Die RB-Profis in der einzelkritikAuf die Socken bekommen

Von Ullrich Kroemer und Martin Henkel 23.10.2022, 10:23
Der Schrei, neu interpretiert von Yussuf Poulsen.
Der Schrei, neu interpretiert von Yussuf Poulsen. (imago/MIS)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig auswärts beim 3:3 (0:1) gegen den FC Augsburg gesehen:

Janis Blaswich: Kein Spiel, um sich als Keeper auszuzeichnen. Bei den Standard-Gegentoren machtlos, hatte sonst kaum Gelegenheit, entscheidend einzugreifen. Note: 3.

Benjamin Henrichs: Kommt unter Rose in der Viererkette nicht in Tritt. Spiel zu passiv und lethargisch, ohne Selbstvertrauen, als hadere er mit seiner Situation. Als Novoa eingewechselt wurde, hatte das RB-Spiel sofort mehr Zug nach vorn. Note: 4.

Willi Orban: Nicht alles gelang dem Kapitän an diesem Nachmittag, ließ sich auch von den hoch pressenden Augsburgern beeindrucken und blieb im Spielaufbau mal hängen, was mittlerweile höchst selten passiert. Ließ sich vor dem 0:2 von Augsburgs Aggressiv-Leader Gouweleeuw wegstoßen und segelte unter dem Eckball durch. Schaltete sich dann nach dem Platzverweis über die rechte Seite als zusätzlicher Spieler auf der Halbspur mit nach vorn ein und leitete das 1:3 mit ein, hatte zudem zwei, drei gute Abschlüsse. Note: 3.

Josko Gvardiol: Bei den Gegentoren nicht beteiligt, hielt wie gewohnt robust dagegen. Ließ Berisha in der ersten Hälfte flanken, als Demirovic beinahe das 2:0 erzielt hätte. Hatte in der zweiten Hälfte Anteil an der Aufholjagd. Die Situationen zum 1:3 und 3:3 liefen über ihn. Note: 2,5.

David Raum: Agiert im RB-Dress nach wie vor unterdurchschnittlich – und sieht das immerhin selbst auch so. Leistete sich eine ungestüme Aktion, die zum Strafstoß führte, brachte über Außen kaum Flanken an den Mann und gewann keinen einzigen Zweikampf – und das gegen Augsburg! Note: 4,5.

Kevin Kampl: Durchschnittlicher Auftritt des schmächtigen Spielmachers, der sich durch tiefes Fallenlassen beim Spielaufbau immer wieder dem Zugrifg der Gegner zu entziehen versuchte. War beim Gegenpressing nicht griffig genug und im Konterspiel oft zu umständlich. Note: 4.

Xaver Schlager: Hatte seine Mühen, all die Augsburger abzudecken, die nach gut 20 Minuten dauerhaft auf ihn zuliefen. Kampl neben ihm ließ zu viele Räume ungedeckt. Sprang vor dem 0:2 durch Demirovic nur halbherzig hoch. Provozierte den entscheidenden Platzverweis für Iago, als der ihn rüde gefoult und sich anschließend vom erbosten Österreicher zu einem Schultercheck hinreißen ließ. Note: 3,5.

Dominik Szoboszlai: War bis zu einem Doppelpass mit Forsberg zu dessen größter RB-Chance vor der Pause kaum zu sehen und beim 0:3 nicht eng genug an Vargas dran. Doch der Schweizer traf allerdings auch artistisch. Raffte sich nach dem Platzverweis für Iago endlich auf, weil er nun auch Räume für sein Spiel fand. Legte Silva das 1:3 auf und war entscheidender Antreiber bis zum glücklichen Ende. Note: 2,5.

Emil Forsberg: Hatte eine vielversprechende Szene vor dem 0:1, als er mit Szoboszlai Doppelpass spielte und sein Schuss FCA-Keeper Koubek mit dem Fuß klärte. War ansonsten weitgehend unsichtbar, ein paar gute Umschaltbälle und Befreiungskreisel bis zur Pause. Sind mit 31 nicht mehr seine Spiele, wenn der Gegner so auf die Socken geht. Note: 3,5.

Yussuf Poulsen: War als Wandspieler Ziel Nummer eins für die harte Gangart der Augsburger. Lag bei so gut wie jeden Zweikampf am Ende auf dem Boden, niedergerungen, gezogen, gestoßen, gedrückt. Kam so nur auf 17 Ballkontakte in 74 Minuten. Note: 3,5.

André Silva: Hatte einen schweren Stand gegen die Augsburger Hintermannschaft. Wurde mehrfach hart gefoult. Belohnte sich aber für seine Gegenwehr mit dem Treffer zum 1:3, seinem ersten in der Liga in dieser Spielzeit. Note: 2,5.*

Christopher Nkunku (59.): Ihm war nach seiner Einwechslung zunächst anzumerken, dass er nach der Hand-OP erst wieder etwas Sicherheit braucht, flankte ins Nichts und schoss den Ball weit über das Tor. War dann aber kurz vor Schluss wieder präzise und konzentriert und erzielte den Anschluss per Traum-Freistoß, den er um die Mauer wickelte. Note: 2,5.*

Amadou Haidara (59.): Brachte mehr körperliche Wucht ins Spiel als Kampl. Solider Halbstunden-Auftritt des Maliers. Note: 3.*

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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