RB Leipzig

Entflechtung von Red Bull: Harald Lürzer ersetzt Rudolf Theierl

18.05.2017, 11:29
Personalrochade in Salzburg, um den Bestimmungen der UEFA gerecht zu werden und die Champions League nicht am grünen Tisch zu verspielen.
Personalrochade in Salzburg, um den Bestimmungen der UEFA gerecht zu werden und die Champions League nicht am grünen Tisch zu verspielen. Imago

Wie bereits berichtet, ist Rudolf Theierl von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender bei Red Bull Salzburg zurückgetreten. Sein Nachfolger ist laut derstaundard.at mit Harald Lürzer ein Mann aus dem „Gastronomie- und Tourismusbereich“.

Rücktritt von Rudolf Theierl wegen Entflechtung von Red Bull

Salzburgs Geschäftsführer Stephan Reiter bestätigte im Anschluss, dass es bei dieser Maßnahme darum ging, sich unabhängiger von Red Bull aufzustellen. „Mit dieser Neuerung wurde der bereits 2015 begonnene Prozess der Entflechtung vom Unternehmen Red Bull, mit dem uns weiterhin eine sehr gute Sponsorenpartnerschaft verbindet, konsequent umgesetzt, und wir können unseren Blick auf die anstehenden sportlichen Aufgaben richten.“

Rudolf Theierl war seit 2005 für Red Bull Salzburg tätig und saß bis 2014 im Vorstand von RB Leipzig und ist eng mit Red Bull verknüpft und Vertrauter von Dietrich Mateschitz. Die Entflechtung von Red Bull ist nötig, weil die UEFA nicht gleichzeitig zwei Vereine für ihre Wettbewerbe zulässt, auf die dieselben Firmen oder Personen Einfluss ausüben können.

UEFA will Integrität des Wettbewerbs wahren

Bei RB Leipzig verfügt Red Bull aufgrund des hohen Etatanteils, den die Firma trägt, für die UEFA per se über bestimmenden Einfluss. Bei Red Bull Salzburg hatte man deswegen in der Vergangenheit versucht, die Beziehung zu Red Bull zu puren Sponsorenbeziehungen zu machen und die Höhe der finanziellen Zuwendungen einzuschränken. Durch die Reiter-Aussage kann als bestätigt angesehen werden, dass der Theierl-Rücktritt Teil der Salzburger Bemühungen ist.

Die UEFA prüft bei der Lizenzierung unter anderem alle Vereine hinsichtlich der Integrität des Wettbewerbs darauf, ob sie unabhängig voneinander in ihren Entscheidungen sind. Sollte der Verband zu der Überzeugung gelangen, dass Leipzig und Salzburg nicht voneinander unabhängig sind, dürfte nur einer der Klubs starten. Das wäre dann Salzburg, da diese sich als Meister für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren, während Leipzig ’nur‘ Zweiter wurde. Eine Entscheidung wird im Juni erwartet.