebten Leipziger Anhangs, dem obligatorischen „Alle Bullen sind Schweine!“, rief er ihnen kurz vor Ende der Partie zu: „Los, lasst es uns trotzdem genießen!“

Das könnte Dich auch interessieren