Die RB-Spieler in der Einzelkritik

Erlösung fünf Minuten vor dem Ende

Lange mühte sich RB Leipzig gegen robust und tief verteidigende Schotten, dann traf Angeliño aus dem Hinterhalt. So haben wir die Spieler in den Minuten vor dem 1:0 und danach gesehen:

Von Martin Henkel, Ulrich Kroemer 29.04.2022, 10:22
Erlösung fünf Minuten vor dem Ende: Benjamin Henrichs bedankt sich für das Tor von Angeliño (3.v.r.)
Erlösung fünf Minuten vor dem Ende: Benjamin Henrichs bedankt sich für das Tor von Angeliño (3.v.r.) (imago/jan huebner)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 1:0-Sieg gegen den Rangers FC gesehen:

Peter Gulacsi: Pistol-Pete hatte nicht viel zu tun, musste kaum eingreifen und wenn er den Ball mal hatte, spielte er ihn ohne Schnörkel zu seinen Vorderleuten. Note: 3.

Lukas Klostermann: Spielte rechts in der Dreierkette und bekam es mit dem schnellen Ryan Kent zu tun. Ließ sich einmal von dem vernaschen, als der Schotte kurz nach der Halbzeit ihm Strafraum auswackelt und aufs lange Ecke zielt, ging Gott sei Dank daneben. Ansonsten stabil in der Defensive, nach vorn zaghaft. Note: 3,5.

Josko Gvardiol: Musste im Kettenzentrum Willi Orban ersetzen. Spielte den Part gut, auch wenn er zwei, drei Pässe aus der Abwehr heraus mit zu viel Risiko spielte. Hatte mit 153 die meisten Ballkontakte auf dem Feld, seine Passgenauigkeit lag bei 91 Prozent. Viel Arbeit hatte er gegen tiefstehende Schotten nicht. Note: 2,5.

Marcel Halstenberg: Rutschte in die Dreierkette, weil Gvardiol im Zentrum aushelfen musste. Robuster, fast schon schottischer Vortrag des Routiniers: sehr kompromisslos in den Zweikämpfen, nach vorn eher zurückhaltend, was aber auch am Platzmangel in der Offensive lag. Note: 2,5.

Benjamin Henrichs: Fiel nicht groß auf, hatte nach hinten wenig zu tun, nach vorn fiel ihm wenig Kreatives ein, und wenn er mal den Ball zur Flanke vor dem Fuss hatte, war der Strafraum zu schlecht besetzt - oder gar nicht. Note: 3.

Tyler Adams: Feine Aktion gegen Ende des Spiels, als er ins Duell mit Rangers-Keeper McGregor ging, der 40 Jahre alte Schotte bekam gerade so seine Finger an den Schuss des US-Amerikaners. Ansonsten nach vorn wenig kreativ. Dass Kevin Kampl fehlte, war deutlich zu merken. Im Spiel gegen den Ball hingegen kompromisslos. Note: 3. 

Konrad Laimer: Gehörte in der Startphase zu den Auffälligsten, versuchte immer mal wieder, über die Halbspuren bis zur Grundlinie durchzubrechen und tiefe Läufe anzuziehen. Wurde von Goldson abgegrätscht, als er mal im Strafraum war (18.). Leistete sich in der zweiten Hälfte einige Unaufmerksamkeiten, verlor Bälle, die er sonst nicht hergibt.. Note: 3.

Angeliño: Unauffällig bis zur 85. Minute. In der wuchtete er einen Eckenabpraller wie auf einer Linie gezogen ins lange Eck. Vielleicht das entscheidende Tor zum Finale in Sevilla, vor allem seiner mentalen Wirkung wegen. Er brachte die Erlösung. Note: 2,5.

Dominik Szoboszlai: Wurde von Tedesco als hängende Spitze hinter Nkunku gebracht, doch die Idee ging nicht auf. „Szobo” hatte kaum gefährliche Aktionen, keine gute Zweikampfquote und keinen Torschuss. Ein Turm wie Poulsen wäre gegen die Rangers möglicherweise passender gewesen. Einzige starke Szene war seine Flanke, die dann zur Toptorchance von Angeliño führte (31.). Note: 3,5.

Dani Olmo: Der Spanier kämpfte, aber seine Klasse kam gegen den schottischen Riegel kaum zur Geltung. Zu dicht war das Zentrum, zu wenig Räume waren vorhanden, als dass Olmo hätte seine Klasse ausspielen können. Kein Torschuss, nur 39 Ballkontakte in 70 Minuten. Das war nicht Olmos Abend. Note: 3,5.

Christopher Nkunku: Mit Abstand der gefährlichste Leipziger, hatte in der zweiten Hälfte zwei riesige Chancen, die er jedoch ungewohnterweise beide vergab. Dribbelte sich erst durch den halben Rangers-Strafraum, ehe er vor dem leeren Tor verzog (70.). Jeder, der schon einmal eine hundertprozentige Torchance vergeben hat, die man eigentlich gar nicht mehr daneben schießen kann, kann mitfühlen. Auch der Überflieger Nkunku hat irdische Momente. Köpfte dann nach Angeliños Flanke auch noch neben den Kasten (79.). Wirkte als alleinige Spitze manchmal verloren, da stimmte die Box-Besetzung vor allem in der ersten Hälfte nicht. Fühlt sich mit einem klassischen Stürmer wie Silva oder Poulsen an seiner Seite wohler. Note: 2,5.*

*Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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