Die RB-Profis in der einzelkritikSchlager-Parade am Osterdeich

Von Ullrich Kroemer 10.11.2022, 10:54
Durchgewühlt: Xaver Schlager gegen Amos Pieper (rects) und Niklas Stark.
Durchgewühlt: Xaver Schlager gegen Amos Pieper (rects) und Niklas Stark. (imago/picture point LE)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:1 (1:0)-Arbeitssieg bei Werder Bremen gesehen:

Janis Blaswich: Unterstrich seine grandiose Hinrunde mit einem starken letzten Spiel in Bremen, als er mehrfach retten musste. Parierte gegen Füllkrug reaktionsschnell aus kurzer Distanz (22.), hielt auch den abgefälschten Ball von Jung sicher (38.) und flog bei Bittencourts Schuss aus der Drehung wunderschön (41.). Beim Gegentor von Groß war er machtlos, weil Orban den Schlenzer unhaltbar abfälschte. Behielt in der hektischen Schlussphase die Nerven. Note: 2.

Benjamin Henrichs: Steckte die Enttäuschung wegen der verpassten WM gut weg und war präsenter als sonst. Zog oft Sprints in die Tiefe an, wie auch beim 1:0, als er den Ballverlust von Jung provozierte und dann mit Zug zum Tor sprintete und dort Abwehrspieler band. Hatte die beste Passeffizienz aller Leipziger, legte einmal schön für Nkunku auf (29.) und brachte sich selbst in ein, zwei gute Schusschancen, bei denen er sich jedoch abblocken ließ oder verzog (69.). Defensiv einige Male in Bedrängnis, als nicht ganz klar war, ob er oder ein Kollege den Gegenspieler übernimmt. Note: 2,5.

Willi Orban: Ordnete die Abwehr und dirigierte seine Hintermannschaft wie ein echter Leader. Ließ sich auch von einem Cut am Auge nicht stoppen und warf sich mit Turban insbesondere in der Schlussphase in alles hinein, was in den Strafraum flog. Ausstrahlung: Diesen Sieg lassen wir uns nicht nehmen. Hatte beim 1:1 Pech, als er mit der Schuhspitze noch unhaltbar abfälschte. Note: 2.

Josko Gvardiol: Bildete mit Orban das Versehrtenduo in der RB-Abwehr, doch es war dem Kroaten nicht anzumerken, dass ihn die Maske und sein Nasenbeinbruch behinderten. Wach wachsam, agierte seriös und war in der Schlussphase einer der Garanten dafür, dass nicht mehr anbrannte. Note: 2.

David Raum: Machte die meisten Kilometer bei RB (11,4), war der Schnellste auf dem Platz (33,6 km/h) und gewann seine Zweikämpfe. Eine physisch solide Leistung. Doch nach vorn gelangen dem WM-Teilnehmer weder Flanken, noch Verlagerungen oder Dribblings. Das war typisch für die Form des Linksfußes in dieser Hinrunde. Ist kein Unterschiedsspieler. Note: 3.

Xaver Schlager: Welches Pensum der kleine Österreicher mit dem markanten Kinn gegen Bremen abriss, war immens. Ließ sich als abkippender Sechser im Aufbau links in die Abwehrkette fallen und stopfte gegen den Ball auf der Sechs die Löcher. Tauchte diesmal sogar noch vorn mit auf und tankte sich unnachahmlich durch die Bremer Abwehr. Dass ihm Amos Pieper dabei auf dem Unterkörper hing – egal. Sinnbild für den RB-Aufschwung und den Sieg an diesem Nachmittag am Bremer Osterdeich. Note: 1.

Amadou Haidara: Nicht der Nachmittag des Achters. Begann nervös mit einem Ballverlust und einer Kerze in der Abwehr und gab unabsichtlich Willi Orban noch einen mit. War kein Faktor im Offensivspiel. Note: 3,5.

Dominik Szoboszlai: Erneut gute Leistung des Antreibers im Mittelfeld. Leitete das 1:0 mit ein und hätte selbst treffen können (51./74.). Ist zum Stammspieler gereift, der wichtiger Teil der Mannschaft ist, auch wenn er mal nicht selbst glänzt. Verpasste unter Rose kein Spiel. Note: 2,5.

Emil Forsberg: Spielte so, wie ein erfahrener Profi spielt. Hielt Bälle, hatte eine starke Passquote (94 Prozent) und hatte vor dem 1:0 seinen Moment, als er den Ball so gierig durch das Mittelfeld trieb wie in seiner ersten Bundesligasaison 2016/17 und Silva präzise bediente. Note: 2.

Christopher Nunku: Nicht so brillant wie sonst, doch das darf man dem Dauer-Sieggaranten auch mal zugestehen. Wurde eng bewacht und gewann die meisten Zweikämpfe (18). Blieb aber bei entscheidenden Umschaltaktionen hängen, als er etwa hätte Silva bedienen können (20.), und jagte einen Freistoß in bester Position in die Wolken. Note: 3.

André Silva: Ein Tor selbst erzielt, eines vorbereitet: Silva war der Mann für die entscheidenden Situationen in diesem Spiel. Wie präzise er das Zuspiel von Forsberg verwandelte, hatte große Klasse. Lässt sich immer wieder fallen, hält Bälle gut und spielt effektiv mit. Starker Jahresabschluss des Portugiesen, der in WM-Form gekommen ist. Note: 1,5.*

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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