Explosive Gemengelage bei RB Wie lange macht Schäfer das Spiel noch mit?
RB Leipzigs Sportchef Marcel Schäfer steht im Fall Werner zwischen den Fronten. Es ist derzeit komplett offen, ob der Manager selbst seine Zukunft weiter bei RB sieht beziehungsweise eine Zukunft hat.

Leipzig – An diesem Mittwoch soll Ole Werner aus seinem Backpacking-Urlaub aus Malaysia zurückkehren. Dann wird wohl am Donnerstag und Freitag über Werners Zukunft als Trainer von RB Leipzig entschieden. Verabredet ist, dass Werner und Sportchef Marcel Schäfer die Gespräche führen. Schäfer würde grundsätzlich gern mit dem Trainer weitermachen, muss sich aber wohl dem Willen von Oliver Mintzlaff, Jürgen Klopp & Co. beugen, die anderes im Sinn haben, Werner trotz des Erfolges vor die Tür setzen und nach Lage der Dinge Martin Demichelis als neuen RB-Trainer verpflichten wollen.
Die Frage ist dabei auch, wie Schäfer mit der explosiven Gemengelage umgeht, bei der letztlich alle Protagonisten sowie der Klub beschädigt werden. Noch ist das zu Beginn dieser Woche völlig offen. Denkbar sind drei Varianten:
Unverschuldeter Gesichtsverlust von Schäfer
Erstens: Bei RB Leipzig ist man nach RBlive-Informationen der Meinung, dass Schäfer die über seinen Kopf hinweg getroffenen Trainer-Entscheidungen mittragen wird. Demnach müsste der Sport-Geschäftsführer Werner die Trennung verkaufen und den neuen Coach – wohl Martin Demichelis – verpflichten.
Doch dann verlöre Schäfer – ohne eigenes Verschulden – sein Gesicht, da für jeden klar ersichtlich ist, dass sein Wort bei den wichtigen Entscheidungen letztlich kein Gewicht hat, auch wenn er bei zwei Trennungsvorstößen seitens Red Bull zuvor noch seine Hand über Werner hatte halten können. Doch selbst wenn Schäfer jetzt gute Miene zum bösen Spiel machen würde, hätte er wohl keine langfristige Perspektive mehr. Bislang äußerte sich Schäfer nicht zu dem Trainertheater und hatte sich kurz zuvor auch nur zaghaft pro Werner ausgesprochen und ein klares Bekenntnis vermieden.
Verheerende Außenwirkung: Wirft der Sportchef hin?
Zweitens: Es werden sicher nicht nur Gespräche zwischen Werner und Schäfer, sondern wohl auch zwischen Schäfer und dem Team von Klopp sowie Mintzlaff stattfinden. Als früherer Mitarbeiter des VW-Klubs VfL Wolfsburg ist Schäfer gewohnt, dass nicht er allein entscheidet. Der 42-Jährige sieht sich als Teamplayer, der es durchaus auch akzeptiert, sich den Gremien unterzuordnen. Anders ist der Job beim Red-Bull-Klub in Leipzig auch nicht zu machen.
Doch angesichts der verheerenden Außendarstellung im aktuellen Fall könnte die Bombe auch platzen und Schäfer in den Gesprächen zu der Meinung gelangen, dass eine weitere Zusammenarbeit angesichts des beschädigten Vertrauensverhältnisses keinen Sinn mehr macht und er von sich aus die Brocken hinwirft. Schäfer wäre sicher nicht lange arbeitslos; dass er gute Arbeit macht, ist in der Branche nicht verborgen geblieben. Die FAZ bringt ihn bereits bei Eintracht Frankfurt als möglichen Nachfolger eines seiner Vorgänger bei RB ins Spiel: Markus Krösche.
Ob Schäfer noch gewollt ist, ist unklar
Drittens: Schäfer könnte sich schlicht weigern, als Erfüllungsgehilfe des Global-Soccer-Teams zu handeln, die vermeintliche Intrige gegen Werner nicht mittragen und seine konträre Meinung vehement vertreten. In diesem Falle könnte es auch zu einer Entlassung von Schäfer durch die Red-Bull-Bosse kommen. In jedem Fall kalkuliert die Führungsetage angesichts ihres Handelns einen Abgang des früheren Nationalspielers ein.
So oder so wäre eine Trennung bitter, da Schäfer in der Umbruchsaison einen tadellosen Job gemacht und alle Vorgaben bezüglich Transfers und Finanzen wie Reduzierung der Gehaltskosten erfüllt hat.
Noch aber ist komplett unklar, wie sich die Situation am Ende der Woche darstellen wird und welche Folgen der sehr wahrscheinliche Werner-Sturz für den Sportchef hat beziehungsweise welche Konsequenzen er selbst ziehen wird.