„Demütig, aber auch mutig”Diese RB-Talente machten im Test auf sich aufmerksam

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 27.11.2022, 12:35
Treffer zum 3:0: RB-Sturmtalent Ohene Köhl.
Treffer zum 3:0: RB-Sturmtalent Ohene Köhl. (imago/Picture Point LE)

Marco Rose weiß, dass der Grat zwischen Loben und Abheben schmal ist. Daher legte der Trainer von RB Leipzig nach dem 6:0 (2:0) im Testspiel gegen den polnischen Erstligisten Radomiak Radom Wert darauf, die Leistung der eingesetzten Talente richtig einzusortieren. Gleich neun Nachwuchskicker aus U19 und U17 kamen zum Einsatz und zeigten fast durchweg starke Leistungen.

„Ich freue mich, dass sie vor den Augen ihrer Familien Einsatzzeit gekriegt haben, dass sie mal reinschnuppern konnten”, sagte Rose. „Sie machen das im Training jeden Tag besser, adaptieren relativ schnell, haben aber alle zusammen noch einen ganz weiten Weg und viel Arbeit vor sich. Aber die, die heute dabei waren, sind alles Talente, die Ziele haben.”

Rose beeindruckt von Bas Flanken-Qualität

Von Beginn an durften Innenverteidiger Sanoussy Ba und Stürmer Ohene Köhl ran. Sanoussy Ba gehört mit nur 18 Jahren bereits zum Kader der ersten Mannschaft und zeigte das auch mit einem reifen Auftritt neben Mohamed Simakan. Auf Ba ging Rose auch konkret ein. „Er ist ein guter Typ, hört zu, ist demütig, aber auch mutig, versteckt sich nicht im Training”, lobte der Coach. „Er hat einen tollen rechten Fuß, kann herausragende Flanken schlagen, hat Tempo und kann viele Positionen spielen.” Noch sei das Trainerteam dabei, die optimale Position für das Toptalent zu finden. Am Besten funktioniert der im bayrischen Hof geborene Defensivallrounder wohl als Halbverteidiger in einer Dreierkette.

In der zweiten Hälfte war Ba dann sogar der Seniorpartner in der Innenverteidigung, weil für Simakan der erst 17 Jahre alte Daniel Ihendu eingewechselt wurde. Mit 1,94 Metern und seiner abgeklärten Art erinnert das Talent an den jungen Ibrahima Konaté. Nach kurzer Eingewöhnungszeit fand sich die neu formierte Viererkette und lieferte eine stabile Leistung ab. Dazu gehörte in der zweiten Hälfte auch Rechtsverteidiger Max Voigt (18), der sich selbstbewusst immer auch nach vorn einschaltete und seine Sache auch defensiv gut machte.

Köhl und Schierack treffen

Einen durchwachsenen Aufritt hatte Stürmer Ohene Köhl, der tolle Anlagen mitbringt, körperlich robust und pfeilschnell ist und Bälle gut behaupten kann. Doch dem 18-Jährigen Angreifer fehlt noch das Gespür für Räume und Positionierung und das Selbstverständnis vor dem Tor. In der ersten Hälfte vergab der Youngster eine Topchance wenige Meter vor dem Tor. Dass Emil Forsberg ihm dann nach einem Konter das 3:0 überließ, als Köhl nur noch einzuschieben brauchte, dürfte mehr Mut für den nächsten Auftritt bringen.

Mit breiter Brust ging der 17-jährige Zehner Simon Schierack aus der Partie. Wenige Minuten nach seiner Einwechslung war er aus kurzer Distanz noch am Keeper der Gäste gescheitert, kurz darauf machte er es besser, als er einen Ball zentral im Mittelfeld forderte, einen Gegenspieler abhängte, sich den Ball auf Links legte und aus 16 Metern zum 5:0 traf. Eine tolle Szene des U19-Akteurs.

Und im Tor zeigte Jonas Nickisch (18) in seinen zehn Minuten Einsatzzeit, als er eine Glanzparade zeigte und in der Schlussphase für Ruhe sorgte, was er im Training mit Janis Blaswich, Örjan Nyland und Torwarttrainer Freddy Gößling gelernt hat.

Rose: „Der Sprung ist groß, aber wir versuchen, sie dabei zu unterstützen”

Rose kündigte an, „den ein oder anderen” auch ins Trainingslager Anfang Januar nach Abu Dhabi mitzunehmen und regelmäßig ins Training zu holen. „Sie können jetzt mal auf sich aufmerksam machen, sich zeigen und dann wieder runtergehen in ihre Mannschaften und alles auf den Platz bringen, was sie mitnehmen konnten”, sagte Rose. „Der Sprung ist groß, aber wir versuchen, sie dabei zu unterstützen.”

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