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Sepp Herberger in Leipzig: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“

Sepp Herberger (r.) mit Fritz Walter.

Sepp Herberger (r.) mit Fritz Walter.

Von den vielen Weisheiten, die der frühere Bundestrainer Sepp Herberger dem Fußball seiner Zeit abgerungen hat, ragt eine hervor. Es ist die in den Satz verdichtete Einsicht, dass nach dem Spiel vor dem Spiel sei, was so schnörkellos richtig ist, dass ihr widerfahren ist, was mit allen schlichten Wahrheiten irgendwann passiert: Sie ist ein wenig in Vergessenheit geraten.

Doch gibt es zu ihrem großen Glück ja Siege wie das 4:0 von RB Leipzig am Sonntag in Düsseldorf, das sich bei näherer Betrachtung nur als halber Triumph erweist, sollte der Tabellenvierte nicht auch noch das kommende Spiel gewinnen.

Rangnick: „Das war mal wieder an der Zeit!“

Trainer Ralf Rangnick hat deshalb zu Recht den ersten Auswärtssieg seiner Mannschaft seit dem 3:0 gegen die Hertha am 2. November des vorigen Jahres als „ausgezeichnete Vorstellung“ seines Kaders bezeichnet, ihm aber den Status eines Pflicht-Dreiers verpasst, als er meinte: „Das war mal wieder an der Zeit!“

Kommende Woche folgt nämlich gleich das nächste Auswärtsspiel. Das allein ist schon eine Herausforderung für sich, denn zwei Ligaspiele in der Fremde am Stück haben die Sachsen in dieser Spielzeit noch nicht gewonnen. Hinzukommt, dass Gegner Hannover 96 seit dem vergangenen Wochenende mit Thomas Doll einen neuen Coach hat. Trainereinstände und RB? Dreimal war Leipzig Gegner bei einem Feuerwehrmann-Debüt, ein Dreier sprang dabei nicht heraus.

Champions League wird zur Pflichtaufgabe

Die größte Bedeutung aber zieht die Partie in Hannover aus dem Umstand, dass RB nicht nur gern in die Champions League möchte, sondern muss. Diese auf den ersten Blick zugegebenermaßen leicht überzogene Pflicht ergibt sich aus den langfristigen Zielen des Klubs. Die langsam aufgehende Mischung aus Routiniers (Gulacsi, Demme, Halstenberg, Poulsen), Schlüsselspielern (Werner, Sabitzer, Forsberg) und jungen Talenten (Laimer, Adams) führt nämlich nur dann zu den erhofften Erfolgen, wenn man sie kommenden Sommer nicht wieder neu ansetzen muss. Ohne Partien in der Königsklasse aber werden Profis wie Forsberg oder Werner mit ziemlicher Sicherheit das Weite suchen.

Baut RB Leipzig den Abstand aus?

Das nächste Spiel ist also eine Art vorgezogener Matchball. Nicht nur der drei Punkte wegen, sondern weil es auch nicht mehr so viele Spieltage geben wird, an denen für RB sechs Zähler drin sind. Verfolger Frankfurt (drei Punkte zurück) muss gegen den BVB ran, Berlin und Wolfsburg (sechs Punkte zurück) duellieren sich direkt, Leverkusen (sieben Punkte zurück) spielt gegen die Bayern.

Nur Hoffenheim (sechs Punkte Abstand) erwartet einen überschaubar herausfordernden Gegner. Doch man weiß ja nie, wozu Fortuna Düsseldorf fähig ist. Schließlich gilt auch für die Rheinländer, die vor dem 0:4 gegen Leipzig vier Partien am Stück gewonnen hatten: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.