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Von Ullrich Kroemer

„Gummimann” mit Haltung Was seine Ex-Trainer über Benjamin Henrichs sagen 

„Dynamisch, aktiv, beidfüßig, aufgeschlossen”: Ex-Trainer Frank Engel über Benjamin Henrichs.

„Dynamisch, aktiv, beidfüßig, aufgeschlossen”: Ex-Trainer Frank Engel über Benjamin Henrichs.

Als der Papierkrieg ausgefochten und der Transfer am Mittwochabend endlich perfekt war, wandte sich Benjamin Henrichs an die Leipziger Fans und seine neuen Kollegen. „Hallo Leipzig!”, schrieb er bei Twitter. „Ich freue mich schon wahnsinnig auf die neue Saison und kann es kaum erwarten, die Mannschaft kennenzulernen und mit dem Training zu starten. Wir haben große Ziele und ich werde alles dafür geben, meinen Teil dazu beizutragen, diese Ziele zu erreichen.”

Ein sympathischer Einstand des 23-Jährigen, der das Pendant zu Angeliño auf der rechten Seite werden soll. Ein schneller, beweglicher, technisch starker und variabler Spieler, vorzugsweise als Flügelflitzer neben Lukas Klostermann. Eine interessante Konstellation, da beide auch um dieselbe Position in der Nationalmannschaft konkurrieren. Dort hat Klostermann aktuell die Nase vorn, da Henrichs in den vergangenen zwei, drei Jahren in Leverkusen und bei der AS Monaco eher stagnierte. Doch mit den Impulsen von Nagelsmann und einem Team, in das er optimal passt, verspricht sich auch der Deutsch-Ghanaer wieder Einladungen von Bundestrainer Joachim Löw. Sein letztes Spiel für die A-Nationalmannschaft datiert aus dem Jahr 2017, als er mit den jungen Wilden im DFB-Dress den Confederations Cup gewann. Nimmt man Marcel Halstenberg noch dazu, könnte RB mit einem starken Dreierblock künftig die halbe Abwehr der deutschen Nationalelf stellen.

„Extravagant und exzellent”: Peter Hyball über Benjamin Henrichs

Frank Engel hat den Werdegang des gebürtigen Bocholters schon früh begleitet. Der langjährige Nachwuchs-Bundestrainer aus Leipzig setzte Henrichs bereits in der U15-Nationalelf als Kapitän ein. „Er war der Beste in dem Jahrgang”, erinnert sich Engel im Gespräch mit MZ/RBlive. „Dynamisch, aktiv, beidfüßig, aufgeschlossen”, hat Engel das einstige Talent in Erinnerung. „Ein Junge, der Spaß gemacht hat” und als Frühbegabter alle U-Mannschaften des DFB durchlief.

Als sein größter Förderer im Verein gilt Peter Hyballa, unter dem Henrichs den Sprung aus der U19 von Bayer zu den Profis schaffte. „Benny war ein Ballspieler mit unheimlich guten Skills, ein Gummimann, der unheimlich gute Bewegungen drauf hatte”, sagte Hyballa in dem Podcast Schlüsselspieler über den jungen Henrichs. „Extravagant und exzellent” sei dieser in seinen Bewegungen mit Ball gewesen. Und bereits damals abschlussschwach. Henrichs erzielte in seiner gesamten Profikarriere erst ein einziges Tor.

Stefan Kuntz: „Benny ist voller Herzenswärme” 

Im Nachwuchs wurde der langjährige U-Nationalspieler noch offensiver als Sechser, Zehner und Außenstürmer eingesetzt. „Ich habe ihn nie als Außenverteidiger gesehen”, sagt Hyballa. Roger Schmidt beorderte Henrichs dann dennoch auf die rechte Abwehrseite, wo er Karriere machte, mit 18 Jahren sein Bundesligadebüt gab und es mit 19 in die A-Nationalmannschaft schaffte. Durchsetzen konnte sich Henrichs jedoch nirgends auf Dauer, in Leverkusen ebensowenig wie bei der AS Monaco, wohin er 2018 wechselte, aber nie eine gesamte Saison durchspielte. „Am Anfang hat Benny die Schuld bei allen gesucht, nur nicht bei sich”, sagte U21-Bundestrainer Stefan Kuntz im vergangenen Jahr. „Das hat sich gedreht. Benny Henrichs ist ein Mann geworden.“

In der U21 sei Henrichs Führungsspieler gewesen, so Kuntz auf MZ/RBlive-Anfrage. „Nicht nur durch seine Leistung, sondern auch und insbesondere durch seine Art und Weise außerhalb des Platzes. Er ist voller Herzenswärme”, sagt Kuntz. „Wenn es um soziale Projekte geht, ist er immer vorn mit dabei, außerdem ist er ein absoluter Familienmensch.”

„Es reicht nicht, kein Rassist zu sein. Man muss Antirassist sein.”
Benjamin Henrichs über sein Engagement gegen Rassismus und für die Black-lives-matter-Bewegung.

Der Schritt zu RB Leipzig ist für Henrichs nun die erhoffte Rückkehr nach Deutschland. Mit der blutleeren Kulisse in Monaco konnte er sich nie so recht anfreunden. „Ich vermisse die Bundesliga”, sagte er jüngst im ZDF. Vor allem wegen der Stimmung in den Stadien.

Henrichs bringt nicht nur als Spieler, sondern auch als Typ viel mit. Einer, der die Mannschaft mitreißen kann. Keiner, der auf der Durchreise ist, sondern der mit RB Ziele erreichen will. Auch zu gesellschaftlichen Themen bezieht der Junge aus dem Ruhrpott klar Stellung. Kürzlich war er zu sehen, wie er sich bei einer Black-lives-matter-Demonstration in Düsseldorf gegen Rassismus einsetzte. „Auch wenn ich Fußballer bin, gehe ich auf die Straße und protestiere lautstark mit”, bekannte er. „Es reicht nicht, kein Rassist zu sein. Man muss Antirassist sein. Wenn man sieht, wie jemand rassistisch behandelt wird, muss man eingreifen.” Henrichs ist ein Typ mit Haltung, ein „Gummimann” ist er nur auf dem Spielfeld. (RBlive/ukr)