Yvon Mvogo

Ex-RB-Keeper verrät: Dieser deutsche Topklub wollte Gulacsi verpflichten

In einem Interview spricht der 28 Jahre alte Schweizer u.a. über seine frustrierenden drei Jahre als Ersatzkeeper bei RB Leipzig und berichtet dabei, was ihn beinahe doch zur Nummer eins beim Pokalsieger gemacht hätte.

Von Martin Henkel 23.09.2022, 15:20
Die beiden RB-Keeper Peter Gulacsi (l.) und Yvon Mvogo
Die beiden RB-Keeper Peter Gulacsi (l.) und Yvon Mvogo (imago/poolfoto)

Es gibt Entscheidungen im Leben, die ziehen Kreise nach sich, größer als je erwartet. Für den Schweizer Nationalkeeper Yvon Mvogo war es seine, sich 2017 RB Leipzig anzuschließen.

Über seine drei frustrierenden Jahre beim sächsischen Bundesligisten (plus zwei in der Leihe in Eindhoven) sprach der 28-Jährige mit dem Portal "transfermarkt.de" und enthüllte dabei, was bislang nur als Gerücht bekannt war: Dass Borussia Dortmund vor zwei Jahren Schlussmann Peter Gulacsi verpflichten wollte, und der Ungar wohl durchaus geneigt war, das Angebot anzunehmen.

Gulacsi: "Ich möchte international spielen"

„Ich wusste, dass zu diesem Zeitpunkt Borussia Dortmund gerne Péter Gulácsi verpflichten wollte. Leipzig spielte dabei mit offenen Karten und sagte mir, dass ich nur zurückkehre, wenn Péter den Verein verlässt", erzählte Mvogo von den Frühlingsüberlegungen während seiner ersten Saison auf Leihbasis zur PSV Eindhoven. Zu diesem Zeitpunkt war bei den Rasenballsportlern die Qualifikation für die Champions League nicht sicher.

Gulacsi aber war schon 29, hatte keine Zeit mehr in der Europa League zu verlieren, auch wenn er das April 2021 in der Sportbild anders formulierte: "Ich habe das schon oft gesagt: Ich habe noch zwei Jahre Vertrag und möchte jedes Jahr international spielen. Ich will langfristig auf dem höchsten Level sein."

Wer wem abgesagt hat, ist ein unbeantwortetes Geheimnis. Der BVB jedenfalls verpflichtete Gregor Kobel aus Stuttgart, Gulacsi unterschrieb einen neuen Vertrag bei RB bis 2025. Und Mvogo? Landete bei der PSV auf der Bank, weil Eindhoven einen eigenen Keeper verpflichtet hatte und nicht mehr auf die Leihgabe aus Leipzig setzen wollte. "Natürlich wäre es schön gewesen, die neue Nummer eins bei RB zu sein“, so Mvogo in dem Interview.  Als dann Joel Drommel im Tor stand und er auf der Bank saß, "war das für mich wie ein Schlag ins Gesicht, zumal ich wenigstens ein wenig Ehrlichkeit erwartet hätte. Ich habe nie den Grund erfahren, warum ich auf die Bank gesetzt wurde, trotz mehrmaliger Nachfrage", so der 28-Jährige.

RB Leipzig: blumige Versprechungen

Mittlerweile spielt der lebensfrohe Schweizer beim FC Lorient in der Ligue 1. Vergessen die fünf Jahre bei RB, von denen er drei als Gulacsi-Ersatz bei der Reserve verbrachte und miterleben musste, wie seine Karriere in den Keller rauschte. Ausgelöst durch eine starke Nummer eins vor ihm in der Teamhierarchie - und vielleicht auch durch blumige Versprechungen vom damaligen Sportdirektor Ralf Rangnick, die den damaligen U-21-Goalie Freiburg absagen une nach Leipzig wechseln ließ.

„Bei Leipzig hatte ich ein gutes Gefühl. Die Idee, vermehrt auf junge Talente zu setzen, hat mir imponiert. Auch waren die Gespräche mit dem Verein, verbunden mit der Perspektive, sehr verlockend. Mir wurde ein klarer Plan aufgezeigt, der vorsah, dass ich in der nächsten Zeit die Nummer eins werden sollte“, erinnert sich der 28-Jährige.

Was Yvon Mvogo zum Torwarttraining von Frederik Gössling zu sagen hat, wer seine Freunde im Team waren und was ihn nicht verzweifeln ließ, lesen sie hier: