Roses Erkenntnisse aus dem Test

„Nix Ausklingen!”

Von Ullrich Kroemer 25.11.2022, 17:30
Arbeitsplatz auf der Eiskiste: Marco Rose und sein Assistententross.
Arbeitsplatz auf der Eiskiste: Marco Rose und sein Assistententross. (Picture Point LE)

Marco Rose stand im Regen am Rand des Platzes am Cottaweg, doch der RB-Coach war nach dem 6:0 (2:0) im Testspiel gegen Radomiak Radom höchst zufrieden.

„Wir haben ein paar junge Kerle ins Spielen gebracht, Konni Laimer 45 Minuten integriert und keine zähe Partie draus werden lassen, dementsprechend bin ich heute zufrieden”, sagte Rose nach dem inspirierten Vortrag seiner Mannschaft. „In dieser Phase, in der keiner so genau weiß, was richtig und was falsch ist, erwarte ich, dass wir die Zeit nutzen und das machen wir sehr gut. Das hat das Testspiel heute bestätigt.”

RB druckvoll und inspiriert – Rose lobt Henrichs und Schlager

Die Leipziger agierten gegen den Tabellenzehnten aus Polen so druckvoll mit und gegen den Ball, als finde ein Ligaspiel statt. Bis auf Abwehrtalent Sanoussy Ba und U19-Stürmer Ohene Köhl standen zu Beginn ausschließlich gestandene Profis auf dem Platz. Und die zeigten so viel Einsatz, als ginge es um Punkte.

Das war beileibe nicht immer so. Vergangenen Herbst etwa quälte sich RB gegen Regionalligist Eilenburg zu einem mühsamen 2:1. Julian Nagelsmann verzichtete auf Sparring so gut wie komplett, weil er den Erkenntnisgewinn für begrenzt hält. An diesem Freitag aber waren wie immer unter Rose jede Menge Bereitschaft und Spielfreude vorhanden.

Die Hausherren begannen mit einer Mittelfeldraute, was mit den Achtern Amadou Haidara und Konrad Laimer, der sein Comeback gab, und Zehner Emil Forsberg hervorragend funktionierte. „Wir haben den Gegner anders erwartet, sie spielen eigentlich Dreierkette, haben heute auf einmal auch Raute gespielt”, berichtete Rose. Doch dadurch ergaben sich Räume, die etwa Rechtsverteidiger Benjamin Henrichs nutzte und immer wieder nach innen zog. „Er hat heute auch ein gutes Spiel gemacht”, lobte Rose den ausgemusterten Nationalspieler.

RB hatte dank des Eifers und der Kombinationslust zahlreiche gute Abschlussmöglichkeiten, drängte Radomiak oft ins letzte Dritter, verteidigte bei Kontern konsequent und hätte auch 8:0 gewinnen können. Köhl etwa scheiterte völlig frei zentral vor dem Tor. In der zweiten Hälfte wurde Rasenballsport dann vor 423 Fans gieriger und effizienter und belohnte sich für den Aufwand.

Rose: „Woche maximal nutzen”

Dass Xaver Schlager Linksverteidiger spielen musste, war aus der Not heraus geboren, da Marcel Halstenberg nicht spielen konnte. „Wir haben heute ein paar Sachen gesehen, die wir so nicht mehr häufig sehen werden”, so Rose.

„Xaver ist Linksfuß und er hat es sehr gut gemacht, Xaver gibt uns immer viel und deswegen war klar, dass er auch die Rolle bekleiden kann”, lobte Rose. Doch es wird für Schlager bei dem Experiment bleiben. „Wenn alle da sind, hat er auf anderen Positionen mehr Wert für uns”, betonte Rose.

Bevor er auf den Weihnachtsmarkt entschwand, gab Rose für die verbleibende Woche bis zum Urlaub das Motto vor: „Nix Ausklingen! Wir haben danach sehr verdient einen längeren Urlaub, deswegen möchte ich, dass wir die Wochen bis dahin maximal nutzen, gut im Training arbeiten und so ein Testspiel abliefern wie heute. Das sah nicht nach Ausklingen aus, dasselbe erwarte ich in einer Woche gegen Horsens.”

Dann absolviert RB zur gleichen Uhrzeit den zweiten Test der WM-Pause gegen den dänischen Erstligisten AC Horsens (2.12., 14 Uhr).

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