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Von Thomas Fritz

"Müssen alles investieren" Willi Orban träumt vom Europa-League-Finale

Willi Orban (RB Leipzig) beim Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

Willi Orban (RB Leipzig) beim Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

Willi Orban glaubt trotz der durchwachsenen Ergebnisse von RB Leipzig weiter an die Chance diese Saison einen Titel zu gewinnen. "Es kommen große Gegner, und wir müssen alles investieren. Aber wir haben in der Europa League die Möglichkeit, ins Finale zu kommen, eventuell etwas Großes zu erreichen", sagte der Abwehrchef im Interview mit der Sportbild.

Bedingung für die Qualifikation für die Europa League ist der dritte Platz in der Champions-League-Gruppe, wofür am Mittwoch (21 Uhr) ein Dreier beim FC Brügge Pflicht ist. RB ist derzeit mit einem Punkt aus vier Spielen Tabellenletzter. "Wenn wir weit kommen, ist das etwas ganz Besonderes. Neben dem DFB-­Pokal wäre das eine zweite Titelchance in dieser Saison", fügte der 29-Jährige hinzu. In der Fußball-Bundesliga liegen die Sachsen nach der 0:2-Pleite bei der TSG Hoffenheim auf dem siebten Platz - mit zehn Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München.

Willi Orban bemängelt fehlende Konstanz bei RB Leipzig

Orban macht für die Schwierigkeiten die mangelnde Konstanz verantwortlich. "Unsere Spiele haben zu viele Phasen – mal gut, mal nicht so gut. Die Tendenz ist aber positiv", so Orban. Das SpoBi-Interview fand vor der Hoffenheim-Pleite statt. Auch den Wechsel vom Ballbesitzfußball zurück zur Balljagd unter Coach Jesse Marsch sieht der ungarische Nationalspieler als Ursache für die schwankenden Leistungen.

Orban lobte Marsch jedoch ausdrücklich für seine Bereitschaft, Kompromisse einzugehen. "Das macht doch eine gute Zusammenarbeit im Team aus", sagte der Abwehrspieler. "Er hat viel erreicht, Titel gewonnen. Aber die Bundesliga ist wieder etwas Neues, zumal wir noch zwei weitere Wettbewerbe haben. Es zeichnet einen guten Trainer doch aus, dass er sich immer weiterentwickelt."

RB Leipzig: Jesse Marsch hält Ansprachen auf der Wunsch der Spieler häufiger auf Englisch

Orban schätzt auch die flachen Hierarchien und die größer gewordene Mitbestimmung des Mannschaftsrats.  "Jesse gibt uns Führungsspielern viel Raum für Leadership. So sieht er es auch als unsere Aufgabe an, Mannschaftskameraden, die gerade nicht in der ersten Reihe stehen, mitzunehmen und ihnen zu helfen", berichtet er. Der Mannschaftsrat soll beispielsweise die Entscheidung treffen, ob das Team nach Champions-League-Spielen eine Nacht vor Ort bleibt oder sofort nach Hause fliegt.  

Auch bei einer anderen Sache ist Marsch seinen Spielern entgegengekommen: Seine Ansprachen hält der US-Amerikaner nun häufiger in seiner Muttersprache. "Er kann gut Deutsch. Aber wir haben mit ihm darüber gesprochen, dass es manchmal auch auf Englisch besser sein könnte", so Orban. "Gerade in der Motivation kommt es in der Muttersprache noch authentischer und geiler rüber."