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Deutschland ohne Halstenberg: Orban und Gulácsi scheiden mit Ungarn aus

Von (sid/RBlive/msc) 24.06.2021, 06:30
Péer Gulacsi am Boden, Deutschland feiert.
Péer Gulacsi am Boden, Deutschland feiert. imago images/Matthias Koch

Bayer-Star Leon Goretzka hat die deutsche Nationalmannschaft in einem nervenzerfetzenden Zitterspiel doch noch ins EM-Achtelfinale geführt. Marcel Halstenberg war ein Einsatz gegen die beiden Teamkollegen Gulácsi und Orban dabei nicht gegönnt, Robin Gosens stand wieder in der Startformation. 

Nervenkrimi gegen Ungarn

"Das war ein Nervenkrimi", sagte Kapitän Manuel Neuer erleichtert. "Das war eine vielbeinige Abwehrkette, die alles dichtmachen wollte." England, versicherte er, werde "ein ganz anderes Spiel. Wir wollen weitergehen. Und Wembley liegt uns!" Joshua Kimmich findet den Gegner "einfach geil". Löw lobte die "sensationell gute Moral" der Mannschaft, das Ziel sei in der sehr schwierigen Gruppe F "ja erreicht".

Orban und Gulácsi stark, aber nicht fehlerfrei

Deutschland war durch den Mainzer Adam Szalai mit 0:1 in Rückstand geraten. Und Andras Schäfer (68.) hatte nur 15 Sekunden nach dem 1:1 durch Kai Havertz wieder für Ungarn getroffen - und Deutschland damit an den Abgrund geschoben. So sah es lange danach aus, dass die stark verteidigenden Ungarn um Orban und Gulácsi sogar als Gruppenzweiter weiter kommen. Beide hielten für ihr Team mehrfach die Führung fest, allerdings hatte sich Gulácsi bei Havertz Treffer verschätzt. "Es ist schwer, die Worte zu finden. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Klar hat Deutschland dominiert. Am Ende ist es Pech für uns und Glück für Deutschland", sagte er nach dem Spiel. Ungarn habe nicht viele Chancen zugelassen und drei "für unser Level" sehr gute Spiele gemacht. In der "Todesgruppe" hatte Ungarn bis zuletzt die Chance auf das Weiterkommen. 

Deutschland zu passiv

Ungarn bot über das gesamte Spiel weit weniger Räume als Portugal an. Standards, die im Verlauf des Turniers noch wenig Gefahr gebracht hatten, sollten helfen: Antonio Rüdiger verpasste die erste gute Freistoßflanke, später köpfte Mats Hummels nach Eckball von rechts an die Latte (21.). Auf der anderen Seite verteidigte das Duo zu passiv gegen Szalai, anschließend fiel der DFB-Elf nicht genug ein. 

Halstenberg hofft weiter

Deswegen war es beim Stand von 1:2 klar, dass Marcel Halstenberg sich keine Hoffnung mehr auf Spielzeit machen muss, Löw brachte gegen Ende die volle Offensive, sodass hinten rechts Sané verteidigen durfte. Ex-RBLer Timo Werner wurde auch eigewechselt, war aber ohne Durchschlagskraft, lediglich sein geblockter Schussversuch leitete das 2:2 ein. Nun wartet England im Achtelfinale.