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„Wir sind hier in Sachsen”: Rangnick erklärt Fan-Schwund und will „Schulterschluss”

Sinkende Zuschauerzahlen in der Bundesliga – auch die Fans von RB Leipzig kamen zum Start der Saison 2018/19 weniger zahlreich

Sinkende Zuschauerzahlen in der Bundesliga – auch die Fans von RB Leipzig kamen zum Start der Saison 2018/19 weniger zahlreich
Copyright: imago/Picture Point LE

Das Zuschauerinteresse bei Heimspielen von RB Leipzig sinkt weiter. Auch beim heutigen Spiel gegen den VfB Stuttgart (20.30 Uhr) werden über ein Viertel der Plätze im Stadion leer bleiben. Ralf Rangnick erklärte das neben den späten Anstoßzeiten auch damit, dass es sich viele Menschen im Osten nicht leisten könnten, jedes Heimspiel zu besuchen. Eine Einordnung. Von Ullrich Kroemer.

Etwa 30.000 Fans – darunter knapp 1700 aus Stuttgart – werden an diesem Mittwochabend ins Leipziger Stadion kommen. Immerhin zieht die Partie mehr als das Europapokal-Duell gegen Salzburg, das nur gut 24.000 sehen wollten.

Generell bleiben die Zuschauerzahlen in dieser Spielzeit bislang merklich unter denen des Vorjahres. 32.656 Fans kamen bisher im Schnitt zu den drei Heimspielen der Leipziger dieser Saison in Bundesliga und Europa-League-Gruppenphase. Bei allen Heimpartien der Vorsaison in Bundesliga, Champions und Europa League waren es durchschnittlich 37.549 gewesen.

Ralf Rangnick: „Ob man sich das leisten kann, für ein Spiel zu bezahlen”

Vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub Stuttgart nannte Sportdirektor Ralf Rangnick zwei Gründe für das schwindende Interesse. Erstens: „Das hat ganz eindeutig etwas mit der Anstoßzeit zu tun. Wir haben ein Publikum, das sich sehr viel mehr als andernorts aus Familien mit Kindern zusammensetzt”, sagte der 60-Jährige. „Da macht es einen Unterschied, ob du 15.30 oder 18 Uhr spielst, oder erst 20.30 oder 21 Uhr.” Auch für die zahlreichen auswärtige Fans aus der Region sind Abendspiele unter der Woche ungünstig, da teils keine Züge mehr zurückfahren.

Und zweitens erklärte Rangnick: „Wir sind hier in Sachsen, und die Spiele kosten auch Eintritt. Das hat auch etwas damit zu tun, ob man sich das leisten kann, für ein Spiel zu bezahlen. Das muss man realistisch sehen.”

Zwar liegt Rangnick einserseits richtig damit, dass das Einkommen in Ostdeutschland immer noch deutlich unter dem Lohnniveau in den alten Bundesländern liegt. Laut aktuellen Zahlen verdienen die Menschen im Osten etwa ein Fünftel weniger als die Westdeutschen. Das durchschnittliche Nettoeinkommen in Leipzig betrug 2017 1328 Euro. Kartenpreise bis zu 55 Euro sind da ein erheblicher Posten.



Dutzende billige Karten im Fanblock verfügbar

Doch andererseits sind wenige Stunden vor Anpfiff dieses Mittwochsspiels gegen den VfB in der offiziellen Ticketbörse des Klubs noch Dutzende Tickets im Fansektor B für 15 Euro zu haben. Und auch über den regulären Verkauf gab es am Mittag noch Karten für 25 Euro. Bezahlbare Preise auch für Fans mit geringerem Einkommen.

So muss man wohl als dritten Erklärungsansatz hinzufügen, den Rangnick nur andeutete, dass es angesichts der Vielzahl an Spielen eine gewisse Übersättigung gibt. RB-Begegnungen gegen Klubs aus dem Bundesliga-Mittelbau ziehen anders als 2016/17 – im euphorischen Aufstiegsjahr kamen nur gegen Augsburg weniger als 39.000 – bei etwa einem Viertel der Stadionbesucher nicht mehr. „Die Spiele, die 15.30 Uhr gegen noch bekanntere Gegner stattfinden, sind in der Regel ausverkauft – da mache ich mir keine Sorgen”, sagte Rangnick.

Rangnick will „Schulterschluss zwischen Fans und Mannschaft”

Doch Gästeteams wie Düsseldorf, Hannover, Stuttgart – alles alteingesessene Erstligisten – interessieren offenbar einen Teil des Publikums im dritten Bundesligajahr nicht mehr so sehr. Genau wie das eigene Team. Ein Problem, das RB Leipzig nicht exklusiv hat. Vielmehr geht in vielen Bundesliga-Stadien das Interesse tendenziell zurück. 44.657 Fans kamen in der Vorsaison im Schnitt in die Stadien, aktuell sind es 43.301.

Und viertens ist natürlich auch die derzeit überschaubare sportliche Leistung des Leipziger Teams ein Grund dafür, dass einige Anhänger das Sofa dem Stadionerlebnis vorziehen. Für Rangnick ein Anlass dafür, wieder stärker den „Schulterschluss zwischen unseren Fans und unserer Mannschaft” zu suchen. „Wir wollen gegen Stuttgart wieder ein Spiel hinlegen, in dem die Zuschauer automatisch zum zwölften Mann werden, in dem wir eine Einheit bilden mit den Zuschauern”, sagte Rangnick. (RBlive)

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