Europa League schon fix

RB rafft sich auf für den Pokaltraum

Von Ullrich Kroemer 09.05.2022, 09:18
Löste die Fesseln mit seinem 1:0: André Silva.
Löste die Fesseln mit seinem 1:0: André Silva. (imago/Picture Point LE)

Letzte Heimspiele haben oft eine besondere Dynamik. In der ersten Bundesliga-Saison lieferte sich RB gegen die Bayern mit offenen Visieren ein 4:5-Spektakel. In den vergangenen beiden Jahren unter Julian Nagelsmann ging das Team saft- und kraftlos mit 0:2 gegen Dortmund unter und krampfte sich zu einem 2:2 gegen Wolfsburg, um Platz zwei zu sichern. An diesem Sonntag nun gegen den FC Augsburg entwickelte Rasenballsport beim 4:0 wieder neue Energie, spielte sich den Frust über das verpasste Euro-League-Finale aus den Köpfen und Beinen und bekam gerade rechtzeitig vor den nächsten beiden so bedeutenden Partien die Kurve.

„Der Start war sehr holprig, sehr nervös, wir rutschen mehrfach im Spielaufbau aus, das kann böse enden”, sagte Trainer Domenico Tedesco. „Der Kopf war ein, zwei Tage extrem leer. Wir waren alle enttäuscht. Umso bemerkenswerter war, wie wir ins Spiel gefunden haben.”

Nach etwa einer halben Stunde mit viel Instabilität und Unkonzentriertheiten bekam RB immer mehr Ball- und Spielkontrolle. Dem Team war förmlich dabei zuzusehen, wie es sich von der Europapokal-Last und -Enttäuschung befreite und gegen die drohende nächste Schmach auflehnte. „Die Jungs waren heiß, griffig, haben Zweikämpf gewonnen”, lobte Routinier Emil Forsberg. Aber eben erst nach einer halben Stunde.

Forsberg: Sieg gegen Augsburg bringt Selbstvertrauen fürs Pokalfinale

In der zweiten Hälfte spielte sich RB in einen Rausch, der dringend nötig war – auch mit Blick auf das DFB-Pokalfinale. Genau zum richtigen Zeitpunkt hat Rasenballsport die Trendwende geschafft. Ein Punkt in Bielefeld am letzten Spieltag genügt nun, um in der kommenden Saison erneut Champions League zu spielen. Doch Leipzig will sich in dieser Partie auch weiteren Schwung für das Pokalfinale holen. „Wir fahren dahin, um zu gewinnen und wieder Champions League zu spielen nächstes Jahr. Und wir wollen natürlich auch in Berlin gewinnen”, sagte Forsberg. „Das Spiel heute war auch in puncto Selbstvertrauen wichtig, um wieder reinzukommen.”

Jeder einzelne Spieler rafft sich nach nun 52 Pflichtspielen in dieser Saison auch deswegen auf, um im großen Finale von Berlin dabei sein zu dürfen. „Es geht jetzt darum, die Fantasie zu entwickeln, wer im Finale aufläuft. Ich möchte, dass es dann viele schwere Entscheidungen für mich gibt, weil es jeder gut macht”, forderte Tedesco.

Der Trainer betonte, was in Leipzig bei aller Fixierung auf die „Königsklasse” nur eine Randnotiz ist: „Heute haben wir schonmal die Europa League fix gemacht. Auch das finde ich nicht selbstverständlich. Im Dezember war das auch ein paar Punkte entfernt.” Nun wolle das Team „in Bielefeld mit allem, was wir haben, den Deckel drauf machen, um den nächst höheren Wettbewerb zu erreichen”, so der Fußballlehrer. Denn auch letzte Saisonspiele haben meist eine besondere Dynamik.

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