Die RB-Spieler in der Einzelkritik

Pressen, erobern, selbst verwandeln

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer 03.04.2022, 09:22
Wild entschlossen in Dortmund: Konrad Laimer.
Wild entschlossen in Dortmund: Konrad Laimer. Bernd Thissen/dpa

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 4:1 in Dortmund gesehen:

Peter Gulacsi: Es kommt nicht oft vor, dass Peter Gulacsi unhaltbare Bälle pariert. Doch gegen Haaland lenkte er mit den Fingerspitzen einen Schuss neben den Pfosten, den viele schon dringesehen hatten. Zwar hob der Assistent die Fahne, doch selbst RB-Trainer Domenico Tedesco sagte, dass es kein Abseits war. Gulacsi hielt RB in dieser Phase die Führung fest, bekam sonst aber kaum etwas direkt auf sein Tor. Punktabzüge gibt es, weil sich der sonst so coole Keeper in den ersten 20 Minuten von der Unsicherheit anstecken ließ und einige Abschläge direkt in die Füße des Gegners spielte. Note: 2.

Mohamed Simakan: Agierte anfangs bei seinem ersten Auftritt vor der Gelben Wand äußerst nervös, ließ sich im Spielaufbau einen Ball im eigenen letzten Drittel abnehmen und tauchte unter einem Ball durch. Stabilisierte sich dann, als der BVB-Druck nachließ. Note: 3.

Willi Orban: Der Turm in der Schlacht. Wacher Abwehrchef, der gut postiert war und anfangs wie eine Prellwand jeden Schuss der Dortmunder blockte. Da lohnt sich das zusätzliche Muskeltraining. War gedanklich schnell, immer auf der Höhe und leitete die jungen Kollegen rechts und links von ihm an. Note: 2.

Josko Gvardiol: Bei seinem Einsteigen gegen Haaland im Strafraum stockte den Leipzigern kurz der Atem. Doch der Norweger war sicherheitshalber schon zuvor leicht abgesprungen. Kein Foul, kein Elfmeter. Hatte anfänglich Probleme im Spielaufbau, der über seine linke Seite laufen sollte. Note: 2,5.

Nordi Mukiele: Kurz vor der Pause hob Mukiele ab und setzte zu einem Seitfallzieher an, den er jedoch nicht perfekt traf. Sonst agierte Mukiele zwar solide und nicht so nervös wie sonst, aber eben auch eher unauffällig. Konnte gegenüber Henrichs, der mit Magen-Darm ausfiel, keine Punkte sammeln. Note: 3.

Konrad Laimer: Konni Laimer hat schon viele gute Spiele für RB gemacht, aber diese Partie war mit Abstand seine beste. Er war nicht nur bissig und gallig, eroberte Bälle und machte Meter, er schloss auch noch selbst ab. Seine Balleroberung gegen Can und sein diagonaler Laufweg in den BVB-Strafraum danach kippten die Partie, in der zuvor der BVB dominiert hatte. Die ersten drei Tore leitete der 24-Jährige alle selbst ein. Zwei Treffer und ein Assist in einem Spiel sind Rekord für den Achter, dessen Dreisatz lautet: pressen, erobern, selbst verwandeln. Note: 1. 

Kevin Kampl: Der Ex-Dortmunder entwickelt sich zum Aggressive Leader. Als alle anderen noch beeindruckt waren von der Dortmunder Kulisse, ging er beherzt dazwischen, orchestrierte das RB-Spiel und versuchte, seine phlegmatische Kollegen aufzuwecken. War mit 29 Prozent nicht der zweikampfstärkste Spieler, aber mit 88 Prozent passsicher. Note: 3.

Angeliño: Zurückhaltende Partie des Spaniers, der vornehmlich die Aufgabe hatte, kompakt seine Stellung im Abwehrverbund zu stehen. Keine Torbeteiligung diesmal. Machte einmal einen Schritt zu viel, als er im Zentrum Silva und Olmo hätte bedienen können. Stattdessen grätschte ihn Can ab. Note: 3.

Christopher Nkunku: Ein Tor selbst erzielt, zwei legte er auf und den dritten, das 2:0 durch Laimer, leitete er ein. Lediglich Hummels und Can vereitelten diesen dritten möglichen Assist an diesem Abend. War nicht der auffälligste Spieler, aber wenn es drauf ankam, war er entscheidend. Note: 1,5.

Dani Olmo: Wunderschöner Unterlattentreffer zum 4:1. War zudem am 3:0 durch Nkunku beteiligt, als er Konrad Laimer bediente, der mit der Fußsohle auf den Franzosen ablegte. Bis dahin auch viel mit Defensivaufgaben beschäftigt, die er im Dreierverbund mit Laimer und Kampl erledigte, um das Zentrum abzudichten. Note: 2.

André Silva: War bemüht, seinen Part zu erfüllen. Der bestand aus Anlaufen und Umschalten. War wichtiger Scharnierspieler vor dem 1:0, ackerte sich ansonsten seine Talente aus dem Leib. Vergab eine gute Szene, als er allein auf Kobel zustürmte, aber kein Tempo aufnahm (5.). Kein großer Einfluss aufs Spiel. Note: 3,5.

Lukas Klostermann (68.): Kam für Mukiele zum Abdichten der rechten Seite. Erfüllte die Mission nur zum Teil, weil er vor dem 1:3 durch Malen schläfrig war und den Niederländer im Rücken aus dem Sinn verlor. Hatte zwei, drei gute Vorstöße, die er aber schlecht zu Ende spielte. Note: 3,5.

Emil Forsberg (68.): Hatte nicht mehr den ganz großen Anteil am Sieg, hatte aber zwei, drei gute Ballschleppmomente und verlieh dem offensiven Spiel Sicherheit. Hatte noch 14 Ballkontakte, spielte elf Pässe, von denen elf ankamen. Note: 3.*

*Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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