RB Leipzig

„Gesunder Grad an Verrücktheit”: Torschütze Nordi Mukiele hat bei RB Leipzig gelernt, mit Fehlern umzugehen

Von Ullrich Kroemer 07.02.2021, 07:29
Glückwünsche der Kollegen: Nordi Mukiele freut sich über seinen zweiten Saisontreffer.
Glückwünsche der Kollegen: Nordi Mukiele freut sich über seinen zweiten Saisontreffer. imago/Poolfoto

Es gab Zeiten, da haben Nordi Mukiele eigene Patzer aus der Bahn geworfen. Der Franzose haderte mit sich selbst und den Gegnern. Doch das ist Geschichte, wie er bei RB Leipzigs 3:0 gegen Schalke bewies. Zwar verlor er im Spielaufbau gegen Mark Uth leichtfertig einen Ball, der so aus gefährlicher Position zum Abschluss kam (34.). „Er hat immer mal wieder so wie heute einen kleinen Lapsus drin, der ihn zurückwirft innerhalb eines Spiels, weil er mit Fehlern nicht so gut umgehen kann – das mag er nicht so”, sagte Trainer Julian Nagelsmann.

Doch Mukiele ließ sich nicht beirren, erzielte kurz darauf das ungeheuer wichtige 1:0 sozusagen mit dem Pausenpfiff (45.+3) und lieferte insgesamt eine Topleistung auf der Position als rechter Halbverteidiger in der Viererkette. „Er hat gegen Harit unglaublich aktiv verteidigt, hatte viele gute Andribbelaktionen mit mutiger Idee dahinter”, lobte Nagelsmann. Nur zu scharf seien einige Anspiele für die Kollegen geraten, doch daran lässt sich arbeiten.

Nagelsmann über Mukiele: „Habe von Tag eins an einen sehr guten Draht zu Nordi”

Dank seiner neuen Stabilität – auch im Kopf – ist Mukiele zum Erfolgsgaranten bei RB gereift. Wenn er spielt – meist auf der rechten Außenbahn, immer öfter auch in der Dreierkette – ist die Seite mit so viel Athletik und Tempo besetzt, dass die Gegner kaum über diese Seite durchbrechen.

Nagelsmann hat dem 23-Jährigen mit viel Vertrauen geholfen, das unruhige, nervöse, unrunde Spiel seiner Anfangszeit in Leipzig zu überwinden und richtig bei Rasenballsport anzukommen. „Ich habe von Tag eins an einen sehr guten Draht zu Nordi. Er ist ein Typ, der immer lacht, immer fröhlich ist und sich immer verbessern will”, sagte Nagelsmann. „Ich arbeite sehr gern mit ihm, weil er einen gesunden Grad an positiver Verrücktheit hat.” Und weil er noch längst nicht fertig ist. Längst steht er nicht so im Fokus wie Dayot Upamecano und Ibrahima Konaté – ein Vorteil für ihn. „Er ist ein herausragender Spieler, der noch Entwicklungspotenziale hat. Das weiß er auch”, berichtete der Trainer.