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Von Ullrich Kroemer

„Ich muss das besser machen” Marsch räumt Defizite ein und bestärkt die Anführer

„Ich muss mehr Lösungen für unsere Mannschaft finden, ihr mehr helfen und Führungsqualitäten zeigen”: Jesse Marsch.

„Ich muss mehr Lösungen für unsere Mannschaft finden, ihr mehr helfen und Führungsqualitäten zeigen”: Jesse Marsch.

Jesse Marsch hat momentan nur ein Ziel: drei Punkte gegen Bochum – egal wie. „Dieses Spiel gegen Bochum ist jetzt ganz wichtig – wir brauchen jetzt Ergebnisse. Wenn wir das schaffen, haben wir in der Länderspielpause Zeit, um Schritt für Schritt besser zu spielen”, sagte der US-Amerikaner vor dem Partie am Samstagabend. Wenn hingegen kein Erfolg gelänge und RB erneut patzen würde, wäre der mit so viel Enthusiasmus angetretene Coach kaum noch zu halten.

Marsch nahm sich vor dem Schicksalsspiel vor allem selbst in die Pflicht und richtete einen eindringlichen Appell an sich selbst. „Es ist mein Job, den Jungs besser zu erklären, wie ihre Beziehungen untereinander auf dem Platz sind, damit unsere Fußballidee und Mentalität besser sichtbar sind”, sagte der 47-Jährige. „Ich muss das besser machen, mehr Lösungen für unsere Mannschaft finden, ihr mehr helfen und Führungsqualitäten zeigen. Das ist jetzt wichtig für mich und für uns.” Das war vor allem eine Botschaft an die Leipziger Mannschaft: Der Trainer stellte sich vor das Team, räumte eigene Defizite und Versäumnisse ein und gelobte klarere Anweisungen.

Marsch: „Anführer versuchen immer mehr, meine Ideen von einer Mannschaft und von Fußball umzusetzen”

Dass Marsch am Dienstagabend nach dem 1:2 gegen Brügge ankündigte, sich nun auf bestimmte Spieler zu konzentrieren, die seine Spielidee verstehen (wollen), hatte für Irritation gesorgt und war sicher auch Thema bei den Einzelgesprächen unter der Woche. Nun erklärte Marsch: „Das bedeutet nicht, dass ich weniger in die gesamte Gruppe investiere, dass ich das Team trenne und ein paar Spieler raus sind.” Vielmehr schaltet angesichts der kopflosen Leistung in der ersten Hälfte gegen Brügge in den Krisenmodus. Seine ursprüngliche Idee, alle Spieler bei Laune zu halten und möglichst gleichberechtigt aufzustellen, stellte er angesichts der momentanen Verunsicherung hintenan. „Weniger Spieler, die für die Startaufstellung infragekommen, eine engere Gruppe, ist eine Möglichkeit, um mehr Klarheit herzustellen”, wiederholte Marsch.

Zudem versammelte er demonstrativ die Routiniers aus dem Mannschaftsrat hinter sich: Neben Kapitän Peter Gulacsi sind das Willi Orban, Emil Forsberg, Yussuf Poulsen und Kevin Kampl (plus der verletzte Marcel Halstenberg). „Größtenteils haben wir eine Gruppe, die total überzeugt ist, die all in geht. Ich bin so zufrieden mit den Spielern aus unserem Mannschaftsrat. Sie geben jeden Tag alles für die Gruppe und versuchen immer mehr, richtig gute Anführer zu sein und meine Ideen von einer Mannschaft und von Fußball umzusetzen”, referierte der Motivator aus Wisconsin. Das betreffe „Philosophie, Mentalität, Führung, Zusammenhalt – alles. Ich bin dankbar, diese Spieler zu haben und in diesem Verein zu sein”, sagte Marsch.

Noch hat er die Leader im Team hinter sich, doch um das Vertrauen aufrecht zu erhalten, braucht es nicht nur einen fest eingeplanten Sieg gegen Bochum, sondern stabileren Fußball und Punkte gegen Freiburg und Paris St. Germain. (RBlive/ukr)