RB Leipzig

Euro-League-Aus: RB kommt in Marseille unter die Räder

Von (mz) 13.04.2018, 01:01
Sinnbildlich für die erste Hälfte: Flipper-Eigentor von Stefan Ilsanker zum 1:1
Sinnbildlich für die erste Hälfte: Flipper-Eigentor von Stefan Ilsanker zum 1:1 imago

Endstation Viertelfinale: Durch fünf Gegentreffer ist RB Leipzig beim 5:2 (3:1) gegen Olympique Marseille aus der Europa League ausgeschieden. In dem vogelwilden Spektakelspiel überrannten die Gastgeber die überforderten Leipziger in der ersten Hälfte. Dabei lief für RB anfänglich alles nach Plan.

In der ersten Hälfte überschlugen sich die Ereignisse in der Startphase. Nach nicht einmal zwei Minuten führte RB bereits mit 1:0. Über die rechte Seite gelangte der Ball über Jean-Kévin Augustin ins Zentrum, wo Bruma wuchtig ins rechte untere Eck zur frühen Führung abschloss (2.). Schneller hatte noch keine deutsche Mannschaft in der Europa League getroffen.

RB Leipzig kassiert drei Gegentreffer nach Standardsituationen

Eigentlich eine perfekte Ausgangssituation, um nun defensiv kompakt zu stehen und zu kontern. Doch keine sieben Minuten später lag Rasenballsport in der tosenden Atmosphäre vor 60.000 im Stade Velodrome bereits mit 1:2 zurück. Beim 1:1 prallte der Ball nach einer Ecke wie beim Flipper von Torhüter Peter Gulacsi an das Knie von Stefan Ilsanker ins Tor: Eigentor (6.). Das zweite Gegentor fiel nach einem Leipziger Ballverlust nach eigener Ecke, als Marseille ähnlich wie Leverkusen am Montag präzise konterte. Die beiden Schüsse von Torjäger Thauvin konnte Gulacsi noch parieren. Der Nachsetzer von Sarr zappelte dann im Netz (9.). Und noch ein Rekord: Schneller waren in der Euro League noch nie drei Treffer gefallen.

Während RB keine weitere Chancen hatte, erzielte der starke Payet bereits per Traum-Distanzschuss das vermeintliche 3:1. Doch das Tor wurde wegen Foulspiels nicht gegeben (17.). Gerade als RB etwas mehr Spielkontrolle bekam, erzielte Marseille das dritte Tor – wieder nach einem Standard. Payets Freistoß konnte Thauvin unbedrängt aus fünf Metern einschieben (38.). Wie bereits gegen Leverkusen eine Vorführung für die Leipziger, die viel zu löchrig und wenig konsequent verteidigten. Lag das auch an der riskanten Aufstellung von Ralph Hasenhüttl, der wegen der Dreier- beziehungsweise Fünferkette zunächst auf Emil Forsberg und Willi Orban verzichtete?

Zweite Chance, zweites Tor: RB effektiv

Nachdem Marseille in der zweiten Hälfte bereits drei weitere große Torchancen hatte, schlug urplötzlich RB zu. Augustin verwandelte eine Hackenablage von Naby Keita aus halblinker Position zum 3:2 (54.). Zweite Chance, zweites Tor.

Doch Olympique schlug abermals zurück, als Kapitän Payet die Leipziger Hintermannschaft im Alleingang vernaschte und den Ball per Außenrist ins linke obere Ecke schoss – Traumtor. Und diesmal zählte es (60.). Danach war die Luft eigentlich raus aus diesem prallen Spiel. Leipzig war nicht mehr in der Lage zu reagieren, auch wenn der eingewechselte Forsberg in der dritten Minute der Nachspielzeit noch eine große Gelegenheit hatte, die jedoch Torhüter Pelé entschärfte. Da RB-Keeper Gulacsi zur letzten Ecke mit aufgerückt war, musste Sakai den Ball beim Konter nur noch ins leere Tor zum bitteren 5:2-Endstand schieben. So endete die erste Europapokal-Saison von Rasenballsport im Viertelfinale mit einer deutlichen Pleite, bei der RB jede Menge Lehrgeld zahlte.

Statistik Olympique Marseille – RB Leipzig 5:2 (3:1)

Olympique Marseille: Pelé – Sakai, Kamara, Gustavo, Amavi – Sanson, Lopez – Sarr (28. Rami), Thauvin (63. Ocampos), Payet (C, 83., Anguissa) – Mitroglou.

RB Leipzig: Gulacsi – Konate, Ilsanker, Upamecano (67. Bernardo) – Klostermann, Bruma – Keita, Demme (C., 54. Forsberg), Kampl – Augustin, Sabitzer (61., Poulsen).

Tor(e): 0:1 Bruma (2., Augustin), 1:1 Ilsanker (6., Eigentor), 2:1 Sarr (9., Abpraller Gulacsi), 3:1 Thauvin (38., Payet), 3:2 Augustin (55., Keita), 4:2 Payet (60.), 5:2 Sakai (90.+4, Lopez); Torchancen: 10:3; Ecken: 2:4; Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande); Gelbe Karten: Thauvin, Mitroglou, Sakai / Konaté; Zuschauer: 60.000 im Stade Velodrome in Marseille.