RB Leipzig

Die Regel bin ich: Worüber RB Leipzigs Trainer Nagelsmann und Schiedsrichter Zwayer nach dem 1:1 gegen Frankfurt debattierten

Von (RBlive/hen)
15.03.2021, 07:30
Versteh' ich nicht: Nagelsmann bespricht sich mit Felix Zwayer
Versteh' ich nicht: Nagelsmann bespricht sich mit Felix Zwayer dpa/Jan Woitas

Mal wieder Felix Zwayer. Der Berliner Schiedsrichter ist einer der erfahrensten Schiedsrichter der Liga, aber auch einer der auffälligsten, was vor allem an seinem oft fragwürdigen Handling von Partien liegt.

Seine Art gilt als "kleinlich", mitunter auch willkürlich. RB-Trainer Julian Nagelsmann kann davon seit dem 1:1 gegen Frankfurt am Sonntag sein eigenes Lied singen. Er bekam vom Unparteiischen in der Nachspielzeit wegen einer "Schreiattacke" (Nagelsmann) die Gelbe Karte gezeigt.

Rode gegen Olmo

Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1, das Spiel wogte von einer Seite zur anderen. Bei einer Konterchance unterband Frankfurts Sebastian Rode den Leipziger Angriff mit einem Zweihändegriff gegen Dani Olmo. Das Foul war selbst oben auf der Tribüne gut zu sehen.

Freistoß? Nein, Zwayer ließ weiterlaufen. Nagelsmann wie die gesamte Leipziger Ersatzbank flippte aus. "Für mich war es ein Foul an Dani", beschrieb der Trainer des Tabellenzweiten hinterher die Szene: "Wir können in der gegnerischen Hälfte einen freien Ball einem relativ schnellen Spieler in den Lauf schicken, und er wird an beiden Schultern gehalten. Das ist jetzt kein grobes Foulspiel, ich habe auch keine Karte gefordert, sondern nur, dass es halt ein Foul ist."

"Ich war recht laut"

Wie Nagelsmann seine Beschwerde vortrug, missfiel wiederum Zwayer, der schon zuvor eher den Eindruck vermittelt hatte, dass er nicht nur nach Regelwerk, sondern auch Gutdünken pfeift. Sprich aus dem Bauch heraus mit eigenen Überlegungen, wann etwas ein Regelverstoß ist und wann nicht. Er zeigte dem 33-Jährigen Gelb (90.+1).

"Klar, die Karte ist wahrscheinlich berechtigt, weil ich recht laut war", räumte Nagelsmann ein, der sich nach Abpfiff einen Disput mit dem Schiedsrichter leistete. Zwayer erklärte dem aufgebrachten Trainer der Sachsen seine Entscheidung nach Nagelsmanns Auskunft so: "Das Argument, warum er nicht gepfiffen hat, war, dass Jovic in der Aktion zuvor auch gefoult wurde. Das hat er nicht gepfiffen, deswegen hat er sich gedacht, das nächste Foul pfeift er auch nicht."

Also eher eine Entscheidung nach der Art: Die Regel bin ich. Nagelsmann konnte darüber nur den Kopf schütteln: "Diese Argumentationskette erschließt sich mir nicht."