RB Leipzig

„Die Kette ist runter”: Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik

Von Martin Henkel 08.03.2020, 08:16
Nur 0:0: Dani Olmo (r.) und Christopher Nkunku hadern mit sich.
Nur 0:0: Dani Olmo (r.) und Christopher Nkunku hadern mit sich. Imago/Joachim Sielski

Gulacsi hält die Weste rein, Angelino verballert mit Rechts und Timo Werner peilt einen Negativrekord an  - RB Leipzigs Spieler nach dem 0:0 beim VfL Wolfsburg in der Einzelkritik:

Peter Gulacsi: Fünf der letzten sechs Spiele beendete RB mit null Gegentreffern. Ein Verdienst auch von "Pistol Pete" Gulacsi, der im Duell mit Wolfsburgs Angreifern mehrfach Chancen entschärfte und so die Weste rein hielt. Immerhin. Leipzigs bester Mann auf dem Platz. Note: 2.

Lukas Klostermann: Mister Zuverlässig bot auch gegen Wolfsburg eine solide Vorstellung seiner Künste. Spielte in der ersten Halbzeit mal wieder links Außen in der Viererkette, rückte nach der Pause in die Dreierformation. Dass die "Wölfe" in Halbzeit zwei kaum mehr gefährlich vor das Leipziger Tor kamen, war auch sein Verdienst. Note: 3.

Dayot Upamecano: Lieferte sich das knalligste Duell des Nachmittags mit dem niederländischen Bullen Wout Weghorst. Fand im Luftkampf seit langem mal wieder seinen Meister, war am Boden aber einmal mehr Herr des Leipziger Hinterhofs. Ist seit Monaten in konstant exzellenter Form Note: 2,5.

Marcel Halstenberg: Spielte einmal mehr Innenverteidiger und ist von der Position kaum mehr wegzudenken. Die stabilisierte Defensive der "Roten Bullen" geht auch auf seine Leistungsstabilisierung zurück. Tat, was zu tun ist, um den Ball in die vorderen Zonen zu bringen und ließ hinten kaum etwas anbrennen. Verursachte in der 5. Minute allerdings einen Fehlpass, den Mehmedi zu einem Schuss aufs RB-Tor nutzte, Gulacsi parierte. Note: 3.

Angelino: Hatte die größte RB-Chance auf dem Fuß, schlug aber einen Haken auf seinen schwachen rechten Fuß und verballerte den Schuss aus fünf Metern weit am Tor vorbei (37.). Scheint ansonsten das Pulver seiner ersten Spiele ein wenig verschossen zu haben: Keine seiner Flanken gelangte dorthin, wo es hätte gefährlich werden können. Note: 3,5.

Konrad Laimer: Der Ballräuber war nach seiner Gelbsperre zurück und spielte eine gewohnt emotionale Partie. Wirkte aber mit seiner weiterhin schmerzenden Schulter gehandicapt und konnte dem Aufbauspiel der Sachsen nicht die üblichen Impulse verleihen. Note: 3.

Marcel Sabitzer: Füllt seine Rolle als Kapitän und Leader auf der für ihn neuen Position zwischen Abwehr und Angriff mit immer größerer Souveränität aus. Konnte seine Kollegen aber wie auch schon gegen Bayer nicht aus der Lethargie reißen. Wirkte bei manchen Situationen in der 2. Halbzeit mitunter ausgepumpt und verzagt.  Note: 3.

Christopher Nkunku: Wirkte auf der rechten Außenbahn wie festgetackert. Entweder auf Anweisung oder aufgrund mentaler Müdigkeit. Gelangte kein einziges Mal mit einem Tempolauf oder Dribbling hinter die Abwehrkette der Wolfsburger und spielte ungewohnt viele Alibipässe. Könnte vielleicht eine Pause gebrauchen. Aber wann? Note: 3,5.

Emil Forsberg: Der Schwede bekam sein drittes Spiel in Folge von Beginn an. Wirkt aber weiterhin antriebsgehemmt. Spielte seinen schönsten Pass bereits in der 11. Minute auf Patrik Schick, der um Haaresbreite zu spät kam, blieb sonst aber weitgehend unsichtbar. Note: 3,5.

Patrik Schick: Eines der schwächsten Spiele des Tschechen für RB. Hatte exakt einen Torschuss, es war ein Kopfball nach einer Ecke. Hatte ansonsten ganze 57 Ballkontakte, spielte 27 Pässe und brachte davon 20 an den Mann. Kam mit seinen Piouretten dieses Mal nicht einmal an einem Gegenspieler vorbei Note: 4.

Yussuf Poulsen: Kommentar eines Kollegen nach dem Spiel: "Bei Yussi ist die Kette runter." Der Däne hatte die zweitgrößte RB-Chance des Spiels auf dem Fuß, verzog den Schuss aber um Meter. Wirkte ansonsten glücklos in allen seinen Aktionen und zum ersten Mal im Dress der Savhsen verzagt. Ist einer der Verlierer des Trainerwechsels von Ralf Rangnick zu Julian Nagelsmann. Lief bis zu seiner Auswechslung in der 60. Minute gerade mal 7,5 Kilometer und spielte ganze neun Pässe.   Note: 4.

Timo Werner: Saß angeschlagen bis 30 Minuten vor dem Ende auf der Bank und belebte Leipzigs Spiel nach seiner Einwechslung. Ein bißchen und grundsätzlich seiner Klasse geschuldet, weil er Gegenspieler immer ein bißchen nervös macht. Gelangte aber trotzdem nicht in eine Abschlusssituation und ist nun schon zwei Spiele nicht nur torlos, sondern auch ohne einen Abschluss. Note: 3

Dani Olmo: Bekam von seinen Trainer mal wieder einen Auftritt zugesprochen, nachdem er die vergangenen zwei Partie ohne Einsatz geblieben war. Brachte kurzzeitig neuen Schwung ins RB-Spiel, prallte aber wie seine Kollegen bei den meisten Versuchen am Bollwerk der "Wölfe" ab. Hatte zwei Torschüsse, der erste landete am Außennetz. Note: 3 

Benotung nur von Spielern, die vor der 70. Minute auf dem Feld standen. (RBlive/mhe)