RB-Heimspiel gegen Rangers war nicht ausverkauft

Tedesco ehrlich: „Es gibt bessere Stimmungen”

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 29.04.2022, 11:04
Hatte schon rauschendere Spiele: Domenico Tedesco.
Hatte schon rauschendere Spiele: Domenico Tedesco. (imago/Jan Huebner)

Spannend und erfolgreich war das erste Halbfinal-Spiel in der Europa League zwischen RB Leipzig und den Glasgow Rangers (1:0), aber eine rauschende Europapokalnacht war es nicht. Dafür war sowohl das Niveau auf dem Rasen zu überschaubar, als auch die Emotionen auf den Rängen zu beherrscht.

Der harte Kern in Sektor B mühte sich zwar nach Leibeskräften, doch die Atmosphäre schwappte selten auf den gesamten Block, geschweige denn das ganze Stadion über. Der fahrige und krampfige Auftritt auf dem Platz spiegelte sich auch auf den Rängen wider. Zudem ist die Leipziger Fanszene nach Pandemie und Stadionumbau offenbar erst wieder dabei, sich zu finden. Die ganz große Finaleuphorie ist jedenfalls weder in der Stadt, noch im Stadion zu spüren gewesen.

Das Stadion war kurioserweiswe nicht einmal ausverkauft. 40.303 Zuschauer rief Stadionsprecher Tim Thoelke aus. Im Europapokal sind 41.122 zugelassen. Wegen einer Sicherheitszone neben dem Gästeblock mussten 800 Plätze leer bleiben. Zudem verkaufte Glasgow laut RB 100 Tickets weniger als die Maximalkapazität von 2400, weil sich viele schottische Fans Karten in den Heimbereichen gesichert hatten. Doch unabhängig davon waren auch viele Plätze in Sektor D und auf der Gegengerade in Sektor C nicht besetzt.

Die schätzungsweise 4000 Gäste aus Schottland, die nicht nur den Fanblock besetzten, sondern im gesamten Stadion verteilt waren, hatten offenbar schon zu viele Kräfte auf dem Marktplatz und dem Fanmarsch gelassen, als dass sie ihr Team während des Spiels hätten noch lauter unterstützen können. So brandete die Wucht der Rangers-Fans immer nur mal kurzzeitig auf.

Tedesco nach Halbfinalspiel mit RB Leipzig gegen die Glasgow Rangers: „Von der Stimmung her war es heute ... ähm ... ja”

Nach Abpfiff wurde RB-Trainer Domenico Tedesco dann von RTL+ gefragt, ob diese Partie die größte seiner bisherigen Laufbahn gewesen sei. Für die Fußballbranche angenehm ehrlich antwortete der Coach: „Nee, glaube ich nicht. Ich hatte einige große Momente, auf Schalke, hier auch schon, in Moskau extrem viele geile Momente.” Und dann kam er von sich aus auf die Atmosphäre im Stadion zu sprechen. „Von der Stimmung her war es heute ... ähm ... ja ... es gibt bessere Stimmungen, das sage ich Ihnen ganz ehrlich”, antwortete Tedesco.

Wie tags darauf zu hören war, waren dem Trainer vor allem die Pfiffe gegen den Strich gegangen, die es Mitte der zweiten Hälfte von den Rängen gab, als auf dem Rasen gerade nicht viel zusammenlief und sich das Spiel festzufahren schien. Eine durchaus berechtigte Einschätzung von Tedesco, es gibt nur nicht viele Trainer, die das nach einem Halbfinalspiel in der Europa League vor eigenem Publikum auch aussprechen.

Wenig später bei der Pressekonferenz war der Fußballlehrer bemüht, die Sätze aus dem Interview mit Moderatorin Anna Kraft einzuordnen einzuordnen. „Die nette Dame von RTL+ hat mich gefragt, ob das heute ein extremes Highlight für mich war, und da habe ich gesagt: ,Nee, es gab schon ein paar Highlights.’ In Summe war das die Antwort.”

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