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Von Ullrich Kroemer

Marschs bittere Erkenntnis nach der Pleite „Noch nicht bereit für solche Herausforderungen”

„Schade, dass wir nicht die Ergebnisse geholt haben, das bringt ein bisschen Stress”: Jesse Marsch.

„Schade, dass wir nicht die Ergebnisse geholt haben, das bringt ein bisschen Stress”: Jesse Marsch.

Die Erkenntnis war hart, aber Jesse Marsch sprach sie nach dem 1:4 (0:1) von RB Leipzig gegen den FC Bayern unumwunden aus. „Keiner hat schlecht gespielt, fast jeder Spieler hat eine gute Leistung gezeigt. Wir sind an unsere Grenzen gegangen und haben viel investiert. Aber das ist vielleicht momentan unser Limit”, sagte Leipzigs Trainer. Heißt: Zu mehr ist das Team nach dem Umbruch aktuell einfach noch nicht in der Lage.

In der Tat war RB kämpferisch mit 52 Prozent gewonnenen Zweikämpfen, mehr Ballbesitz (53 Prozent) und hinsichtlich Passqualität (beide 81 Prozent) und -zahl den Münchnern überlegen. Doch hinsichtlich der gefährlichen Torabschlüsse lagen die Gäste deutlich vorn. Serge Gnabry (32.), zweimal Robert Lewandowski (49., 53.) und Marcel Sabitzer (88.) hatten weitere klare Bayern-Chancen. Es ist vor allem RB-Keeper Peter Gulacsi zu verdanken, dass der FCB-Triumph nicht noch höher ausfiel. „Wir haben uns Vorteile erspielt, aber die letzte Aktion, der letzte Pass fehlt, um gefährlich zu werden. Das fällt auf bei uns”, analysierte Marsch. „Bayern hat die letzten Momente bei Umschaltaktionen sehr klar ausgespielt.” Der US-Trainer warb um „ein bisschen mehr Zeit”.

RB Leipzig braucht Punkte, um Überzeugung zu schaffen

Doch ihm ist bewusst, dass es mit nur drei Punkten aus vier Spielen schnell ungemütlich wird bei RB Leipzig, wenn sich RB von den Champions-League-Rängen weiter entfernt. „Wir haben nicht den Start, den wir wollten. Es ist schade, dass wir nicht die Ergebnisse geholt haben, das bringt ein bisschen Stress”, konstatierte der 47-Jährige.

Nicht nur von außen, sondern auch intern. Marschs Credo ist es, die „Gruppe”, wie er mantraartig betont, hinter seiner Idee zu versammeln. Doch dieses Wir-Gefühl entsteht nicht durch Niederlagen, Überzeugung bei den Spielern wächst nur durch Punkte. „Wir brauchen Ergebnisse, um zu validieren, was wir im Training machen, dass wir auch ein gutes Gefühl bei dem haben, was wir tun. Das geht nicht von allein, wir müssen kämpfen für Ergebnisse, müssen schnell lernen”, forderte Marsch.

Marsch: „Nicht fair, dass wir schon jetzt so schwere Tests haben”

Bereits vor dem Bayern-Spiel habe er der Mannschaft gesagt: „Vielleicht ist es nicht fair, dass wir zu diesem Zeitpunkt solch schwere Tests haben wie jetzt gegen Bayern und auswärts gegen ManCity. Vielleicht sind wir noch nicht bereit für solch große Herausforderungen. Aber egal, wir müssen mit Vollgas spielen, und an unseren Prozess glauben.” Wie erwähnt: Aktuell ist RB gegen Kontrahenten wie Bayern oder Manchester City am Mittwoch in der Champions League (21 Uhr) nicht konkurrenzfähig. Doch die Punkte müssen dann spätestens gegen Köln, Hertha, Brügge und Bochum her. (RBlive/ukr)