Die RB-Profis in der einzelkritikNordish by nature

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer 10.11.2022, 10:54
Eiskalt am Strafstoßpunkt: Emil Forsberg (l.)
Eiskalt am Strafstoßpunkt: Emil Forsberg (l.) (imago/mis)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 3:1 (1:0)-Sieg gegen den SC Freiburg gesehen:

Janis Blaswich: Bekam nur zwei Schüsse aufs Tor, einer war unhaltbar drin. Kein Abend, bei dem der Keeper sich auszeichnen konnte, war eher als Mitspieler gefragt. Wie bisher auch solider Rückhalt. Note: 2,5.

Mohamed Simakan: Wurde wegen der Verletzung von Gvardiol früh von der rechten Seite nach innen beordert, was ihn aber nicht davon abhielt, vorn aufzutauchen und mit dem wichtigen 1:0 das Eis zu brechen. Emotionaler Anführer, haut sich in  jeden Zweikampf mit vollem Körpereinsatz, und ist nach dem Spiel wieder angeschlagen. Note: 2.

Willi Orban: Hatte gleich zu Beginn eine gute Kopfballchance, die Flekken an den Pfosten lenkte. Stand bei zwei unglücklichen Situationen unverschuldet im Mittelpunkt, als sich erstens Gvardiol an seiner Eisenstirn das Nasenbein brach und er zweitens vor dem 1:2 in der Luft gestoßen wurde und so unter dem Ball hindurchtauchte. Sonst wie gewohnt eine Bank in der Abwehr, strahlt Ruhe aus. Ist in der Form seines Lebens. Note: 2,5.

Josko Gvardiol: Spielte nur eine Viertelstunde und rauschte dabei so mit Orban zusammen, dass er nicht weiterspielen konnte. Keine Benotung.

Marcel Halstenberg: Solide Abwehrleistung des Linksverteidigers, der da ist, wenn er gebraucht wird. Leistete sich einen Fauxpas, als er vor dem 1:2 direkt auf Küblers Fuß abwehrte. Trat nach vorn wenig in Erscheinung. Note: 3.

Kevin Kampl: Unauffällige aber deswegen nicht schlechte Partie des Routiniers. Agierte beim Spielaufbau im Wechsel mit Xaver Schlager als Libero, war solide beim Verteidigen. Was ihm fehlte war ein bißchen mehr Risiko bei den finalen Bällen, das aber eventuell der Marschroute geschuldet, Freiburg nicht zu Kontern einzuladen. Note: 3.

Xaver Schlager: Spielt den besten langen Ball bei RB, seine Vorlagen aus dem Fußgelenk über das halbe Spielfeld hinweg kommen punktgenau an. Das beherrscht und traut sich sonst kein Leipziger. Ließ sich als abkippender Sechser im Spielaufbau immer wieder in die Abwehrreihe fallen und rückte gegen den Ball ins Defensivzentrum. Unterstrich seine starke Form. Note: 2.

Dominik Szoboszlai: Legte Nkunku das 2:0 mit einem perfekt getimten Ball auf und war auch sonst aös hängener Achter häufig Dreh- und Angelpunkt des RB-Spiels. Ist mittkerweile auf einem verlässlich hohen Niveau angekommen. Note: 2,5.

Dani Olmo: Hielt sich vermutlich auf Anweisung seines Trainers viel auf dem Flügel auf, auf dem es bis zur Pause wenig zu gewinnen gab. War aber verlässlicher Anspieler und gegen den Ball wie das gesamte Team mit leidenschaftlichem Ingrimm dabei. Note: 3.

Christopher Nunku: War nicht ganz so auffällig wie gegen Hoffenheim, aber da, als er gebraucht wurde. Hatte bereits vor der Pause das 1:0 auf dem Fuss, ein Zuspiel von Szoboszlai landete aber am Pfosten (17.). Traf zum wichtigen 2:0 (56.) und bereitete das 1:0 mit seinem Kopfball nach einer Ecke vor (55.). Note: 2.

André Silva: Hätte ein Tor mindestens erzielen können, dass er keines getroffen hat, lag an seinen unpräzisen Abschlüssen. Traf zu dem eins, zwei Mal falsche Entscheidungen beim Abspielen während eines Konters. Aber sein Spiel gegen den Ball war solide, ebenso das Festmachen von Zuspielen gegen keine zimperlichen Freiburger. Note: 3,5.

Benjamin Henrichs (23.): Kam als Rechtsverteidiger ins Spiel, läuft aber nach wie vor seiner Form hinterher. Hinten solide, aber hatte offensiv keine entscheidenden Aktionen, obwohl das RB-Spiel in der ersten Hälfte über die Außen angelegt war. Spielt komplett ohne Selbstvertrauen. Ließ sich vor dem 1:2 zu einfach umstoßen. Note: 4

Emil Forsberg (69.): Der Routinier spielt mittlerweile auch so: abgeklärt, mit der sichtbaren Freude eines Spielers, der alles schon erlebt hat. Surft auf der gleichen Welle wie das Team, war überall zu finden, ballsicher, giftig - und nordish by nature vom Strafstoßpunkt. Traf zwei Mal nacheinander eiskalt, weil der erste Schuss noch nicht freigegeben war. Note: 2,5*

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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