Was tun gegen tiefstehende Gegner? RB-Pleite in Bremen: Bericht enthüllt interne Zweifel an Demichelis
Bei RB Leipzig soll es schon vor Saisonstart interne Zweifel an Martin Demichelis gegeben haben. Die Pleite in Bremen gibt den Bedenken nun erstmals wohl sichtbar Nahrung.

Leipzig/hen - Der Dämpfer war nicht geplant, und er kam über das Team von RB Leipzig und seinen Trainer Martin Demichelis wie ein Schlag in die Magengrube. 1:3 verlor Rasenballsport sein zweites Bundesligaspiel beim SV Werder Bremen, der in seinem Auftaktspiel eine Woche zuvor noch ein deftiges 1:4 gegen den SC Freiburg erlitten hatte. RB hingegen reiste mit einem 3:0 gegen Gladbach an.
Probleme im Ansatz
Die Rollenverteilung war also klar gewesen. Desto härter trifft die Niederlage den ehrgeizigen Klub, von dem es plötzlich heißt, dass es intern Bedenken an den Fähigkeiten des neuen Trainers gibt. Und zwar solche, die seine Ideen für das Spiel mit dem Ball betreffen.
Weiterlesen: Die Ursachen für die RB-Bruchlandung in Bremen
Zu sehen waren die Probleme im gewählten Ansatz nach dem frühen 0:1 (4.). Zwar hatte RB in der Folge viel Ballbesitz, zwingende Lösungen aber kaum. Ein Pfostenschuss und der Anschlusstreffer tief in der Nachspielzeit sprangen noch heraus.
Klopp tauscht Trainer aus
Diese Bedenken existieren dem Bericht der BILD nach seit ein paar Wochen schon. Zur Erinnerung: Nicht lange vor dem Beginn der Vorbereitung auf die neue Saison wurde Erfolgscoach Ole Werner auf mutmaßliches Betreiben des mittlerweile zum Bundestrainer berufenen ehemaligen Head of Global Soccer, Jürgen Klopp, entlassen und durch Demichelis ersetzt. Klopp hielt Werner trotz Rang drei in der Liga für nicht geeignet, das RB-Team weiterzuentwickeln. Stattdessen präsentierte Klopp seinen neuen Favoriten.
Demichelis’ vorherige Stationen waren gewesen: River Plate, CF Monterrey und RCD Mallorca. Mit River gewann er drei Titel, trennte sich 2024 nach schwächeren Ergebnissen aber im Einvernehmen vom Klub. Beim CF Monterrey wurde er entlassen. Mit Mallorca stieg er als Feuerwehrmann ab, holte in zwölf Spielen aber fünf Siege und drei Unentschieden. Der Klub verlängerte seinen Vertrag danach sogar bis 2028, ehe RB ihn per Ausstiegsklausel holte. Davor war Demichelis Trainer beim FC Bayern II gewesen.
Fabregas winkt ab
Dass der Argentinier offenbar nicht die Wunschlösung der sportlichen Leitung bei RB gewesen ist, gilt nicht als Geheimnis. Auch dass man mit der Art und Weise, wie Ole Werner ausgetauscht wurde, nicht einverstanden war, wurde durch Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer nicht bestritten.
Umso schwerer wiegt, dass die Bremer Niederlage diesen vermeintlich internen Zweifeln nun erstmals in einem Pflichtspiel sichtbar Nahrung gibt. Ausgerechnet dort zeigte RB genau jene Probleme, vor denen intern offenbar gewarnt worden war: viel Ballbesitz, aber zu wenige Ideen, um einen Gegner auseinanderzuspielen.
Gleichwohl ein Urteil nach nur einer Niederlage auf wackeligen Füßen steht, wird sich die kommende Partie in der Champions League als erster Lackmustest erweisen. Gegner ist Como 1907, Neuling in der Königsklasse und trainiert von einem Coach, den RB vor Ole Werner gern verpflichtet hätte. Der Spanier Cesc Fàbregas winkte damals aber ab.