„Energie, Intensität und Aggressivität”

So will Rose RB Leipzig wieder auf Vordermann bringen

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 08.09.2022, 14:28
„Kernaufgabe ist, mit viel Energie und Power die Stimmung insgesamt umzukehren": Marco Rose bei seiner Vorstellung bei RB Leipzig.
„Kernaufgabe ist, mit viel Energie und Power die Stimmung insgesamt umzukehren": Marco Rose bei seiner Vorstellung bei RB Leipzig. (imago/Picture Point LE)

Ob Marco Rose Portugiesisch spricht, ist nicht überliefert. Angeblich war es ein Zufall, doch der Spruch auf dem T-Shirt des neuen Trainers von RB Leipzig gab schonmal das Motto vor mit dem der 45-Jährige den heißen Trainerstuhl in seiner Heimatstadt übernimmt. „Es gibt keinen Sieg ohne Risiko” stand auf Portugiesisch auf dem schlichten, schwarzem T-Shirt, das Rose an seinem ersten Arbeitstag trug.

Die ganze Pressekonferenz mit Marco Rose und Oliver Mintzlaff zum Nachlesen im Ticker

Rose erklärt seinen Ansatz: „Wir wollen hinten stabiler werden, indem wir vorn mehr Druck auf den Ball kriegen”

Diese Botschaft will der Coach nun auch der Mannschaft übermitteln. Konkreter als Tedesco das vor ihm tat, erläuterte Rose seine Idee, wie er das Team aus der Krise zu holen gedenkt. „Stabilität heißt für mich nicht, dass wir uns hinten reinstellen und nur unser Tor verteidigen, sondern dass wir uns die Stabilität über mehr Aktivität in unserem Spiel holen müssen, dass wir versuchen, die Dinge wieder mehr selbst in die Hand zu nehmen”, erläuterte Rose. „Ich werden ein paar Dinge anders angehen. Wir müssen uns kleine Erfolgserlebnisse innerhalb eines Spiels holen, aber nicht über Passivität, sondern über aktives Vorwärtsverteidigen.”

Es könne ein paar Tage dauern, bis Mechanismen und Automatismen greifen. „Wir wollen hinten stabiler werden, indem wir vorn mehr Druck auf den Ball kriegen. Das ist der Ansatz”, sagte der neue Hoffnungsträger. Ab diesem Donnerstagnachmittag wolle Rose mit seinem Trainerteam an Inhalten arbeiten, „ein paar Abläufe hereinbringen, Verständnis schaffen, über ein paar Prinzipien sprechen, die wir am Wochenende schon sehen wollen”.

Marco Rose: „Fußball ist einfach”

Rose betonte, dass sich eine Mannschaft mit der fußballerischen Qualität von RB Leipzig nicht nur mit dem Spiel gegen den Ball identifizieren könne. Er wolle sich auch für eine gute Idee bei Ballbesitz einsetzen. Schließlich hatte das Team gegen Jesse Marsch rebelliert, der den Fokus zu wenig auf Ballzirkulation gelegt hatte. Doch zunächst will der Coach wieder die Bereitschaft bei Pressing und Gegenpressing steigern. „Fußball ist einfach!”, lautet Roses Kernsatz. „Unabhängig von der Qualität des Teams sind Mannschaften, die es schaffen, hohe Energie, Intensität und Aggressivität aufs Feld zu bringen, sehr erfolgreich. Dort wollen wir ansetzen”, so der neue Mann.

Um dafür Überzeugung zu schaffen, sei es die „Kernaufgabe, mit viel Energie und Power die Stimmung insgesamt umzukehren, dass wir wieder Ergebnisse holen”. Rose kündigte ausführliche Gespräche mit der Mannschaft an, auch Einzelgespräche, wenn es die Zeit zulässt. „Wir sind ab sofort ein Team, wollen gemeinsam erfolgreich sein. Das geht über Atmosphäre und Stimmung. Jeder muss verstehen, worum es geht. Es ist wichtig, dass wir mit großem Vertrauen an die Aufgabe herangehen, denn die Mannschaft ist gut, sie ist sogar hervorragend”, betonte der Ex-Bundesligaspieler.

Rose will bis November „neues Level” erreichen

Bereits am Wochenende gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund hofft Rose auf einen kurzfristigen Effekt: „Wir haben es mit einem formstarken Gegner zu tun, die Jungs kenne ich gut, wenn die ins Rollen kommen, dann rollts. Aber ich sehe für uns auch gute Chancen mit dem Kader, den wir haben.” Grundlegend warb er angesichts des Auftaktprogramms gegen den BVB, Real Madrid und Borussia Mönchengladbach für Geduld. „Ich möchte, dass wir in den nächsten Wochen unabhängig von der Schwere der Spiele und der Ergebnisse ein paar Dinge auf den Weg bringen, dass wir im November, wenn es in die Pause geht, das Level erreicht haben, uns mit ein paar neuen Dinge zu identifizieren.”

Übrigens: Vorstand Oliver Mintzlaff versprach, dass er den neuen Trainer nicht mit übersteigerter Erwartungshaltung konfrontieren werde. „Niemand erwartet hier Wunder. Niemand wird mich von einem beschissenen Start reden hören, selbst wenn wir zwei Niederlagen haben, sondern wir geben dem Ganzen ausreichend Zeit, sich zu entwickeln”, so der Klubchef. Getreu dem Motto: Ohne Risiko kein Sieg.