RB Leipzig

Aus den Räumen des Red-Bull-Konzerns: Wieviel RB steckt in VfL-Coach Oliver Glasner?

Von (RBlive/dpa)
15.01.2021, 10:19
Alte Kollegen in Salzburg: Oliver Glasner (l.) und Ralf Rangnick
Alte Kollegen in Salzburg: Oliver Glasner (l.) und Ralf Rangnick imago/Ulmer/Schaad

Wenn man so will, hat die Laufbahn von Oliver Glasner genau dort begonnen, wo auch die Entwicklung des nächsten Gegners RB Leipzig ihren Ursprung nahm: In den Räumen des Red-Bull-Konzerns in Österreich.

Glasner arbeitete in der Geschäftsleitung von RB Salzburg, als er 2012 begann, regelmäßig mit Ralf Rangnick joggen zu gehen. Der neue Sportchef von RB habe ihn irgendwann gefragt, wo er seine berufliche Zukunft sehe, hat der Trainer des VfL Wolfsburg seit seinem Wechsel in die Fußball-Bundesliga nun schon mehrfach erzählt. Als Glasner daraufhin antwortete, lieber auf dem Platz als im Büro arbeiten zu wollen, ernannte Rangnick ihn kurzerhand zum Assistenten des neuen Salzburger Chefcoaches Roger Schmidt (heute PSV Eindhoven).

Bislang alle Vorgaben erfüllt

Achteinhalb Jahre ist das mittlerweile her, und bislang hatte Glasner keinerlei Anlass, an seiner Entscheidung zu zweifeln. In der ersten Saison erreichte er mit dem VfL einen Europa-League-Platz. In der zweiten hat Glasner zumindest bislang alle Vorgaben erfüllt.

Der Abstand zu Topteams wie Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig ist sportlich nicht mehr so groß. An diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) will der  gegen Leipzig zum ersten Mal in dieser Saison auch einen dieser "Großen" schlagen. "Das ist unser nächster Schritt: Solchen Mannschaften erst sportlich näher zu kommen und das Ganze dann auch in Ergebnisse umzumünzen", sagte Glasner.

Dafür, dass der 46 Jahre alte Österreicher nun schon seit anderthalb Jahren in der Bundesliga arbeitet, hat die so fußballinteressierte Öffentlichkeit aber noch immer kein klares Bild von ihm. Das mag auch daran liegen, dass Glasner in keine Schablone passt. Er ist stark beeinflusst von der RB-Schule - legt aber auch Wert auf die Feststellung, dass er die Idee vom "vertikalen Spiel und hohen Pressing" schon vor seiner Zeit in Salzburg hatte.

Sachlich und höflich

Ein anderer Punkt ist: Glasner ist ein sehr sachlicher, höflicher Typ - was ihn aber manchmal trotzdem nicht davor schützt, mittelschwere Turbulenzen auszulösen. Im November bedauerte er in einem Sky-Interview, dass es dem VfL nicht gelungen sei, eine weitere Verstärkung für die Offensive zu verpflichten. Der Trainer musste zum Rapport beim Sportdirektor und Sport-Geschäftsführer.

Zwei Monate später ist vieles wieder im Lot, denn Glasners Mannschaft hat sich in dieser Saison bislang von nichts aus der Bahn werfen lassen: nicht von den vielen Corona-Fällen, nicht von mehreren Rückständen in ihren Spielen - und auch nicht von diesen Dissonanzen.