RB Leipzig

Ex-RB-Profi Kutschke droht Club-Coach Wiesinger Prügel an! "Komm hier rein, wenn du ein Mann bist!"

Von (RBlive/dpa/mhe)
12.07.2020, 09:12
"Als Typ unersetzlich": Ex-RBler Stefan Kutschke (l.)
"Als Typ unersetzlich": Ex-RBler Stefan Kutschke (l.) Imago/Stefan Bösl

Der frühere Stürmer von RB Leipzig hat im Relegationsspiel um den Auf- in bzw. Abstieg aus der 2. Liga zwischen dem FC Ingolstadt und dem 1. FC Nürnberg eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. In der 52. Minute erzielte der Kapitän die Führung für den FCI. In der sechsten Minute der Nachspielzeit musste er mitansehen, wie der "Club" den Kopf aus einer 0:3-Schlinge zog und mit dem Anschlusstreffer die Doppelbegegnung in der Summe gewann. Danach soll er Nürnbergs Coach Michael Wiesinger Prügel angedroht haben.

Alle rasten aus

Ingolstadt bleibt in Liga drei, das war das aus Kutschkes Sicht bittere Fazit des Abends, Nürnberg zweitklassig. Nach dem rettenden Joker-Tor von Fabian Schleusener rasteten bei den Franken alle aus. Interimscoach Michael Wiesinger raste jubelnd auf den Rasen, auch Sportvorstand Robert Palikuca war dabei. Nach dem 2:0-Hinspielsieg gab das erzwungene Auswärtstor den Ausschlag. "Das war sehr verrückt. Ich bin auch schon lange dabei, aber das hat natürlich nochmal alles getoppt", meinte Wiesinger.

"Mein Puls ist bei 200. Ich bin unheimlich erleichtert. Ich dachte, ich überlebe das nicht", stammelte Nürnbergs Aufsichtsratschef Thomas Grethlein nach dem erlösenden Abpfiff. Die "Club"-Delegation konnte am Ende einer verkorksten Saison nach dem Bundesliga-Abstieg 2019 doch noch feiern. Dem FC Ingolstadt fehlten nur Augenblicke zum Aufstieg. "Das ist natürlich brutal", meinte Trainer Tomas Oral.

Tobender Kutschke

Bis zur 96. Minute stand der Drittligist FC Ingolstadt nach dem 0:2 im Relegations-Hinspiel vor einem Fußball-Wunder, führte im leeren heimischen Sportpark nach drei Freistößen von Marcel Gaus durch Toren von Kutschke (52. Minute), Tobias Schröck (62.) und Robin Krauße (62.) mit 3:0. Ex-RB-Profi Kutschke (2010 bis 2013) war der Hoffnungsträger der Ingolstädter gewesen. Der Mittelstürmer, der beim Hinspiel verletzt gefehlt hatte, meldete sich fit. "Stefan ist als Typ unersetzbar", hatte FCI-Coach Oral betont.

Nach dem Schlußßpfiff fingen Kameras einen tobenden Kutschke ein. Der Torschütze zum 1:0 war kaum zu bändigen. Insbesondere iesinger bekam die Wut des 31-Jährigen zu spüren, der angeblich auf Wiesinger losging und ihm auf dem Weg in die Kabine sogar Prügel androhte. „Komm hier rein und sei ein Mann“, soll Kutschke in Richtung Club-Coach gerufen haben.

Nachspielzeit sorgt für Unverständnis

Die genauen Hintergründe dieser Auseinandersetzung sind bis dato nicht bekannt. Allerdings ist davon auszugehen, dass viele der turbulenten Szenen nach dem Schlusspfiff auf die lange Nachspielzeit zurückzuführen sind. Das entscheidende 1:3 war in der sechsten Minute der Nachspielzeit gefallen. Damit hatte Schiedsrichter Christian Dingert die offizielle Nachspielzeit überzogen. Die lag bei fünf Minuten.