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Werder wie in Überzahl Die Ursachen für die Bruchlandung in Bremen

Gegen Bremen passte für RB kaum etwas zusammen. Die Ursachen für die erste Pleite unter Martin Demichelis.

06.09.2026, 11:20
In die Knie gezwungen: Werder Bremens Schwarmabwehr gegen Ezechiel Banzuzi.
In die Knie gezwungen: Werder Bremens Schwarmabwehr gegen Ezechiel Banzuzi. (Foto: imago/Picture Point LE)

Leipzig/Bremen/ukr/mit dpa – Ratlos standen die Leipziger Spieler nach dem Ende der Partie bei Werder Bremen vor den 1300 mitgereisten Fans. Mit 1:3 (0:1) waren die Leipziger gleich im zweiten Spiel unter die Räder gekommen. Die Auftakteuphorie nach Siegen im DFB-Pokal und gegen Borussia Mönchengladbach war plötzlich wie weggeblasen. RB verschenkte wichtige und unbedingt eingeplante drei Punkte gegen einen zwar gut eingestellten, aber personell eher mittelmäßig besetzten Gegner. „Bitter, dass die erste Niederlage schon so früh kommt”, ärgerte sich Trainer Martin Demichelis und ärgerte sich über den schlafmützigen Start: „Wir haben bis zum ersten Tor nicht richtig aggressiv und präsent auf dem Feld gestanden.”

Lesen Sie hier: „Ein richtiger Denkzettel” – Die Reaktionen auf das 1:3 in Bremen

Danach hatte RB zwar sehr viel Ballbesitz, aber bei 71 Prozent Ballbesitz keine Lösungen gegen die kompakten Werderaner, die RB mit den einst eigenen Waffen schlugen. Wenn Bremens Niclas Füllkrug nach Abpfiff euphorisch die Wirkung von Gegenpressing erklärt, ist bei RB definitiv etwas schief gelaufen. Seine Worte könnten aus einem Lehrbuch von Ralf Rangnick stammen: „Wir waren nach Ballverlust nach ein, zwei Sekunden schon wieder alle so im Gegenpressing, dass wir den Ball wiedergewonnen haben oder alle schon wieder im Vollsprint hinter dem Ball”, erläuterte der Torschütze. 

Bremen fühlte sich in Überzahl

„Das macht viel aus, dann hast du viel engere Räume und nach Ballgewinn hast du eine viel bessere Position und dann sieht es irgendwann so aus, als hättest du einen Mann mehr auf dem Platz. So hat es sich heute angefühlt.” Eigentlich sind es die Leipziger, die derart intensiven Fußball spielen wollen. Doch hinsichtlich Laufleistung (125,7 zu 117,1) und Zweikampfquote (56 zu 44 Prozent) waren die Bremer besser.

„Wir haben es nicht geschafft, über das System von Werder hinwegzukommen, die Eins-gegen-Eins-Situationen für uns zu entscheiden und über die Flügel zu kommen und in die Tiefe zu spielen”, kritisierte Demichelis. „Und wir haben den Ball auch nicht schnell genug von einer Seite auf die andere verlagert.”

Baku offensiv noch der Beste

Ohne die verletzten Brajan Gruda und Rocco Reitz fehlte es an Kreativität. Zugang Neil El Aynaoui hatte noch Probleme, ins Spiel zu finden, was nach nur zwei, drei Einheiten mit der Mannschaft nicht verwunderlich ist. Sein Pendant Ezechiel Banzuzi konnte nicht an die starke Partie gegen Gladbach anknüpfen und war kaum präsent. Noch den stärksten Eindruck hinterließ Ridle Baku, der im Zusammenspiel mit Johan Bakayoko, dem auf dem rechten Flügel Rhythmus und Selbstvertrauen fehlen, noch die gefährlichsten Vorstöße hatte.

So verstand es RB nicht, den formstarken Antonio Nusa über die linke Seite mehr einzubinden und den Neuner Christopher Nkunku zu finden. 

Keine Startelf-Chance für Andrija Maksimovic

Demichelis hatte sich entschieden, die Youngster Tidiam Gomis und Andrija Maksimovic nicht von Beginn an zu bringen, die jedoch eine gesamte Vorbereitung absolviert haben und besser im Thema sind als etwa El Aynaoui. Maksimovic kam spät, erst in der 84. Minute, als die Messe gelesen war. Doch der Serbe bereitete mit einer schönen Flanke das 1:3 durch Baku vor. 

„Wir müssen aus diesem Spiel lernen und die Fehler so schnell wie möglich korrigieren. Niederlagen gehören zum Fußball dazu. Jetzt haben wir schon am Donnerstag die Möglichkeit, eine richtige Reaktion zu zeigen”, sagte Demichelis. Denn Como steht wie kaum ein anderes Team für Tempo, Pressing und Intensität. Cheftrainer Cesc Fàbregas wird davon beim Königsklassen-Debüt seiner Elf nicht abweichen.