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Kommentar: Pleite ohne Ausreden – Leipzigs Auswärtsflaute gefährdet Saisonziele

Zum Haareraufen: Timo Werner und Marcel Sabitzer beim 0:3 in Freiburg

Zum Haareraufen: Timo Werner und Marcel Sabitzer beim 0:3 in Freiburg
Copyright: imago/Jan Huebner

Für das blutleere 0:3 von RB Leipzig in Freiburg gibt es keine Entschuldigungen. Vielmehr muss RB nach dem schlechtesten Saisonspiel erkennen, dass das Spielsystem auswärts gerade nicht funktioniert. Das liegt einerseits an fehlenden Lösungen auf fremden Plätzen, andererseits an der mangelnden kämpferischen Qualität in Auswärtsspielen. Von Ullrich Kroemer.

In Rückstand ideen- , leidenschafts- und harmlos

RB Leipzig hat in diesem Herbst ein Problem: Binnen vier Wochen verloren die Leipziger jedes ihrer vier Auswärtsspiele. Nach der Pleite in Glasgow auch in Wolfsburg, Salzburg und Freiburg. Leipzigs Burg-Komplex. In der Europa League könnte die Negativserie auf fremden Plätzen den Einzug in die K.o.-Phase kosten. In der Bundesliga droht Rasenballsport wegen der unkonstanten Auswärtsleistungen aus den Champions-League-Rängen zu rutschen.

Nach starken Auswärtserfolgen in Hoffenheim (2:1) und Berlin (3:0) sowie zumindest kämpferisch guten Auftritten in Frankfurt (1:1) und Augsburg (0:0) ist RB mit acht Punkten aus sieben Spielen auf fremden Plätzen nur Bundesliga-Mittelmaß. Klubs wie Wolfsburg und Hertha sind auswärts besser. „So funktioniert es nicht: Wenn du auswärts immer verlierst, wird es oben irgendwann eng”, warnte Mittelfeldmann Marcel Sabitzer. „Wir müssen daran arbeiten, dass wir auch auswärts Punkte holen.”

Marcel Sabitzer: „Mit Fußball nix am Hut”

Die Gründe für die Auswärtsflaute im November und Dezember liegen auf der Hand: Während das Team den Gegnern zu Hause taktisch so perfekt organisiert mehr Ballbesitz aufdrängt als hätten sie den Ballbesitzmesser immer dabei, dadurch das typische RB-Pressing-und-Konterspiel aufzieht und auch in Powerplay-Phasen kommt, gelingt das auswärts nicht. Jedes Mal geriet die Rangnick-Elf in Rückstand und agierte dann gegen die umso tiefer stehenden Gegner mit Ball ideen-, leidenschafts- und harmlos.

„Wir haben viele gute Fußballer in unseren Reihen, hatten aber heute mit Fußball nix am Hut”, sagte Sabitzer treffend. Statt schnellem Kombinationsspiel schlugen die Leipziger lange Bälle. So brachte RB in allen vier verlorenen Spielen deutlich zu wenig Chancen zustande. Gegen Freiburg nun wurden sie wegen ihrer unorganisierten Defensivarbeit durch Konter sogar heftig abgestraft. Bei allem Respekt vor den gut organisierten Gastgebern: Das darf einem Team mit der Qualität Leipzigs in der Form nicht passieren.

Teil des Problems ist auch, dass die Mannschaft offenbar ein Einstellungsproblem in der Fremde hat. Gerade, wenn die Gegner bei Temperaturen um die null Grad herum, Regen und Wind mit dem Messer zwischen den Zähnen auflaufen, kommt Leipzig nicht in den Rhythmus. Trainer Ralf Rangnick kritisierte: „In Spielen, in denen es über den Fight geht, wir gegenhalten und physische Präsenz zeigen müssen, tun wir uns schwerer.” So musste Diego Demme anerkennen: „Freiburg hat uns den Schneid in vielen Zweikämpfen abgekauft.” Nicht nur hinsichtlich der Zweikampfquote (51:49), auch hinsichtlich der gelaufenen Kilometer (118,7:112,5) war Freiburg engagierter.

RB Leipzig hat das schlechteste Spiel der Saison abgeliefert

Während sich bei den vorangegangenen Auswärtsniederlagen stets Gründe finden ließen – Verletzungen der Mittelfeldstrategen oder Europa-League-Aufstellung und -Belastung – gibt es für den Leistungsabfall binnen einer Woche vom glänzenden 2:0 gegen Mönchengladbach zum komplett enttäuschenden 0:3 in Freiburg keine logische Erklärung und auch keine Ausreden.

Es fiel diesmal weder Schnee im Breisgau, noch haben die Spieler vor Anpfiff zu lange am Smartphone gespielt. RB Leipzig hat einfach das schlechteste Spiel der Saison abgeliefert – weil selbst im Hinspiel gegen Salzburg in der zweiten Hälfte eine Reaktion zu sehen war, die diesmal nahezu komplett ausblieb. So chancenlos auf einen Punkt oder gar Sieg war Leipzig in der gesamten Spielzeit noch nicht.

Bis Weihnachten kommt den Leipzigern nun zugute, dass sie in den verbleibenden vier Spielen nur ein Auswärtsspiel haben – das in München. Dort dürfte es zumindest keine Einstellungsprobleme geben. Spätestens in der Winterpause muss RB jedoch, wie von Rangnick angekündigt, am Auswärtskomplex arbeiten. In Düsseldorf, Hannover, Stuttgart, Nürnberg und auf Schalke sind die abhanden gekommenen Kämpfer-Qualitäten gefragt, wenn Leipzig auch auswärts reif für die „Königsklasse” sein will. Die Blamage im Breisgau sollte das Team wachrütteln.

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