RB Leipzig

Hannover-Boss Kind: Doppelmoral des BVB heizte Stimmung gegen RB Leipzig an

Von (dpa) 08.03.2017, 13:58
Martin Kind: Borussia Dortmund trägt Mitschuld an Eskalation mit RB Leipzig.
Martin Kind: Borussia Dortmund trägt Mitschuld an Eskalation mit RB Leipzig. imago

Der Unternehmer und Präsident von Hannover 96 Martin Kind weist Borussia Dortmund Schuld an Eskalation gegen Fans von RB Leipzig zu.

96-Chef: Scheinheilige Aktiengesellschaft Borussia Dortmund

„Man verkauft sich dort immer gern als letzter Hüter und Beschützer der Tradition“, sagte er der Bild, und spielte damit auf die vermeintliche Doppelmoral der Dortmunder an. „Dabei ist Borussia Dortmund ein reines Wirtschaftsunternehmen, börsennotiert mit allen knallharten Regularien des Aktien-Rechts. Man vermittelt den Eindruck, als vertrete man die Interessen des eVs, also des Vereins. Aber es geht ums Geld und die Interessen der AG. Das sagt man den Fans aber nicht. Der Verein hat keinen Einfluss“, so der Chef von Hannover 96.

Wieviel Schuld trägt der BVB an Eskalation mit RB Leipzig?

Eine ähnliche Meinung hatte schon Ralf Rangnick vertreten, der gegenüber den Dortmundern das Vereinsmodel von RB Leipzig verteidigte. So warf auch Martin Kind dem BVB eine scheinheilige Stimmungsmache gegen den Red-Bull-Club RB Leipzig vor: „Dortmund trägt einen gewissen Anteil an der Eskalation mit RB Leipzig.“ Dieser Meinung waren auch einige betroffene Fans der Leipziger, die in Dortmund angegriffen wurden. Dem Dortmunder Clubchef Hans-Joachim Watzke sprangen allerdings auch Verantwortliche wie Schalke-Manager Christian Heidel bei.

Martin Kind: Sperrung der Südtribüne vergleichsweise mildes Urteil

Beim Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg war zuletzt die berühmte Südtribüne des BVB gesperrt – wegen verunglimpfender Plakate Dortmunder Fans während der Partie im Februar gegen Leipzig. Dortmunder Chaoten hatten am Rande des Spiele auch Gäste-Fans, sogar Kinder, angegriffen. „Ich fand das Urteil vergleichsweise mild, wenn ich mir unsere Strafen so anschaue“, kritisierte Kind, der seit Jahren gegen die sogenannte 50+1-Regel kämpft. Diese besagt, dass Investoren nur im Ausnahmefall die Mehrheit an deutschen Proficlubs übernehmen dürfen.

Kind will Abschaffung der 50+1 Regel

Der Hannoveraner Präsident gilt schon lange als Gegner der 50+1-Regel. Als Geschäftsführer der Kind Gruppe ist er bei Hannover 96 mit kurzer Unterbrechung seit 1997 Präsident. Am Ende der kommenden Saison könnte er von seinem eingeklagten Recht Gebrauch machen, die Mehrheit der Stimmanteile bei Hannover 96 zu übernehmen, um sie an Investoren zu veräußern. Anschließend will er als Präsident zurücktreten.