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EM-Auftakt für Gulacsi und Orban gegen Ronaldo Forsberg will Olmo ärgern

Willi Orban (22 Länderspiele) spielt mit Ungarn sein erstes großes Turnier.

Willi Orban (22 Länderspiele) spielt mit Ungarn sein erstes großes Turnier.

Es ist recht ruhig in Budapest. Rund um das Ferenc-Puskas-Stadion fahren die Autos im Berufsverkehr, die himmelblaue EM-Beflaggung weht im Wind, alles geht bislang unaufgeregt seinen Gang. Dass am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) dort bis zu 65.000 Menschen den Außenseiter Ungarn zu einem überraschenden Auftaktsieg gegen Cristiano Ronaldo und Europameister Portugal brüllen sollen, lässt sich noch nicht erahnen.

In der Stadt an der Donau träumen sie jedoch bereits von einer magischen Nacht. Dabei hilft, dass die ungarische Regierung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) trotz Pandemie eine 100-prozentige Stadionauslastung zugesagt hat. "Wir werden in Budapest über 65.000 Ungarn in unserem Rücken haben. Das gibt uns eine riesige Portion Extra-Motivation, einen emotionalen Push", sagte Ungarns Torhüter Peter Gulacsi von RB Leipzig dem SID.

Todesgruppe mit Portugal, Frankreich und Deutschland

Beim Blick auf die Todesgruppe F, zu der neben den Portugiesen auch noch Deutschland und Weltmeister Frankreich gehören, glaubt kaum ein Experte an ein Weiterkommen des krassen Underdogs. "Wir sind Außenseiter in unserer Gruppe, obwohl wir mehrere Spieler in Top-Ligen haben und mit jungen Spielern näher an das Top-Niveau in Europa herankommen", gesteht auch Gulacsi ein. Und doch sagte er: "Unser großes Ziel ist es, einen der drei Großen zu schlagen." Und vielleicht doch das Achtelfinal-Wunder zu schaffen.

Nach Portugal empfängt Ungarn auch die Franzosen (19. Juni) vor der Mega-Kulisse in Budapest, gegen Deutschland geht es in München (23. Juni). Was die Erben des legendären Ferenc Puskas gegen alle Widerstände zu leisten imstande sind, haben sie bereits vor fünf Jahren gezeigt. Bei der EM in Frankreich kamen sie als Gruppensieger ins Achtelfinale, wo Belgien beim 0:4 einfach zu stark war.

Gulacsi und Orban mit hervorragender Saison bei RB Leipzig

Unvergessen bleibt das wilde 3:3 gegen Portugal in der Vorrunde, bei dem Ungarn dreimal führte. "Das war ein unglaublich spektakuläres Spiel", erinnerte sich der damalige Nationaltrainer Bernd Storck im SID-Interview: "Portugal musste gewinnen. Ich habe heute noch vor Augen, wie Ronaldo sich jedes Mal geärgert hat, wenn wir in Führung gegangen sind." Nun geht es wieder gegen Ronaldo und Co.

Mittlerweile coacht der Italiener Marco Rossi die Mannschaft, die Portugals enorm breit aufgestellte Offensivmaschinerie aufhalten muss. Storck riet dem Trainer dafür: "Keine Angst vor großen Namen! Sie dürfen nicht denken: Wir müssen Ronaldo jetzt in die Manndeckung nehmen." Dennoch bleiben die Stars der Mannschaft Keeper Gulacsi, der in Leipzig eine hervorragende Saison gespielt hat, und dessen Klubkollege Willi Orban im Abwehrzentrum. Erwischt das "deutsche Duo" einen guten Tag, wird sich auch Ronaldo schwer tun.  

Emil Forsberg gegen Dani Olmo in der Außenseiterrolle

Bereits am Montagabend kommt es zum Aufeinandertreffen zweier Leipziger Topstars, wenn Dani Olmo mit Spanien auf Emil Forsberg und seine Schweden trifft. Nach den EM-Titeln 2008 und 2012 sowie dem WM-Triumph von 2010 durch die Goldene Generation darben die Spanier wieder etwas. Vorrunden- und Achtelfinal-Aus bei den Weltmeisterschaften 2014 und 2018, Achtelfinal-Aus bei der EM 2016. Wohl auch deswegen riskiert Trainer Luis Enrique eine Euro mit vielen Spieler, die noch bei keinem großen Turner dabei waren - „Mundo Deportivo“ schrieb bereits vom „Rookie Spanien“. Enrique selbst zählt sein Team aber zu den „sechs, sieben“ Titelkandidaten.

Schick und seine Tschechen treffen auf Schottland

Das bislang letzte Duell zwischen Spanien und Schweden endete bei den Skandinaviern in der EM-Qualifikation 1:1. „Und ich hoffe, dass wir das auch wieder erreichen. Wir sind natürlich keine Favoriten, aber ich hoffe, dass wir sie ärgern können“, sagte Schwedens Bundesliga-Star Emil Forsberg im Interview der Deutschen Presse-Agentur vor der Partie. Schon am Montagnachmittag (15 Uhr) trifft Patrik Schick (Bayer Leverkusen), im Vorjahr bei RB Leipzig unter Vertrag, zum EM-Auftakt Tschechiens auf Schottland. (RBlive/sid/dpa/fri)