RB Leipzig

Nachwuchs von RB Leipzig trainiert wieder – Marco Kurth: „In der Akademie mal einen Erfolg sehen”

Von Ullrich Kroemer 19.05.2020, 12:32
Trainer-Typ: Marco Kurth.
Trainer-Typ: Marco Kurth. imago/Ed Gar

Nach wochenlanger Pause haben auch die Nachwuchsteams von RB Leipzig wieder den Trainingsbetrieb aufgenommen – noch in reduzierter Spielerstärke. „Aufgrund der Voraussetzungen in der Akademie war es möglich, dass wir die Hygienestandards einhalten können”, sagte U17-Trainer Marco Kurth im MDR-Livestream-Talk bei Sport im Osten.

Während die obere Etage der Akademie am Cottaweg den Profis vorbehalten ist, durften die Internatsschüler in der unteren Etage wieder ihre Zimmer beziehen. Streng getrennt, versteht sich. Es dürfen weder die Kabinen, noch gemeinsame Duschen genutzt werden. Etwa 25 von 50 Spielern aus U19 und U17 sind wieder im Trainingsbetrieb. „Das sind eine Menge Herausforderungen. Wir haben wie die Profis auch in der Nachwuchsabteilung viele Maßnahmen umgesetzt”, sagte Kurth. „Wir versuchen seit Wochen, bestmögliche Lösungen für die Jungs zu finden.”

Spieler aus dem Ausland sollen wieder nach Leipzig kommen

So durften die Spieler, die gerade Präsenzunterricht in der Schule haben, früher aus ihren Elternhäusern nach Leipzig zurückkehren und auch wieder trainieren. Gleiches gilt für diejenigen, die aus Leipzig oder der Region stammen und nach dem Training nach Hause fahren können. Das Training darf auch wieder in Mannschaftsstärke stattfinden, dafür gab das Gesundheitsamt Leipzig grünes Licht. U19 und U17 üben wegen der reduzierten Spielerzahl aktuell gemeinsam. Denn noch sind längst nicht alle Talente wieder in der Messestadt. „Wir versuchen jetzt, die anderen, die teilweise noch zu Hause sind – auch die Jungs aus dem Ausland – nach Leipzig zu holen. Es ist alles noch nicht bei 100 Prozent, aber auf dem Weg der Besserung”, sagte der gebürtige Eislebener.

Wie und ob die Saison in den Nachwuchs-Bundesligen fortgesetzt wird, ist weiter ungewiss. „Wir versuchen, so schnell wie möglich eine Entscheidung des DFB zu bekommen, wie es in den Nachwuchs-Bundesligen weitergeht”, sagte Kurth. Vor allem für die Spieler, die die U19 nach dieser Saison beenden und Rasenballsport verlassen, „ist es eine schwierige Situation”, so Kurth, weil potenzielle Interessenten etwa in der 3. Liga und Regionalliga aktuell selbst nicht wissen, wie es mit dem Spielbetrieb weitergeht und welche finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung stehen. 

Marco Kurth: „Die Jungs so weit entwickeln, dass sie im Profifußball ankommen”

Der frühere defensive Mittelfeldspieler Kurth, der beim Halleschen FC seine Karriere begann, und später unter anderem beim VfB Leipzig, dem 1. FC Magdeburg und Erzgebirge Aue spielte, übernimmt zur kommenden Saison die U19 von dem scheidenden Alexander Blessin. „Ich freue mich, die Jungs aus dem Jahrgang 2002 wiederzusehen, die ich schon trainiert habe, und die Jungs aus der U17 weiterbegleiten zu dürfen”, sagte der 41-Jährige.

Sein Ziel: „Dass wir in der Akademie mal einen Erfolg sehen, dass die Jungs sich so weit entwickeln, dass sie im Profifußball ankommen. Natürlich am besten bei uns. Da möchte ich dabei sein, das ist mein Antrieb.”

RB-Boss Mintzlaff: „Ich habe Druck gemacht”

Klubchef Oliver Mintzlaff hatte jüngst gesagt: „Ich bin mit dem Nachwuchskonzept bis dato nicht so zufrieden. Der Output an Spielern im Verhältnis zum investierten Geld ist zu gering." Der Geschäftsführer ließ das Nachwuchskonzept unter Federführung von Profi-Sportdirektor Markus Krösche umkrempeln. So soll unter anderem künftig altersübergreifend trainiert werden, es soll mehr Freiheiten bei der Talenteentwicklung geben und erst ab der U-17 mannschaftstaktische Fragen in den Vordergrund rücken. RB will so mehr Kreativität und Fähigkeiten in den Spielern entwickeln, um deren Chancen auf Einsätze im Männerbereich zu erhöhen.

„Ich habe Druck gemacht, dass Konzepte jetzt umgesetzt werden und wir von den Fehlern aus der Vergangenheit lernen. Jedes Rädchen muss ineinander greifen, und dazu gehört auch der Profibereich. Das heißt, es muss das Interesse da sein, sich mit dem Nachwuchs auseinanderzusetzen. Ab jetzt gibt es keine Entschuldigungen mehr”, sagte Mintzlaff. (RBlive/ukr)